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Jahreswechsel : Silvesterfeuerwerk verursacht viel Feinstaub

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Strontium macht's rot, Barium grün, Holzkohle und Eisenspäne sorgen für gold. Was am Himmel hübsch aussieht, belastet die Umwelt erheblich. Asthmatiker sollten an Silvester lieber im Haus bleiben.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 09:22 Uhr

Raketen, Böller, Knallfrösche – für die meisten Menschen ist das alljährliche Silvesterfeuerwerk eine lieb gewordene Tradition. Für die Umwelt jedoch birgt es ein nicht zu unterschätzendes Problem. Nach altem Brauch sollen damit böse Geister vertrieben werden. Jeder kennt aber auch die Situation, wenn um Mitternacht die Luft „zum Schneiden“ ist, die Augen brennen und es im Hals kratzt. Werden Feuerwerkskörper abgebrannt, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an. Darauf macht das Bundesumweltamt aufmerksam.

Zu großen Teilen besteht der Feuerwerksqualm aus Feinstaub (PM – Particulate Matter, PM10 – Staubteilchen mit einem Durchmesser von 10 Mikrometer). Untersuchungen des Feinstaubs von Feuerwerkskörpern ergaben einen hohen Anteil von Metallpartikeln und Dioxinen. Feinstaub dringt selbst durch kleinste Ritzen, etwa durch Fenster und Türen. Er wird über die Atemluft bis tief in die Lunge inhaliert. Es ist erwiesen, dass Feinstaub sich negativ auf den Gesundheitszustand wirkt.

Auswertungen des Umweltbundesamtes zeigen: Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. PM10-Stundenwerte über 1000 Gramm pro Kubikmeter sind in der ersten Stunde des neuen Jahres in Großstädten keine Ausnahme. Asthmatiker halten sich am besten ausreichend weit von den Abbrennstellen entfernt auf oder bleiben im Haus.

Wer zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchten, sollte – so der Rat der Experten – möglichst wenig böllern. Umweltverträgliche Feuerwerkskörper werden derzeit erprobt. Sie basieren auf Strontiumtetrazolat, einem neuen, stickstoffreichen Metallkomplex. Wie andere klassische Strontium-Salze brennt er leuchtend rot ab und hinterlässt Stickstoff, aus dem fast 80 Prozent der Atmosphäre besteht. Er löst sich also praktisch in Luft auf. Noch ist das umweltverträgliche Feuerwerk aber nicht marktreif, die Kosten sind rund zehn mal höher als gewöhnliche Knallkörper.

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