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Tipps & Trends

17. Dezember 2017 | 11:19 Uhr

Richtiger Schutz vor Fahrrad-Diebstahl

vom

Die Hausratsversicherung zahlt nur, wenn das Rad ordnungsgemäß gesichert war / Experten empfehlen ein Bügelschloss

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Fahrraddiebe stehlen täglich rund 900 Räder in Deutschland, also 38 pro Stunde oder 328 500 im Jahr. Der Norden ist davon nicht ausgenommen. Hier verschwanden im vergangenen Jahr laut Landeskriminalamt 16 796 Zweiräder - 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Und das sind nur die gemeldeten Fälle.

Ist der Drahtesel erst einmal weg, wird der Dieb nur in den seltensten Fällen gefasst. Die Aufklärungsquote liegt unter zehn Prozent. Eine auf Langfinger abschreckende Wirkung hat eine Codierung des Rades, denn diese erschwert nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs den Weiterverkauf etwa auf Flohmärkten oder im Internet. Hierbei verewigt eine Graviermaschine oder ein spezieller Aufkleber einen verschlüsselten personenbezogenen Code auf dem Rahmen des Fahrrads.

Für den rechtmäßigen Besitzer empfiehlt sich auch ein "Fahrrad-Pass" mit dem Code, einem Foto des Rades und der Anschrift des Halters. Vorteil: Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer und können ihn im Falle eines Diebstahls informieren. Neuerdings gibt es sogar einen Fahrrad-App. Vorteil: Es können alle Daten, die zur Identifizierung und für die Suche nach dem Eigentümer wichtig sind, problemlos gespeichert werden: die Rahmen- und Codiernummer, Angaben zu Radtyp, Hersteller und Modell, eine genaue Beschreibung des Fahrrads samt Fotos. Darüber hinaus lassen sich die Angaben mehrerer Räder über die App problemlos verwalten. Alle Daten können ausgedruckt oder per Mail im Textformat oder als PDF-Anhang verschickt werden, zum Beispiel, um sie im Notfall sofort an die Polizei beziehungsweise den Versicherer weiterleiten zu können (Download unter www.polizei-beratung.de)

Absoluten Schutz bietet jedoch kein noch so ausgeklügeltes System. Daher kann für Besitzer von sehr teuren Rädern auch die Versicherung des Drahtesels Sinn machen. Den Wiederbeschaffungswert ersetzt eine Hausrat-Versicherung, wenn Diebe das Rad aus dem Keller oder der Wohnung entwenden. "Die Hausrat police kann gegen einen geringen Aufpreis so erweitert werden, dass alle Räder der Familie versichert sind", sagt Stephan Gelhausen vom Infozentrum der deutschen Versicherer. Was dann im Fall eines Diebstahls tatsächlich bezahlt wird, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. So können bis zu fünf Prozent der Hausrat-Versicherungssumme vereinbart werden. Beträgt diese 30 000 Euro, bekommt man zwischen 300 Euro und 1500 Euro als Schadenersatz. Das dürfte ausreichen, um ein sogenanntes Standard-Bike neu zu kaufen. In jedem Fall gilt: Versicherungen zahlen nur, wenn das Rad mit einem eigenständigen Schloss gesichert war, als Diebe es unrechtmäßig entführten.

Ob es sich nun um Gelegenheitsdiebe oder organisierte Banden handelt - laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bieten stabile Schlösser den besten Schutz, wobei teuer nicht gleich sicher bedeutet. Bei Tests haben Bügelschlösser am besten abgeschnitten. Panzerkabel und Kettenschlösser gewährleisten in den seltensten Fällen ausreichenden Schutz, die lange üblichen Spiralschlösser verspotten die Tester gar als "Geschenkbänder für Diebe".

Die Polizei hat einige Tipps, wie man potenzielle Fahrrad-Entführer zumindest abschrecken kann:

Rad und Rahmen des Fahrrads sollten stets an einem festen Gegenstand angekettet sein - auch in Fahrradstellräumen. Ein gutes Schloss an einem Maschendrahtzaun macht keinen Sinn.

Man kann außerdem gut sichtbar den Aufkleber "Finger weg - Mein Rad ist codiert!" anbringen. Die Polizei bietet Codier-Kampagnen an. Der alphanumerische Code mit chiffrierten Informationen über den Besitzer kann von vielen Fundämtern und den Polizeidienststellen decodiert werden. Dieser Code wird in den Rahmen eingraviert und kann nur schwer entfernt und auch mit Hilfe der Kriminaltechnik wieder sichtbar gemacht werden.

Bei Diebstahl heißt es: Anzeige bei der Polizei erstatten und den Kaufbeleg beziehungsweise den Fahrradpass als Eigentumsnachweis vorlegen. Von der Polizei bekommt man für die Versicherung ein Formular, welches man ihr umgehend zuschicken muss. Termine für Codierungsaktionen im Internet unter: www.fahrradcodierer.de

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