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Thailand will Touristen Reisekrankenversicherung vorschreiben

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Bangkok (dpa/tmn) - Thailand will ausländische Touristen verpflichten, vor der Ankunft eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Das Tourismusministerium bestätigte am Dienstag (13. August) entsprechende Medienberichte.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 01:22 Uhr

Bangkok (dpa/tmn) - Thailand will ausländische Touristen verpflichten, vor der Ankunft eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Das Tourismusministerium bestätigte am Dienstag (13. August) entsprechende Medienberichte.

Wer in Thailand Urlaub machen will, soll eine Reisekrankenversicherung abschließen. Damit soll das thailändische Gesundheitswesen entlastet werden. Die Versorgung verunglückter Touristen ohne Krankenversicherung kostet das Land den Angaben nach im Jahr 200 Millionen Baht (4,8 Millionen Euro). Der Großteil der Touristen müsse nach Motorradunfällen versorgt werden.

«Die Details sind noch offen», sagte ein Ministeriumssprecher. Möglich sei, vor den Einreiseschaltern Krankenversicherungspolicen zu verkaufen, oder den Abschluss oder Nachweis einer Versicherung mit dem Kauf eines Flugtickets zu verbinden.

Thailand verzeichnet pro Jahr rund 22,3 Millionen ausländische Besucher. Die meisten kommen aus China (2,8 Millionen) und Malaysia (2,6 Millionen), gefolgt von Japan, Russland und Korea. Aus Deutschland kamen 2012 etwa 680 000 Touristen. Die Zeitung «Nation» berichtete, die neue Regelung solle zunächst nur für Touristen gelten, die ein Visum in thailändischen Botschaften beantragen müssen. Weder Deutschland noch eines der fünf Länder mit den meisten Touristen gehört aber dazu. Nach Angaben des Sprechers ist Ziel, das alle Touristen eine Versicherung haben.

Kritik kommt aus der Tourismusbranche: Das Vorhaben sei «ein lächerliches Projekt», sagte Luzi Matzig vom Reiseveranstalter Asian Trails. Thailand habe im vergangenen Jahr an ausländischen Touristen nach Schätzungen umgerechnet 23 Milliarden Euro verdient. Der Betrag für unbezahlte Krankenhausrechnungen sei dagegen verschwindend gering.

Artikel in der «Nation» (eng.)

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