Serie „Sicherheit“ : Abzocke im Internet: Wie die wachsende Vernetzung zur Gefahr für den Nutzer wird

Immer mehr Menschen nutzen das Internet immer intensiver. Doch im World Wide Web lauern auch Gefahren. Wer schaut zu und wer hört mit?

Immer mehr Menschen nutzen das Internet immer intensiver. Doch im World Wide Web lauern auch Gefahren. Wer schaut zu und wer hört mit?

Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber damit haben auch die Gefahren für Nutzer stetig zugenommen. Gefälschte Apps, Phishing-Mails und die Jagd nach den Nutzerdaten.

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25. Oktober 2018, 14:36 Uhr

Osnabrück | Rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland im Alter von mehr als zehn Jahren nutzen das Internet, so das Statistische Bundesamt. Bei den 16- bis 44-Jährigen sind es sogar 100 Prozent. Diese Gruppe nutzt das Internet rund sechs Stunden täglich. Die digitale Welt übernimmt immer weitere Bereiche des Lebens: Online-Shop statt Stadtbummel, Streamingdienst statt herkömmliches Fernsehen und Chat-Programme und Sprachnachrichten anstelle von Verabredungen, Gesprächen und Telefonaten, Roboter statt Staubsauger.

Diese Entwicklung bringt für viele Nutzer ein Plus an Komfort und schneller Unterhaltung zu jeder Tageszeit mit sich – und ein Ende der Digitalisierung und Vernetzung ist nicht absehbar. Denn nicht nur immer mehr Menschen nutzen das Internet: Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner waren im Jahr 2017 weltweit 8,3 Milliarden vernetzte Geräte in Gebrauch. Im Jahr 2020 sollen es laut Schätzungen 25 Milliarden Geräte sein – ohne Smartphones, Tablets und Computer. 

Mehr Komfort im Austausch für persönliche Daten

Bruce Schneier, US-amerikanischer Experte für Computersicherheit, bereitet diese Entwicklung große Sorgen. In seinem Buch mit dem Titel „Klicke hier, um alle zu töten“ vertritt er die Meinung, dass der großen Mehrheit der Menschen – Nutzer und Politiker gleichermaßen – das Verständnis für die großen Risiken fehle, die die fortschreitende Vernetzung der Menschen und Gegenstände mit sich bringt. Und er kritisiert das Wort „smart“, das seit einigen Jahren vor die Bezeichnung zahlreicher Geräte mit einer Internetverbindung gesetzt worden ist. „Ein Fernseher ist ‚smart‘, wenn er konstant Daten über die Sehgewohnheiten des Nutzers sammelt, um das TV-Erlebnis zu verbessern“, so Schneier.

Dass die Nutzer den technischen Komfort oft mit ihren Daten bezahlen, beten die Datenschutzbeauftragten der Bundesländer seit Jahren vor. Doch es scheint, als wäre ein großer Teil der Nutzer durch Meldungen über angegriffene Server und gestohlene Daten abgestumpft.

Die zunehmende Vernetzung und Online-Dauerpräsenz sehen auch Ermittlungsbehörden skeptisch. So teilte das Bundeskriminalamt in seinem Bundeslagebild 2017 mit, dass die zunehmende Bedeutung der Computer und Vernetzung für Unternehmen, Behörden und für den privaten Bereich die Manipulations- und Angriffsmöglichkeiten vergrößere. Die polizeiliche Kriminalstatistik weist für das Jahr 2017 108 510 Cyber-Straftaten aus. Allerdings schätzt der Bund Deutscher Kriminalbeamter die Dunkelziffer auf 90 Prozent. Diese Zahl sei so hoch, weil viele Opfer ihre Schäden aus Scham nicht meldeten. Der Branchenverband Bitkom schätzt den jährlichen Schaden für Unternehmen durch Computerkriminalität auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Wer ohne Abzocke durch das Netz surfen möchte, kann sich selbst und seine Geräte vor Angriffen schützen.

Übersicht: Wo lauern die größten Gefahren im Internet?

 

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