Anzeige: sh:z DamplandTALK : Cocktails statt Rum: Santiano-Musiker Axel Stosberg und Björn Both im Interview

Moderator York Lange unterhält sich mit den Santiano-Bandmitgliedern Björn Both (links) und Axel Stosberg.

Moderator York Lange unterhält sich mit den Santiano-Bandmitgliedern Björn Both (links) und Axel Stosberg.

Nach 30 Jahren ist Santiano-Sänger Axel Stosberg wieder in Damp. In gemütlicher Bar-Athmosphäre wird es privat.

schoppmeier_jule-.jpg von
15. November 2019, 15:40 Uhr

Damp | Zwei der fünf Mitglieder der Flensburger Band „Santiano“ waren am Donnerstag beim sh:z-DamplandTALK in der Hammaburg Bar des Ostsee Ressorts Damp zu Gast. Axel Stosberg und Björn Both behaupteten sich vor den Augen von 20 sh:z-Lesern im Musik-Quiz gegen Moderator York Lange und sprachen mit lockerer Art und viel Seemansallegorik über die Ziele der Band, deren Leitspruch und darüber, wie eigentlich eine MTV Unplugged Show entsteht.

Seefahrer-Romantik bei alkoholfreien Cocktails

Wer aufgrund der Seefahrer-Motivik in den Liedern der Band nun beim Talk auch seemännische Tranksitten vermutete, wurde eines Besseren belehrt. „Je mehr man in einer gewissen Etage unterwegs ist, desto weniger kann man sich abends in der Hotelbar nochmal die Kante geben“, sagt der Wahl-Flensburger Björn Both.

Die Qualität der Arbeit würde darunter leiden. Statt Rum gibt es also alkoholfreie Cocktails für die beiden – „Ich muss ja noch nach Hause“, sagt Axel Stosberg. Auch sein Kollege Both macht aus seinem anfänglichen Bierwunsch einen „Swimmingpool ohne Schnaps“ – immerhin ein bisschen maritimes Flair. Die Stimmung ist gut.

Jedes Bandmitglied hat sein Steckenpferd

Und es wird persönlich: Seit 30 Jahren ist Sänger und Percussion-Spieler Axel Stosberg das erste Mal wieder in Damp. Viele Erinnerungen kommen hoch. Er machte dort eine Ausbildung zum Lymphdrainagetherapeuten, danach arbeitete er sieben Jahre als Masseur und medizinischer Bademeister in der Klinik.

Auf der Bühne setzt er in seiner Rolle als Sänger seine schauspielerischen Fähigkeiten ein und hat sich zusätzlich noch viel an musikalischem Können angeeignet. Sein Kollege Björn Both lobt, dass er damit wohl die steilste musikalische Entwicklungskurve innerhalb der Band hingelegt hat.

Björn Both dagegen hat sein Leben lang Musik gemacht und hätte diese Karriere sicherlich noch mit eigenen Projekten fortgeführt, wäre Santiano nicht dazwischen gekommen. Nun schreibt er nebenher noch Songs für sich als Solo-Künstler. Die fünf Mitglieder, neben Both und Stosberg bestehend aus Andreas Fahnert, Peter David Sage und Hans-Timm Hinrichsen, haben jeder für sich einen eigenen Schwerpunkt. Spaß an der Sache steht bei Santiano im Vordergrund, das wird schnell deutlich.

Alles zu seiner Zeit

In welchen Hafen das „Karriere-Schiff“ schippert, fragt York Lange. Damit sei er laut Axel Stosberg der Erste, der diese Frage stellt. „Bis ans Ende der Welt“ heißt das erste Studioalbum der Band. „Dann wäre zumindest kein Ende in Sicht“ sagt Gitarrist und Bassist Both.

So viele Gedanken würden sich die Musiker aber gar nicht machen. „Wir fahren auf Sicht“, sagt Both, der in seiner Freizeit jede Minute auf dem Wasser verbringt. Eins nach dem anderen. „Die Dinge werden sich zurechtlegen“. Spätestens, wenn keiner mehr die Musik hören wollen würde, dann würden sie aufhören, sagt Both.

Stets offen für neue Kurse

Meutereien gibt es bei Santiano keine. Statt einem leitenden Kapitän würde immer bis zum Ende diskutiert. Der Leitspruch der Band lautet:

Das Bessere ist der Feind des Guten. Leitspruch der Band Santiano
 

Gemeint ist damit, dass auch Ideen, die in letzter Sekunde auftauchen, gern noch eingebaut werden. Stets sind die fünf Musiker also offen für Verbesserung und sehen ihre Arbeit als Prozess an. Als Profimusiker möchten Stosberg und Both sich dennoch nicht gern bezeichnen – Berufsmusiker sei eine bessere Formulierung.

Ein Unplugged-Konzert ist „bewegte Emotion“

Bevor die „Stereo-Summe“ einer Unplugged Show steht, gibt es dementsprechend einiges an Hin- und Her. „Das etwa zweieinhalbstündige Programm der Show wird sozusagen ferngesteuert aufgestellt“, erzählt Björn Both. Über einen Synthesizer wird die Musik vorab zusammengemischt, bevor dann das Orchester später ins Spiel kommt. Die Liveprobe, die „Hochzeit“, sei dann trotzdem imposant, so Both. „Das ist bewegte Luft, bewegte Emotion, wenn das losknallt, das ist unglaublich“, sagt auch Axel Stosberg.

Musik-Challenge – welcher unserer Songs war das nochmal?

Die Regel für das Spiel lautet: Fünf Lieder werden 30 Sekunden lang rückwärts abgespielt, wer zuerst drei Songs mit Interpreten und Titel richtig benennen kann, hat gewonnen. Zwei gegen Einen – Axel Stosberg und Björn Both gegen York Lange – „diese Opferhaltung wieder, das ist jetzt ganz modern“ sagt Both, als York Lange die Unausgewogenheit noch einmal betont.

Bei der Musik-Challenge geht es heiß her. Björn Both und Axel Stosberg treten gegen Moderator York Lange an.
Torge Ramm

Obwohl die Musiker einen ihrer eigenen Songs nicht erkennen, ziehen sie schließlich trotzdem den Gewinn an Land. Bei der musikalischen Challenge zeigt sich, dass es keinesfalls ein Vorteil ist, ein Musiker zu sein, wie es Moderator York Lange vermutet. Björn Both versucht sich zu erklären:

Als Musiker hat man nicht nur einen, sondern 80 Titel im Kopf. Björn Both
 

Eine Ausrede, wenn es nach York Lange geht.

Im Privatleben lassen die Musiker es ruhig angehen

Wenn Björn Both keine Musik macht, dann befindet er sich nach Möglichkeit auf dem Wasser. Die passende Saison dafür ist der „Sommer“, der für ihn von April bis Ende November geht – ein langer Sommer. Axel Stosberg sucht sich seinen Ausgleich im Zurückgezogenen, verbringt seine Freizeit gern mit seiner Familie und im Garten.

Zum Schluss dürfen die Zuschauer noch Fragen per Zettel an die Musiker stellen. Was die Flensburger darauf antworten, sehen Sie im Video.

 

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