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Teurer Strom : Schleichende Preiserhöhungen im Frühjahr

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Viele Stromanbieter hatten zum Jahreswechsel auf Preisanpassungen verzichtet. Bis April wollen viele Grundversorger das jetzt nachholen. Wer künftig mehr zahlen soll, der hat ein Sonderkündigungsrecht. Viele Portale bieten Preisvergleiche.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2014 | 13:20 Uhr

Zum Jahreswechsel haben eine Reihe von Stromversorgern stabile Preise versprochen. Nun holen mehr als 300 Anbieter nach: Für Februar, März und April haben insgesamt 80 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich vier Prozent angekündigt, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Für einen normalen Haushalt entspricht dies Mehrkosten im Jahr von etwa 44 Euro jährlich. Rund fünf Millionen Haushalte sind demnach betroffen.

Als Hauptgrund wurde die Erhöhung der EEG-Umlage von 5,27 Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde angegeben. Kritiker der Preiserhöhungen verweisen auf die gesunkenen Beschaffungspreise der Versorger. Denn diese sind laut Statistischem Bundesamt zwischen Januar 2013 und Januar 2014 um rund 15 Prozent gesunken.

Aus diesem Grund hatte eine Reihe von Versorgern Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Preise nicht zu erhöhen. „Angesichts der zahlreichen Strompreiserhöhungen im Frühjahr wird deutlich, dass hier teilweise auf Zeit gespielt wurde“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Preiserhöhungen sind für Verbraucher in der Regel ein deutliches Signal, sich nach einem günstigeren Stromanbieter umzusehen. Daher haben die Versorger ein großes Interesse daran, diese möglichst unbemerkt über die Bühne zu bekommen.“

Wer jetzt eine Nachricht über eine Preiserhöhung bekommt, solle sich daher nach einem günstigeren Versorger umsehen. „Besonders einfach und lohnenswert ist das für alle Verbraucher, die sich noch nie um einen günstigeren Stromtarif gekümmert haben. Dann werden sie zu den Konditionen der Grundversorgung beliefert. Dieser Tarif hat eine kurze Kündigungsfrist, man kommt also schnell heraus. Gleichzeitig ist die Grundversorgung der teuerste Tarif und der Wechsel kann durchschnittlich 300 Euro einsparen“, erläutert Lengerke.

In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Abmeldung beim bisherigen Versorger, man muss also nicht selbst kündigen. Wer schon einmal gewechselt und einen Vertrag mit längeren Laufzeiten und Kündigungsfristen gewählt hat, sollte im Falle einer Preiserhöhung vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und selbst kündigen.

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