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ADAC warnt vor Keimen an Badeseen - Was Ausflügler wissen sollten

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München (dpa) - Sommerhitze, blauer Himmel - und endlich hinein ins kühle Nass. Doch das Planschen im Badesee kann Gefahren bergen. Manche beliebte Badegewässer sind gerade in Ufernähe mit Keimen belastet, warnt der ADAC. Ausflügler sollten einige Tipps beherzigen.

München (dpa) - Sommerhitze, blauer Himmel - und endlich hinein ins kühle Nass. Doch das Planschen im Badesee kann Gefahren bergen. Manche beliebte Badegewässer sind gerade in Ufernähe mit Keimen belastet, warnt der ADAC. Ausflügler sollten einige Tipps beherzigen.

Bei strahlendem Sommerwetter und Temperaturen über 30 Grad sehnen sich viele nach Abkühlung im Badesee. Doch das erfrischende Nass kann Gefahren bergen. Gerade im flachen Wasser, wo die Kleinsten planschen, gibt es teilweise hohe Konzentrationen von Keimen, wie der am Dienstag (23. Juli) veröffentlichte ADAC-Badegewässertest ergab. Die Untersuchung bestätigte damit grundsätzlich die Ergebnisse vom vergangenen Jahr. Allerdings standen im Vorjahr große Gewässer wie Bodensee und Chiemsee im Mittelpunkt, dieses Jahr waren es 41 kleinere Seen in der Nähe von zwölf Großstädten.

Etwa jede siebte Messstelle lieferte bedenkliche Keimkonzentrationen im ufernahen Flachwasser. Von 65 Stellen bekamen 10 die Bewertung «bedenklich». 18 Messpunkte wurden mit «ausreichend» bewertet, 17 schnitten «gut» ab und 20 sogar «sehr gut». Dabei lagen die Großräume Leipzig und Frankfurt am Main vorn: Hier wurden fünf beziehungsweise vier von sechs getesteten Gewässern mit «sehr gut» bewertet.

Die Gewinner des ADAC-Badegewässertests waren unter anderem das Strandbad am Langener Waldsee bei Frankfurt/Main, das Nordufer des Lußsees in München sowie das Nordufer des Ammelshainer Sees, das Ostufer des Cospudener Sees und das Strandbad im Kulkwitzer See, die alle in der Nähe von Leipzig liegen. Dort habe es nur sehr geringe Risiken für Badegäste gegeben, mit krankmachenden Keimen in Berührung zu kommen.

Testverlierer mit der Note «bedenklich» und der vergleichsweise höchsten Keimbelastung war die Messstelle am Südufer des Elfrather Badesees in Krefeld. Die Kommune warne dort inzwischen vor dem Baden, erläuterte der ADAC. Während aller Messungen hätten sich dort bis zu 100 Kanadagänse aufgehalten. Liegewiese und Ufer seien übersät gewesen mit Vogelkot. «Das ist ein bekanntes Problem am Elfrather Badesee», sagte Testleiter Nicolas Adunka.

Für den ADAC-Badegewässertest wurde drei Mal in der Saison 2012 und einmal zu Beginn der diesjährigen Saison zwischen Mitte Mai und Anfang Juni gemessen. Der Autofahrerclub nahm Proben an ausgewiesenen Badegewässern im flachen Wasser und damit an familienfreundlichen Stränden. Gesucht wurden nach den Keimen Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Ob eine hohe Konzentration dieser Keime tatsächlich Durchfall auslöse, sei schwer nachzuprüfen, erläuterte Adunka.

Wasserratten, die nicht auf die Abkühlung im Badesee verzichten möchten, sollten einige Dinge beachten:

Trübung: Sehen Badende im knietiefen Wasser die eigenen Füße nicht mehr, sollten sie lieber nicht hineingehen. Schaum an der Wassergrenze ist ein Anzeichen dafür, dass Eiweiß zersetzt wird. Das heißt laut Adunka aber nicht, dass das Gewässer gefährlich ist. Schlieren auf der Wasseroberfläche stammen ebenfalls nicht zwangläufig aus einer gefährlichen Quelle: Manchmal sind es nur Reste von Sonnencreme.

Algen: Algenteppiche sind ein Hinweis darauf, dass zu viele Nährstoffe im See sind. Wer einen Algenteppich vorfindet, sollte aufs Baden erst einmal verzichten. Aber: Algen kommen und gehen wieder. In der Regel gilt: Aushänge vor Ort beachten.

Geruch: Fäulnisgeruch weist darauf hin, dass bakterielle Zersetzungsprozesse stattfinden. Oft stammt der Geruch aus Randbereichen im See, in denen das Wasser steht und wo sich viel Moder ansammelt. Diese Stellen sollten Badende, allen voran Kinder, meiden und stattdessen dort planschen, wo sich das Wasser regelmäßig durchmischt und klar ist.

Tiere: Gänse und Enten hinterlassen vor allem eines - Kot. Deshalb empfiehlt es sich, nur dort ins Wasser zu gehen, wo keine Wasservögel sind. Lieblingsplätze der Vögel sind vor allem Liegewiesen, aber auch der Uferbereich, Bootsstege und Bojen - Schwimmer sollten deshalb einen Bogen darum machen und keine Wasservögel füttern. Sonst gelangen Fäkalbakterien erst recht ins seichte Flachwasser.

Mündungen: Wo Rohre, Bäche, Kanäle und Gräben in den See münden, ist das Baden tabu. Denn hier können sich die Schwimmer nicht sicher sein, woher das Wasser stammt.

Umgebung: Ist der Badesee von Feldern umgeben, sollten Urlauber direkt nach einem starken Regen aufs Schwimmen verzichten. Denn durch den Regen können Substanzen aus der Landwirtschaft ins Wasser geschwemmt werden.

Alle getesteten Seen im Überblick

Escherichia coli (E. coli) und intestinaleEnterokokken kommen in der natürlichen Darmflora von Menschen und Tieren vor. Wenn die Bakterien sich in Gewässern finden, deutet das auf Verunreinigungen mit Fäkalien hin, erklärt das Landesamt fürUmwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen auf seiner Internetseite. Gelangt E. coli mit dem Wasser erneut in den Darm, kann es dort weiter wachsen und gedeihen. Die meisten Stämme machten nicht krank, schreibt das Landesamt. Manche Stämme können aber zum Beispiel Harnwegsinfektionen auslösen, andere können Durchfall verursachen.

Größere Mengen von intestinalen Enterokokken deuten ebenfalls auf fäkale Verschmutzungen hin. Im Wasser halten sich die Bakterien auch länger als im Boden. Wer sie verschluckt, dem droht laut Landesamt zwar keine Infektion. Wenn intestinale Enterokokken über Wunden in den Körper gelangen, können sie aber schwere Erkrankungen auslösen.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 11:45 Uhr

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