Serie „Sicherheit“ : Hinter Schloss und Riegel: vier Helferlein für die eigene Sicherheit

Der Unbekannte klingelte, bevor er sich am Schloss zu schaffen machte. /Symbolbild

Wer es Einbrechern schwerer machen möchte, ins Haus einzudrängen, kann z.B. Riegel einbauen.

Nicht immer ist man Einbrechern schutzlos ausgeliefert. Um Türen und Fenster etwa besser zu sicher, gibt es einige Optionen zum Nachrüsten.

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18. Oktober 2018, 14:43 Uhr

Je besser das Zuhause gesichert ist, desto schwerer wird es Einbrechern gemacht. Laut Kriminalstatistik scheiterten in Schleswig-Holstein im Jahr 2016 etwa 40 Prozent aller Einbruchsversuche. Die Tendenz ist steigend. Grund sind nicht allein wachsame Nachbarn, sondern auch der zunehmende Einbau einbruchshemmender Technik. Ob mit Alarmanlagen. Smart-Home-Systemen, Schlössern, Riegeln – Langfingern kann das Handwerk schwer gemacht werden.

Riegel und Beschläge

Fenster und Türen mechanisch zu verstärken, lohnt sich. Zumal die Kreditanstalt für Wiederaufbau Zuschüsse für den Einbau einbruchshemmender Technik zahlt. „Quer- und Sperrriegelschloss sowie Türspion reichen vielfach aus, um eine Tür zu sichern“, erklärt Kriminalhauptkommissar Kay Katzenmeier von der Zentralstelle Prävention des Landespolizeiamts. Sinnvoll sind auch solide Schutzbeschläge mit Zylinderabdeckung, die das Ziehen oder Abdrehen des Schließzylinders erschweren. Türrahmen und Schutzelemente müssen stabil mit dem Mauerwerk verbunden sein.

Bei Fenstern verhindern abschließbare Griffe, dass Einbrecher die Scheibe einschlagen, durchgreifen und aufmachen. Die Griffe bieten jedoch keinen Schutz vorm Aufhebeln der Fensterflügel. Notwendig ist  daher auch ein einbruchshemmender Beschlag. Wer neue Fenster einbaut, sollte nur welche ab der Widerstandsklasse RC 2 verwenden. Bereits bestehende Fenster können mit Pilzkopfverriegelungen oder Zusatzsicherungen wie Fensterstangenschlösser und Bandsicherungen nachgerüstet werden. Katzenmeier: „Wichtig ist der Einbau durch einen Fachmann. Wo welche zu finden sind, darüber informieren wir im Internet.“

Als vergleichsweise sicher gelten Zylinder mit Zieh- und Bohrschutz.
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Als vergleichsweise sicher gelten Zylinder mit Zieh- und Bohrschutz.

 

Türzylinder

In Mehrfamilienhäusern verschaffen sich die Diebe bevorzugt über die Eingangstüren Zugang zu den Wohnungen. Methoden sind dabei, den Schließzylinder aufzubohren oder mit einer eingedrehten Schraube herauszuziehen. Sicher ist ein Zylinder deshalb erst, wenn er einen Zieh- und Bohrschutz hat. Beim Kauf von Zylindern können sich die Käufer an Zertifikaten der Initiative „Vertrauen durch Sicherheit“ (VdS) des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft orientieren, wobei die Sicherheit in Klassen A bis C eingestuft wird. Der eingravierte Buchstabe Z auf dem Zylinder kennzeichnet zusätzlichen Ziehschutz. Bei Zylindern mit jenem Schutz reißt die Schraube  lediglich ein Loch in den Zylinder, der sich aber weiterhin nicht öffnen lässt.

Smart-Home

Ein Smart-Home-System  („kluges Haus“) vernetzt Komponenten, die für Sicherheit im Gebäude sorgen sollen, etwa Bewegungsmelder, Kameras und Außensirenen. Registriert beispielsweise ein Melder eine  Bewegung im Außenbereich, filmt eine Kamera  das Areal. Der Bewohner erhält per App eine Alarmmeldung, kann auf seinem Smartphone mit Live-Bild kontrollieren, was oder wer ums Haus schleicht und bei Bedarf reagieren. „Als alleinige Lösung sind Smart-Home-Systeme aber nicht geeignet, zumal viele günstig angebotene Komplettpakete selbst große Sicherheitslücken aufweisen“, bilanziert  Sicherheitsexperte  Kay Katzenmeier vom  Landespolizeiamt. „Das A und O ist deshalb immer noch die mechanische Grundsicherung.“ Unter anderem ist umstritten, ob die Technologie gegenüber Hackern sicher ist.

Intelligentes Zuhause - Smart Homes lassen sich mit dem Smartphone und Tablet steuern.
geralt, Pixabay

Intelligentes Zuhause - Smart Homes lassen sich mit dem Smartphone und Tablet steuern.

 

Alarmanlagen

Einbruchsmeldeanlagen verhindern zwar keinen Einbruch, erhöhen jedoch das Risiko des Diebs, entdeckt zu werden und haben abschreckende Wirkungen. Wird die Außenhaut des Gebäudes kontrolliert mit Elementen wie  Glasbruchmelder und Magnetkontakten, erfolgt eine Alarmierung noch bevor der Täter eingedrungen ist. Eine Bewachung der Innenräume macht nur Sinn, wenn die Bewohner selbst nicht zu Hause sind. Zum Einsatz kommen vor allem akustische Alarmelder – oder auch ein „stiller Alarm“, bei dem die  Information direkt an eine Hilfe leistende Stelle weitergeleitet wird. Anlagen zum Selbsteinbau sind bei Discountern schon ab 100 Euro erhältlich. Sie lassen sich meist leicht installieren – haben aber ihre Schwächen. Die Polizei empfiehlt daher ausschließlich zertifizierte Einbruchmeldeanlagen der VdS-Klassen A bis C, die nur von einem Fachmann montiert werden sollten. Wer den Einbau einer effektiven Einbruchsmeldeanlage plant, sollte sich bei den polizeilich empfohlenen Fachbetrieben informieren.

 
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