Tip in Hotel, Restaurant & Co. : Knigge auf Reisen: Trinkgeld geben im Ausland

<p>Als Faustregel innerhalb Europas kann gelten: Je weiter nördlich man reist, umso weniger Trinkgeld wird erwartet; je weiter südlich, umso stärker ist die Trinkgeldkultur ausgeprägt.</p>

Als Faustregel innerhalb Europas kann gelten: Je weiter nördlich man reist, umso weniger Trinkgeld wird erwartet; je weiter südlich, umso stärker ist die Trinkgeldkultur ausgeprägt.

Andere Länder, andere Sitten. Dies gilt auch für die Trinkgeld-Kultur. In welchem Land erwartet man wie viel und wo wird es sogar gänzlich als Beleidigung empfunden? Hier gibt es die Antworten.

Karen Bartel von
18. Juni 2018, 04:33 Uhr

Geben oder nicht geben – und wie viel: Das ist hier die Frage. Beim Thema Trinkgeld scheiden sich die Länder und Kulturen. Damit man im nächsten Urlaub nicht ins Fettnäpfchen tritt, gibt es hier eine Übersicht über die Trinkgeld-Knigge einiger beliebter Urlaubsländer und Tipps, wie es beispielsweise auch in Hotels oder auf Kreuzfahrten gehandhabt werden sollte.

Oft ist es schwer einzuschätzen, wie viel Trinkgeld man geben sollte. Hierzulande sind etwa fünf bis zehn Prozent des Rechnungbetrags ein guter Richtwert. Doch wie sieht das im Ausland aus? Diese Frage ist meist abhängig von den Sitten und Gebräuchen des jeweiligen Landes. In den USA heißt es immer „Tip is not included“ (Trinkgeld ist nicht inbegriffen) und es ist geradezu Pflicht, für die Serviceleistungen in Form von Trinkgeld extra zu zahlen. Wer diese Regel ebenso in Asien anwendet, liegt jedoch total daneben: Denn eine solche Zuwendung gleicht fast einer Beleidigung. Experten der Arag Versicherung wissen, was Touristen beachten sollten und geben folgende Ratschläge:

Für Kofferträger und Zimmermädchen: Wie im Hotel Trinkgeld gegeben werden sollte

In der Hotelbranche ist nicht nur das Urlaubsland ausschlaggebend für die Höhe des Trinkgelds, sondern auch die Hotelkategorie selbst. Wer in internationalen großen Hotels residiert, von dem wird für den Kofferträger ein Euro pro Gepäckstück erwartet und fünf Euro pro Woche für das Zimmermädchen. Bei einem Aufenthalt in weniger luxuriösen Hotels darf es auch weniger sein.

Beim Trinkgeld für die Zimmermädchen sollte man darauf achten, dass man es richtig platziert. Liegt es nämlich an der falschen Stelle im Zimmer, ist nicht klar, ob das Geld dort explizit als Trinkgeld zurückgelassen wurde. Daher direkt auf das Kopfkissen oder den Nachttisch legen. Doch auch dort wird es nicht immer angenommen. Die beste Methode ist, das Trinkgeld persönlich zu übergeben.

<p>Trinkgeld gleich zum Rechnungsbetrag hinzufügen, auf dem Tisch liegen lassen oder persönlich übergeben? Nicht in jedem Urlaubsland ist das gleich.</p>
imago / CHROMORANGE

Trinkgeld gleich zum Rechnungsbetrag hinzufügen, auf dem Tisch liegen lassen oder persönlich übergeben? Nicht in jedem Urlaubsland ist das gleich.

 

Trinkgeld auf Kreuzfahrten: Servicepauschale bereits inbegriffen?

Eine Kreuzfahrt ist meist eine kostspielige Angelegenheit. Daher sollte vorher beim Anbieter abgeklärt werden, ob eine Servicepauschale bereits einthalten ist, oder nicht. Sonst droht womöglich ein böses Erwachen bei der Abrechnung am Ende der Reise. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat beschlossen, dass Kreuzfahrer die Servicepauschale nicht zahlen müssen, wenn diese vom Veranstalter nicht in den zuvor angegebenen Gesamtpreis der Reise einberechnet wurde (BGH, Az.: I ZR 158/14).

Andere Länder, andere Trinkgelder:

  • Asien hat keine ausgeprägte Tringeldkultur, weshalb dieses meist eher zu Verwirrung und Ablehnung führt. Denn guter Service ist beispielsweise in Japan einfach selbstverständlich. Ebenso in China. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte sich vor dem Urlaub bei seinem Reiseveranstalter über die jeweiligen Gepflogenheiten erkundigen.
     
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt man kein Trinkgeld, denn die Araber sind zu stolz? Das stimmt so nur zum Teil: Denn meist arbeiten im Service- und Dienstleistungsbereich fast ausschließlich Ausländer aus Südostasien, die wiederrum auf Trinkgeld angewiesen und dankbar dafür sind.
     
  • In Spanien ist es Gang und Gebe, sich zuerst das Wechselgeld herausgeben und dann beim Verlassen das Trinkgeld auf dem Tisch liegen zu lassen. Hierbei sind auch etwa fünf bis zehn Prozent angemessen. Jedoch sollte dies keinesfalls Gelegenheit sein, sein Kleingeld loszuwerden, denn das kränkt die Südeuropäer.
     
  • Auch in Frankreich ist es üblich, das Trinkgeld auf dem Tisch zurückzulassen. Ein direktes in die Hand drücken wird von den Franzosen als unhöflich aufgefasst und wirkt herabsetzend.
     
  • Auf Trinkgeld angewiesen sind Mitarbeiter im Service- und Dienstleistungsbereich in Griechenland oder Portugal. Denn dort liegt der gesetzliche Mindeststundenlohn nur bei etwas mehr als drei Euro. Angemessen sind etwa fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags im Restaurant und Taxi.
     
  • Im Norden Europas, in Skandinavien und den Beneluxländern, ist die Trinkgeldkultur gering ausgeprägt. Einen Fauxpas wie in Asien kann man hier jedoch nicht begehen. In der Regel wird in Restaurants, Taxis und Hotels, vor allem wenn man nur wenige Nächte dort bleibt, kein Trinkgeld erwartet.

(Mit Material von Arag Versicherungen)

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