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Tierische Wintermode : Warm und schick: Mäntel für Hunde

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Fell allein reicht nicht mehr: Viele Herrchen statten ihre Hunde mit Wintermänteln aus. Tierschützer halten das nur in Ausnahmefällen für notwendig.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 15:53 Uhr

Hamburg | Die Temperaturen sind im Keller, der erste Schnee ist gefallen und die Modenschau auf deutschen Hundewiesen und Gehwegen hat begonnen. Die Laufstegschönheiten tragen mal schicke Outdoor-Jäckchen, mal trendige Strickpullover - und sie haben vier Pfoten. Früher eher eine Ausnahme, hat Winterbekleidung für Hunde in Deutschland Einzug gehalten. Und zwar nicht nur bei den kleinen Schoßhündchen, deren Bäuche dem gefrorenen Erdreich so bedenklich nahe kommen. Auch Besitzer von hüfthohen Wachhunden greifen immer häufiger zum Wintermantel. In Paris, New York und Mailand gibt es Catwalks. Im deutschen Winter eher Dogwalks.

„Sie mag das. Sie wackelt dann immer so mit ihrem Hinterteil“, sagt Adrianne Straub mit Blick auf ihre Hündin Donna. Die Kurzhaardackel-Dame steckt in einem schwarz-rot-grauen Strickoberteil, Hosenträger inklusive. Ein angedeuteter Rock akzentuiert den Hüftschwung. Straub hat die Kreation selbst gestrickt. Ebenso jene für ihre zwei weiteren Dackel, mit denen sie an der Hamburger Alster unterwegs ist. „Wir haben auch gekaufte Mäntel, aber dafür ist es noch nicht kalt genug“, sagt Straub. Die Tiere seien so nah am Boden, da sei ein Kälteschutz schon sinnvoll.

Wer sich in den einschlägigen Fachgeschäften umhört, erfährt, dass viele Hundebesitzer ähnlich denken. Sandra Neuwerck hat deshalb gerade neue Pullover bestellt. „Sobald es kälter wird, kommen viele Kunden“, sagt die Filialleiterin von „V.I.Pets“ im noblen Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Wer möchte, kann hier für eine Kombi aus wärmender Weste und Regencape mehr als 300 Euro auf den Tisch legen. „Der Markt hat mittlerweile eine große Bandbreite“, erklärt Neuwerck.

Noch etwas neuer sei, dass auch größere Hunde mit Winterkleidung ausstaffiert würden. „Mode spielt dabei gar nicht so eine große Rolle. Es soll vor Nässe und Kälte schützen.“ Ihr eigener Hund Jamali, ein prächtiger Rhodesian Ridgeback, habe daher von Anfang an einen funktionalen Mantel bekommen. Bei Rassen ohne wärmende Unterwolle im Fell sei das sinnvoll.

„Das mit den größeren Hunden hat so in den vergangenen drei Jahren angefangen“, bestätigt auch Tina Rudolf vom Stuttgarter Laden „Stilhund“. Ähnliches berichtet Ulrike Schubert von der Hundeboutique „Dogs an der Kö“ in Leipzig. Auch ein Grund: Viele Hundebesitzer lassen ihre Lieblinge mittlerweile während der Arbeit professionell betreuen. Und in vielen Hundetagesstätten seien Mäntel Pflicht, egal ob kleiner Fiffi oder mächtiger Jagdhund.

„Wir haben es da mit einem gesellschaftlichen Wandel zu tun“, erklärt Udo Kopernik, Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen in Dortmund. Hundekleidung habe es aber im Grunde schon immer gegeben - Stichwort Dackeldecke. „Es liegt eher daran, dass die Hunde die Städte erobert haben“, sagt Kopernik. Mehr Zeit in beheizten Wohnungen bedeute weniger Anpassung an den kalten Winter. Und Rassen ohne Unterwolle seien eben auch „weniger isoliert“. In bestimmten Fällen hält er die Mäntel für angebracht.

Tierschützer betrachten den Trend zum Hundemantel zurückhaltend. „Der Mantel sollte eher die Ausnahme als die Regel sein“, meint Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Solche Sonderfälle seien Hunde mit kurzem Fell, Krankheiten oder hohem Alter. Dass hinter der Mode für den Vierbeiner auch eine starke Industrie steckt, sei klar - immerhin gebe es mehr als fünf Millionen Hunde in Deutschland. „Bei gesunden Hunden reicht das Fell in der Regel aber aus“, sagt Tünte.

Teil dieser Industrie ist Geraldine Schmidt, Geschäftsführerin von „Bigdog24“ im bayerischen Walchensee. Mit der Firma vertreibt sie die Marke „Stock+Stein Wear“. Und verspricht: Die genutzte Wärmewattierung sei schon bei arktischen Expeditionen zum Einsatz gekommen. Ihr teuerstes Modell schlägt mit 299 Euro zu Buche. In Sachen Qualität muss sich Hund bei Outdoor-Jäckchen nicht mehr hinter seinem Herrchen verstecken. Womöglich hat er es sogar schon überholt - auch was die Auswahl angeht. „Wir bieten 14 verschiedene Größen an“, sagt Schmidt. „Die größte Größe ist XXL plus. Das reicht für ein kleines Pony.“ 

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