Urlaub und Impfungen : Gelbfieber, Malaria und Co.: Wann Impfschutz vor der Urlaubsreise sinnvoll ist

Für Reisen in manche Länder ist das Impfen unerlässlich. Gerade wenn es in fernere Ziele geht, sollten sich Urlauber vorher informieren.

shz.de von
05. Juli 2018, 04:12 Uhr

Mit den anstehenden Sommerferien werden auch die Koffer vom Dachboden oder aus dem Keller wieder hervorgeholt. Wer nicht nur ein paar Hundert Kilometer an die nächste deutsche Küste fährt, sondern sich fernere Ziele aussucht, sollte vor so mancher Reise dem Hausarzt einen Besuch abstatten. Eine Übersicht über Impfungen und Krankheiten.

Standard-Impfungen

Zu den Standard-Impfungen gehören laut Experten des Versicherungkonzerns Arag Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio. Insbesondere für Reisende in afrikanische, asiatische und südamerikanische Länder bestehe ein höheres Risiko, hieran zu erkranken. Vor Reiseantritt sollte darum überprüft werden, ob der derzeitige Schutz noch besteht, oder eine Auffrischung notwendig ist. Wer eine Fernreise machen möchte, sollte diese nicht ohne eine Immunisierung gegen Hepatitis A und B antreten. Das sollte man dazu wissen:

Die Impfung gegen Hepatitis A wird für viele Reiseländer empfohlen. Die Impfung gegen das FSME-Virus empfiehlt sich besonders für Camper.
Karl-Josef Hildenbrand
Die Impfung gegen Hepatitis A wird für viele Reiseländer empfohlen. Die Impfung gegen das FSME-Virus empfiehlt sich besonders für Camper.
  • Hepatitis A: Die Viren können über kontaminiertes Trinkwasser oder Essen übertragen werden und zu einer Entzündung der Leber führen. Eine Impfung kann noch kurzfristig vor dem Urlaubsstart erfolgen, sollte aber besser zwei Wochen vor Fahrtantritt vorgenommen werden.
     
  • Hepatitis B: Ist die Leber hierdurch infiziert, meist ausgelöst durch Geschlechtsverkehr oder Blut, kann dies zu einer chronischen Leberentzündung führen, die schlimmstenfalls mit Spätfolgen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose einhergehen kann. Eine Impfung hiergegen sollte mindestens fünf Wochen vor der Abreise begonnen werden. Sie besteht aus drei Teilimpfungen.


Den Hausarzt oder in der Apotheke fragen

Wer herausfinden möchte, welche Impfungen für die anstehende Reise empfohlen werden, kann entweder bei seinem Hausarzt nach einem Termin fragen oder die Apotheke des Vertrauens aufsuchen. Auch dann, wenn man „nur“ innerhalb Europas unterwegs ist. Dabei nicht vergessen: Auf den letzten Drücker ist eine Grundimmunisierung oft nicht mehr möglich, denn hierfür braucht es häufig etwas Zeit. Insbesondere dann, wenn mehrere Teilimpfungen notwendig sind, die man im Abstand von ein paar Wochen durchführen lassen muss.

Im Impfpass sind alle Impfungen festgehalten. 
Sophia Kembowski
Im Impfpass sind alle Impfungen festgehalten. 
 
  • Nord-, Mittel- und Osteuropa: Wer hier wandern geht, sollte eine FSME-Impfung gegen eine Hirnhautentzündung in Betracht ziehen. Die Erreger werden von infizierten Zecken übertragen.
     
  • Mittelmeer: Wer die Sonne im Mittelmeerraum genießen möchte, sollte nicht ohne Hepatitis-A-Impfung in das Auto oder den Flieger steigen, um sich vor einer Leberentzündung zu schützen, empfehlen Arag-Experten. Erreger können durch infizierte Meeresfrüchte übertragen werden.
     

Weitere Erkrankungen und Infos

Typhus Wird durch Salmonellen übertragen. Ist lebensbedrohlich und muss behandelt werden. Symptome: Fieber, Bauchschmerzen, schwacher Puls. Kommt weltweit vor, erhöhtes Risiko insbesondere in Latein- und Südamerika, Südostasien und Afrika.
Tollwut Wird durch Kratzer bzw. Bisse von streunenden Tieren übertragen wie Hunden oder Affen. Drei Teilimpfungen sind notwendig, das Impfen sollte spätestens fünf Wochen vor Reiseantritt starten.
Gelbfieber Wird von Mücken übertragen, gilt als schwer behandelbar. Die Krankheit startet oft mit Fieber und kann zum Organversagen führen. Die Impfung wird dringend empfohlen für Reisen in afrikanische Länder südlich der Sahara und in Südamerika und ist manchmal sogar Voraussetzung für die Einreise.
Malaria Eine Impfung gibt es nicht, aber spezielle Medikamente, die vorsorglich eingenommen das Risiko einer Ansteckung reduzieren sollen. Empfehlenswert bei Reisen in die Tropen. Urlauber sollten sich individuell beraten lassen, weil je nach Reiseziel unterschiedliche Präparate in Betracht kommen.
Japanische Enzephalitis Wird von Mücken übertragen, kann zu Gehirnentzündungen führen. Kommt relativ selten vor. Impfung wird für Reisen nach Ost- oder Südostasien empfohlen. Zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen müssen vorgenommen werden, die letzte Impfung eine Woche vor Reiseantritt.

(Mit Material des Arag-Versicherungskonzerns)

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