Campen im Winter : Mit dem Wohnmobil rein in den Schnee

<p>An einem warmen Feuer kann man es auch im Winter etwas länger draußen in der Kälte aushalten.</p>

An einem warmen Feuer kann man es auch im Winter etwas länger draußen in der Kälte aushalten.

Ein neuer Trend: Auch bei Minusgraden im Campingfahrzeug statt im Hotel oder der Pension übernachten. Sechs Tipps fürs Camping bei Minusgraden.

shz.de von
11. Februar 2018, 04:02 Uhr

1. Die Planung

Schon für die Auswahl des Campingplatzes sollte man sich etwas Zeit nehmen. Speziell für Wintercamping ausgerichtete Plätze bieten neben geschlossenen und beheizten Sanitäranlagen auch Trockenräume für die Skiausrüstung. Einige Plätze bieten auch einen Gasflaschen-Tausch. Sommers wie winters bewährt sind kleine Campingshops auf dem Platz, wo man eventuell noch ein paar Kleinigkeiten nachkaufen kann, die man bei der Planung vergessen hat.

2. Das wintertaugliche Camping-Fahrzeug

Niemals ohne Winterreifen in der kalten Jahreszeit in die Alpen reisen! Das ist hoffentlich klar. Man sollte die eigenen Fähigkeiten aber auch nicht überschätzen. Mit dem Wohnwagen durch die Alpen ist schon im Sommer eine Herausforderung – bei Eis und Schnee allerdings selbst für Profis kaum zu bewerkstelligen. Hier einige Tipps von der ARAG Versicherung:

  • Wenn es rutschig wird, den Wohnwagen besser abkoppeln und schieben oder mit dem Mover an den Platz rangieren.
  • Auf richtiges Beladen achten! Mit schwerem Gefährt oder Anhänger wirkt sich eine ungleiche Gewichtsverteilung bei Glätte besonders stark aus.
  • Vorher Abschleppmöglichkeiten, Starthilfe und Schneeketten testen oder sich zumindest gut informieren, wie es geht. Im Ernstfall klappen die Handgriffe nicht immer beim ersten Mal.

Wohnwagen sind daher eher ungeeignet. Wer auch im Wohnmobil weiß, dass die Straßen bis zum Campingplatz nicht „schwarz“ geräumt sind, sollte unbedingt auch Schneeketten dabei haben.

3. Die Heizung – das A & O beim Wintercamping

Beim Camping im Winter ist eine zuverlässige Heizung unverzichtbar. Die Heizung des Gefährts mit Propangas ist bei Wintercampern am verbreitetsten. Und das aus gutem Grund, denn mit Propangas gibt es auch bei Tiefsttemperaturen keine Vereisungsprobleme. Man sollte aber unbedingt daran denken, dass man im Winter einen viel höheren Gasverbrauch hat als im Sommer. Also besser eine Gasflasche mehr mitnehmen! Ist kein Gasfüllstandsanzeiger in der Bordelektronik integriert, sollte man mittels Gaswaage oder Gas-Checker vorab und auch während des Aufenthalts die Gasvorräte regelmäßig prüfen. Bei Nacht kann man die Heizung in aller Regel drosseln und so etwas Gas sparen. Man sollte aber das Umluftgebläse der Heizung eingeschaltet lassen, sonst frieren über Nacht eventuell die Wasserschläuche ein.

<p>Der Gefrierpunkt von Butan-Gas liegt bei minus 135 Grad Celsius, der von Propan-Gas bei minus 187 Grad Celsius.</p>
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Der Gefrierpunkt von Butan-Gas liegt bei minus 135 Grad Celsius, der von Propan-Gas bei minus 187 Grad Celsius.

 

4. Wasserversorgung

Wer bei Temperaturen um den Nullpunkt oder niedriger campt, sollte sicherstellen, dass die Wasserleitungen nicht einfrieren können. Beheizte Wassertanks sorgen dafür, dass es nicht zu Einfrierungen oder gar möglichen Frostschäden in der Wasseranlage kommt. Damit der Boiler nicht einfriert, wenn das Fahrzeug länger steht, haben viele Boiler einen Frostschutzwächter. Eine tolle Erfindung, die allerdings auch einen Haken aufweist: Hat die Umgebungstemperatur nicht mindestens 4 Grad Plus, öffnet sich das Ventil des Boilers automatisch und das Wasser läuft heraus. Daher: Unbedingt eine Stunde vor dem Befüllen des Boilers die Bord-Heizung anschalten!

5. Stromversorgung

In kaltem Zustand bringt die Bordbatterie weniger Leistung. Ist die Batterie an einem weniger beheizten Ort im Fahrzeug untergebracht, hält sie nicht so lange wie gewohnt. Wenn irgend möglich, sollte man im Winter also an den Landstrom gehen. Um Gas fürs Heizen zu sparen, sollte man den Kühlschrank  mit externem Strom laufen lassen. Die Bordbatterie könnte das schnell überfordern. Vor allem, wenn man einige Tage an einem Platz steht, lohnt sich ein fester Stromanschluss.

6. Vorzelt

Ein Vorzelt bietet viele Vorteile: Es dient als Klimaschleuse. Außerdem ist das Vorzelt eine tolle Stauraum-Erweiterung, weil man hier Ski und Stiefel unterbringen kann. Praktisch: Für Kaltgetränke kann es außerdem als zusätzlicher Kühlschrank dienen. Wer gerne draußen sitzt, aber nicht frieren mag, kann das Vorzelt als Terrasse nutzen und dem Schneetreiben ganz gemütlich zuschauen. Richtig gemütlich wird es laut ARAG Experten aber nur, wenn man fürs Vorzelt eine Zusatzheizung dabei hat.

<p>Ein vor den Wohnwagen gespanntes Vorzelt kann gut als Temperaturschleuse dienen. </p>
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Ein vor den Wohnwagen gespanntes Vorzelt kann gut als Temperaturschleuse dienen.

 
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