Serie „Sicherheit“ : Die dunkle Jahreszeit bricht an: Gelegenheit macht Diebe

Bei einem 52-jährigen Husumer wurde eingebrochen.

Profis brauchen nur ein paar Minuten: Ein Einbruch geht oft schneller, als man glaubt.

Oft wird es Einbrechern leicht gemacht: Wer seine Wohnung schützen will, sollte einfache Regeln beachten

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18. Oktober 2018, 10:56 Uhr

Der Rat der Polizei zum Schutz vor Einbrüchen ist simpel und lässt sich auf einen Satz runterdrehen: Machen Sie es dem Wohnungseinbrecher schwer! Laut Untersuchungen lässt ein Dieb von seinem Vorhaben ab, wenn er nicht innerhalb von fünf Minuten sein Ziel erreicht und ins auserwählte Gebäude gelangt. Alles, was ihm die Arbeit erschwert, schützt daher. Kriminalhauptkommissar Kay Katzenmeier von der Zentralstelle Prävention des Landespolizeiamts bevorzugt für den privaten Wohnungsbereich mechanische Maßnahmen: „Da nur sie verhindern, dass der Täter gar nicht erst ins Gebäude kommt. Optional können Alarmsysteme dann als Ergänzung dienen.“

Diese Stellen des Hauses sind am anfälligsten

Er listet die Schwachstellen eines Hauses auf: Etwa drei Viertel der Taten geschehen über das Aufhebeln von Fenstern und Türen. Wichtig ist es daher, bei Neu- und Umbauten einbruchshemmende Produkte ab der Widerstandsklasse „RC2“ zu verwenden. Damit ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion von Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag keinen Schwachpunkt gibt.

Tipp: Fenster und Türen nachrüsten

Ältere Fenster oder Terrassentüren können mit sogenannten Pilzkopfverriegelungen als Beschlag nachgerüstet werden. Auch Stangen- oder Querriegel, Bändersicherungen und Fensterzusatzschlösser erhöhen den sogenannten Widerstandszeitwert – ein Wert, der die Zeit misst, die eine mechanische Schutzeinrichtung einem gewaltsamen Angriff Widerstand entgegensetzt. „Unbedingt erforderlich ist die Montage von einem Fachmann“, so Katzenmeier. „Es nützt die beste Verriegelung nichts, wenn der Dieb mit einer Brechstange das ganze Fenster aus der Verankerung bricht.“

Auch das eigene Verhalten trägt viel dazu bei, für mehr Sicherheit zu sorgen. Wer das Zuhause verlässt, sollte nie Fenster oder Terrassentüren auf Kipp lassen. Die Wohnungstür muss abgeschlossen werden, und kein Schlüssel sollte draußen deponiert sein. Einbrecher kennen die üblichen Verstecke.

Mehr Sicherheit: So tun, als sei jemand zu Hause

„Wenn Sie Ihr Haus verlassen, dann suggerieren Sie Anwesenheit“ , rät Katzenmeier weiter. Insbesondere bei einbrechender Dunkelheit ist es hilfreich, dass das Gebäude einen bewohnten Eindruck macht, etwa durch Licht oder ein laufendes Radio. Hier können Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder helfen. Ein Einbrecher klingelt meist erst an der Eingangstür und testet, ob wirklich jemand zu Hause ist. Katzenmeier: „Also stellen Sie die Klingel ab, wenn Sie das Haus verlassen. Dann kann der Dieb nie sicher sein, ob nicht doch noch eine Person im Gebäude ist.“ Wo im Außenbereich die Mülltonne steht oder die Leiter gelagert wird, ist ebenfalls wichtig. Beide Gegenstände können für Einbrecher als Einstiegshilfe dienen, um beispielsweise auf den Balkon zu kommen.

„Ein Hund im Haus passt auf – ein wachsamer Nachbar aber auch“, ergänzt Experte Katzenmeier. Wer ungewöhnliche Beobachtungen macht, solle sich nicht scheuen, sofort die 110 zu wählen. „Wer all diese Regeln beachtet, sorgt dafür, dass er sich sicher in den eigenen vier Wänden fühlen kann.“

 
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