Gesetzliche Aufbewahrungspflicht : So lange sollten Kontoauszüge aufbewahrt werden

<p>Wenn alte Kontoauszüge letztlich nicht mehr benötigt werden, sollten sie vollständig vernichtet werden, zum Beispiel mithilfe eines Aktenvernichters.</p>
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Wenn alte Kontoauszüge letztlich nicht mehr benötigt werden, sollten sie vollständig vernichtet werden, zum Beispiel mithilfe eines Aktenvernichters.

Von Jahr zu Jahr sammeln sich immer mehr wichtige Unterlagen an. Viele sollte man langfristig aufbewahren, andere kann man regelmäßig aussortieren. So auch Kontoauszüge. Hierbei gibt es für Privatpersonen ein paar Dinge zu beachten.

Karen Bartel von
27. Februar 2018, 04:12 Uhr

Wer seine Unterlagen durchgeht und sich fragt, was davon man getrost aussortieren kann und was lieber aufbewahrt werden sollte, muss wissen, dass es hierbei kleine, aber feine Unterschiede gibt, wie lange Belege, wie beispielsweise Kontoauszüge, archiviert werden müssen. Generell gilt, dass Privatpersonen Zahlungsbelege nicht aufheben müssen, es empfiehlt sich aber dennoch. Denn für Alltagsgeschäfte gilt eine dreijährige Verjährungsfrist, innerhalb welcher man mit Hilfe von Kontoauszügen im Streitfall belegen kann, dass man bereits gezahlt hat, oder aber, dass man noch Anspruch auf Garantie hat.

In bestimmten Fällen gibt es auch für Privatpersonen gesetzliche Vorgaben

  1. Rechnungen, die sich auf Handwerkerarbeiten oder andere Dienstleitungen für ein Grundstück beziehen, müssen zwei Jahre lang aufbewahrt werden.
  2. Dienstleistungen im Haushalt, die steuerlich abgesetzt werden sollen, müssen anhand von Kontoauszügen solange nachweisbar sein, bis der Steuerbescheid eingeht und die Einspruchsfrist abgelaufen ist.
  3. Wer im Jahr mehr als 500.000 Euro verdient (Summe der positiven Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie aus sonstigen Einkünfte im Sinne des § 22 Einkommensteuergesetz), muss Kontoauszüge sogar sechs Jahre lang archivieren.
<p>Grundsätzlich sind zwar die Kreditinstitute zur Erteilung richtiger Auskünfte verpflichtet, jedoch besteht in Anbetracht der Masse der Buchungen auch eine Verpflichtung des Kunden, die Bank zu unterstützen und den Kontoauszug auf seine Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu überprüfen.</p>
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Grundsätzlich sind zwar die Kreditinstitute zur Erteilung richtiger Auskünfte verpflichtet, jedoch besteht in Anbetracht der Masse der Buchungen auch eine Verpflichtung des Kunden, die Bank zu unterstützen und den Kontoauszug auf seine Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu überprüfen.

Kontoauszüge digital speichern mit Onlinebanking

Grundsätzlich sollte man Kontoauszüge aber auch ohne gesetzliche Verpflichtung einige Jahre aufbewahren. Ist doch einmal einer unauffindbar oder abhanden gekommen, kann bei der Bank erneut einen Auszug anfordern. Dies kann unter Umständen etwas kosten, Informationen darüber findet man im jeweiligen Preis- und Leistungsverzeichnis seiner Bank.

Wer sein Konto mithilfe von Onlinebanking führt, kann selbst meist für mehrere Jahre rückwirkend auf die Auszüge online zugreifen und diese ausdrucken. Hierbei gilt: Werden Kontoauszüge elektronisch an den Kontoinhaber übermittelt, sind sie auch in dieser Form aufzubewahren. Wer den elektronischen Kontoauszug ausdruckt und anschließend löscht, erfüllt diese Vorgabe nicht. Viele Banken bieten an, Kontoauszüge digital in einem Online-Postfach bzw. Online-Archiv zu speichern. Alternativ kann man sich diese auch selbst herunterladen und so auf dem Computer papier- und chaosfrei archivieren.

(Mit Material des Bankenverbands)

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