Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark : Tipps für einen Urlaub mit Camping in Skandinavien

Feuer machen erlaubt:  Camping-Urlauber in Finnland können die Schönheit der Natur ganz bodenständig erleben. /VisitFinland
Feuer machen erlaubt:  Camping-Urlauber in Finnland können die Schönheit der Natur ganz bodenständig erleben. /VisitFinland

An der Küste, am See, am Flussufer oder im Wald: Skandinavien zählt zu den beliebtesten Campingzielen. Tipps für einen entspannten Urlaub im Norden.

shz.de von
10. Mai 2018, 06:58 Uhr

In einem Zelt am Ufer schlafen, selbst gefangenen Fisch zubereiten und das dafür benötigte Feuerholz im Wald nebenan sammeln. Am nächsten Tag dann ein atemberaubender Blick über die Landschaft und ein romantischer Sonnenaufgang - so stellen sich viele den perfekten Campingurlaub in Skandinavien vor. Damit der Urlaub genauso schön wird wie in der eigenen Vorstellung, sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Skandinavien ist groß - wohin soll die Reise gehen?

Etwa 1.500 offizielle Campingplätze gibt es in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. Zählt man die nicht registrierten Plätze mit, kommt man sogar auf mehr als 2.000. Je nach Ausstattung sind die Plätze in Kategorien mit bis zu fünf Sternen eingeteilt, wobei die Sterne je nach Reiseland unterschiedlich vergeben werden. In Norwegen zum Beispiel bedeuten fünf Sterne, dass auf dem Gelände ein Geschäft und ein Aufenthaltsraum für Kinder vorhanden sind oder in der Hauptcampingzeit 24 Stunden am Tag ein Verantwortlicher anzutreffen ist.

Eine Frage des Geldes - Zelt oder Wohnmobil?

Die Kosten für einen Übernachtungsplatz sind die gleichen. Wohnmobile sind im Vergleich zum Zelt aber natürlich viel teurer in Anschaffung oder Miete. Da Campingplätze oft abseits der Bus- und vor allem Bahnstrecken liegen, sind sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Mit einem Pkw oder Wohnmobil ist man flexibler. Wer mit einem Wohnmobil reist, muss dieses aber fahren können - und Zeit einplanen. „In Norwegen gilt Tempo 80 auf Landstraßen, die Straßen sind oft nicht sehr breit und auch kurvig“, sagt Hilke von Hoerschelmann vom norwegischen Fremdenverkehrsamt.

Ist Wildcampen erlaubt, oder muss ich immer zu einem Campingplatz?

Zumindest in Schweden, Norwegen und Finnland ist Wildcampen erlaubt. Dort darf jeder sein Zelt in der Natur aufschlagen, solange er dort keine Schäden hinterlässt oder auf bewirtschafteten Flächen oder Privatgrundstücken übernachtet.

Ausblick auf die nordische Wildnis: In Norwegen gilt das Jedermannsrecht. Wer sich an bestimmte Regeln hält, darf überall sein Zelt ausschlagen. /www.visitnorway.com
Samuel Taipale
Ausblick auf die nordische Wildnis: In Norwegen gilt das Jedermannsrecht. Wer sich an bestimmte Regeln hält, darf überall sein Zelt ausschlagen. /www.visitnorway.com
 

Wo ist das Camping am bequemsten?

Im Verhältnis zur Fläche hat Dänemark das umfangreichste Angebot. Vor allem Kinder kommen hier auf ihre Kosten: „Die großen, aufblasbaren Hüpfkissen für Kinder jeden Alters sind geradezu ein Markenzeichen dänischer Campingplätze“, sagt Marion-Maxi Hartung vom ADAC Verlag. „Babywickelräume sind Standard ebenso wie Aufenthaltsräume, die manchmal schon so etwas wie Wohnzimmeratmosphäre vermitteln.“ Für Schweden gilt: „Je weiter in den Norden die Reise geht, desto einfacher und mehr auf das oft grandiose Naturerlebnis ausgerichtet sind die Campingplätze.“ Das trifft auch in Finnland zu. Auch Norwegen setzt größtenteils nicht auf Rundum-Bespaßung.

Wo wird man nicht von anderen Campern gestört?

Die skandinavischen Länder sind Campingländer. Ruhe findet man also nur abseits der bekannten Reiserouten und der Ferienzeit. Im Hauptferienmonat Juli sind die Plätze an der Küste Südnorwegens stark von einheimischen Touristen belegt. Auch die Schweden campen gerne im eigenen Land, ihr Anteil liegt bei 77 Prozent. Auf Plätzen entlang der Hauptrouten sollte man frühzeitig reservieren. Sabine Klautzsch vom schwedischen Fremdenverkehrsamt empfiehlt den August als Reisemonat: „Da ist es immer noch warm, und die meisten Schweden sind bereits wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt.“

Camping am Fjord: Wer mit dem Wohnmobil durch Norwegen reist, kommt bequem an schöne Orte in der Natur. /www.visitnorway.com
Turid Sande Beinnes
Camping am Fjord: Wer mit dem Wohnmobil durch Norwegen reist, kommt bequem an schöne Orte in der Natur. /www.visitnorway.com
 

Wer Vorräte einpackt, spart Geld

Obwohl Skandinavien teuer ist, sind die Campingplätze vergleichsweise günstig. Zwischen 20 und 30 Euro pro Zelt- oder Stellplatz und Nacht kosten durchschnittliche Übernachtungen in den niedrigeren Kategorien. „Preislich gehören Schwedens Campingplätze zu den günstigsten im europäischen Vergleich“, sagt Hartung. Norwegen liegt in etwa gleich auf. In Finnland muss man etwas mehr auf den Tisch legen, genauso wie in Dänemark. Weil die Lebenshaltungskosten vor allem in Schweden und Norwegen aber leicht doppelt so hoch sind wie in Deutschland, lohnt es sich, Vorräte einzupacken.

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