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Inlinerunde durchs Grenzland bei Flensburg : Schwarzbunt, Rapsgelb und Meerblau

vom

Hügelig und gut geteert - bei Flensburg kann man auf Inlinern durch die schöne Landschaft an der Grenze düsen. Vorausgesetzt, man kann gut bremsen.

von
erstellt am 19.05.2012 | 06:30 Uhr

Harrislee | Schwarzbunt blicken acht Augen auf acht Rollen. Wirklich oft sehen sie hier wohl keine Inline-skater, die Kühe im Grenzland nördlich von Flensburg. Wer hier fährt sollte nicht zum ersten Mal auf den Rollen stehen, denn das stetige Auf und ab der Landschaft sorgt für ordentlich Abrieb auf den Bremsen – und bringt die Inliner auf schnelles Tempo.

Die Kühe auf der Wiese bei Niehuus sind da etwas langsamer unterwegs, trotten neugierig zum Gatter und gucken. Viel mehr Einheimische trifft man hier kaum, zwischen Harrislee und dem Grenzörtchen Niehuus. Einen Bauer auf seinem Trecker, einen Hund, der sein Frauchen Gassi führt, ansonsten fast völlige Einsamkeit. Gut so, denn die Strecke lohnt sich nur, wenn man ungestört die vielen Hänge hinabwedeln kann.

Los geht es mit der Runde aber erstmal mit etwas Autolärm und Bürgersteigpflaster. Parken kann man auf dem Pendlerparkplatz am Harrisleer Kreuz. An einer Umgehungsstraße geht es zunächst in Richtung Padborg. Wer Harrislee auslassen möchte, kann hier auch weiterfahren bis zum Ochsenweg, verpasst dann aber die süße Gemeinde mit witzigen Marktplatz-Skulpturen. Vom Marktplatz aus geht es die Süderstraße und den Pattburger Bogen weiter, bis man auf die Straße in Richtung Niehuus trifft, die sich  malerisch durch die Rapsfelder und Kuhweiden zieht. Es duftet so herrlich nach Flieder und Raps dort, dass es fast schon zu schade ist, die Strecke so schnell bergab zu rollen.

Unten wartet aber schon der haubentaucherreiche Niehuussee, an dem man auf einem Holzsteg eine kleine Pause einlegen kann – denn gleich geht’s steil bergauf. Ich habe noch keine Art gefunden, elegant eine solche Steigung hinaufzukraxeln und begnüge mich daher mit einem trotzigen Stolperschritt, der am besten mit leichtem Dauergrummeln funktioniert. An der Kreuzung grummelnd nach rechts stolpern, dann gleich wieder nach links und schon sieht man, dass sich die Plackerei nicht nur für das Schenkeltraining gelohnt hat: Weit ist der Blick über das Tunneltal, das von der Eiszeit so zurecht gequetscht worden ist.

Bevor es weiter in Richtung Meer geht, muss man nur noch einmal kraxeln, dann führt der geteerte Waldweg Neuwaldeck nach rechts zur Straße Richtung Badeort Wassersleben. Den Bürgersteigweg hinab zum Meer kann man leider nur bremsend und wedelnd genießen, denn die Ureinwohner des Ortes fanden es besonders entzückend, ihre Bürgersteigsteine parallel zu verlegen, so dass man Gefahr läuft, mit den Rollen dazwischen zu geraten. Der Strand von Wassersleben lädt zu einem kühlenden Fußbad ein, wenn man nicht ganz in die Ostsee springen möchte. Es empfiehlt sich ja ohnehin, immer ein Handtuch dabei zu haben.

Mit dem Strand verlässt man leider auch die Idylle: Es geht jetzt nur noch bergauf und dann auch noch auf Bürgersteigen. Wer mit dem Bus angekommen ist, kann die Runde schon hier ohne große Verluste beenden. Für alle anderen führt der Weg zum Auto an der Apenradener und Sonderburger Straße wieder hoch zum Auto.

Kurz-Infos
  • Länge: etwa 14,5 Kilometer
  • Schwierigkeit: Nicht für Anfänger! Gute Berg-Kenntnisse nötig.
  • Belag: Weitestgehend guter Teer, In Harrislee und Wassersleben Bürgersteig-Steine, In Flensburg Gehwegplatten.
  • Pausen: Steg am Niehuus-See, Strand in Wassersleben
  • Abstecher: In Niehuus um den See herum fahren und weiter in Richtung dänische Grenze. Dort verbindet „Den krumme vej“ die Länder, ein alter und so derartig knubbeliger Kopfsteinweg, dass man unbedingt Schuhe anziehen sollte. An diesem Übergang steht angeblich der letzte Schlagbaum dieser Grenze. Ist aber oben.
  • Noch ein Abstecher: In Wassersleben links am Fleggaard-Markt vorbei nach Kupfermühle mit seinen süßen gelben Häusern.
  • Alternativ: Route mit dem Fahrrad.
 
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