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Der eigene Tod : Zu Lebzeiten vorgesorgt: Ratgeber für Patientenverfügung, Testament und Co.

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Das eigene Sterben vorzubereiten, fällt nicht leicht. Dennoch sollte jeder irgendwann einige Vorkehrungen treffen, um die Angehörigen zu entlasten.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 04:00 Uhr

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, sind die Angehörigen mit ihren Gefühlen oft überfordert und wissen nicht, was alles geregelt werden muss. Deshalb sollte das eigene Ableben früh geklärt werden, damit die Verwandten und die Nahestehenden in Zeiten tiefer Trauer entlastet werden und ihnen die Sorge genommen werden kann, sich später um organisatorische und rechtliche Entscheidungen kümmern zu müssen. Außerdem gibt man sich selbst die Sicherheit, dass der eigene Wille Beachtung findet. Auch für den Fall einer plötzlichen Krankheit oder eines Unfalls, der einen handlungs- und entscheidungsunfähig macht, sollte vorgesorgt werden. Für diese Ernstfälle sollten deshalb einige Dinge im Vorfeld geklärt werden:

Testament

Noch immer kann sich ein Großteil der Menschen nicht dazu durchringen, ein Testament aufzusetzen – Zu nah kommen einem der eigene Tod und die entstehenden Konsequenzen. Und dennoch ist es von großer Wichtigkeit, sich frühzeitig mit der Verteilung des eigenen Besitzes auseinanderzusetzen, um spätere Streitigkeiten zwischen den Erben und unnötige Kosten für die Hinterbliebenen zu vermeiden. Das Gesetz bietet daher jedem die Möglichkeit, ein eigenhändig formuliertes, geschriebenes und unterzeichnetes Testament zu verfassen und somit in Wirkung treten zu lassen. Um jedoch rechtliche Details richtig zu formulieren, ist es ratsam, einen Notar für Rat und Unterstützung hinzuzuziehen. Anschließend empfiehlt sich, das unterschriebene Dokument in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts zu geben, damit sichergestellt wird, dass das Testament nicht verloren geht und sich die Erbfolge garantiert nach dem im Testament formulierten Willen richtet.

Foto: Fotolia

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung kann jeder, der das 18. Lebensjahr überschritten hat, bestimmen, welche medizinischen Versorgungen und Behandlungen im Ernstfall vorgenommen oder unterlassen werden sollen. Die Patientenverfügung richtet sich ausschließlich auf medizinische Aspekte und nicht auf die Art der Betreuung, wovon häufig fälschlicherweise ausgegangen wird. Um konkret beschreiben zu können, für welche Situationen die Vorsorgeverfügung gelten soll und welche medizinischen Maßnahmen in bestimmten Fällen ergriffen werden sollen, ist es ratsam einen Arzt zu kontaktieren. Mit ihm können dann Themen wie künstliche Ernährung oder Beatmung, aktive oder passive Sterbehilfe oder lebensverlängernden Maßnahmen besprochen und auch formuliert werden.

Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht dient der Erteilung einer Vertretungsmacht an eine andere Person. Wenn ein Patient in Folge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr in der Lage ist, selbst Entscheidungen über sein Leben zu treffen, erhält dieser Stellvertreter die Entscheidungsbefugnis über den Handlungsunfähigen. Da es sich hierbei um eine sehr umfassende Art der Vollmacht handelt, sollte sie nur an Menschen erteilt werden, denen man uneingeschränktes Vertrauen entgegen bringt. Von der Vollmacht betroffen können hierbei sämtliche Lebensbereiche sein: Finanzielle Dinge, die Gesundheitsvorsorge, die Aufenthaltsbestimmung und auch medizinische Behandlungen können darin festgelegt werden. Da die Vorsorgevollmacht dem Schutz und der Unterstützung eines erwachsene Menschen dient und damit eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen wird, sollte die Vollmacht außerdem notariell beglaubigt werden. Darüber hinaus akzeptieren auch Banken in den meisten Fällen nur ein vom Notar beglaubigtes Dokument.

Bestattungsvorsorge

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Erd- oder Feuerbestattung, Blumenschmuck und Trauerfeier: Um diese Entscheidungen nicht dem Zufall zu überlassen oder in die Hände der Verwandten legen zu müssen, kann gemeinsam mit einem Bestatter eine Bestattungsvorsorge verfasst werden. Der Kunde legt hierbei vertraglich Punkte fest, die später für die Bestattung wichtig sein sollen. Damit die Bestattung auch finanziell abgesichert ist, kann im Vorfeld ein Vorsorgevertrag mit dem Bestatter abgeschlossen werden. Hierbei zahlt der Kunde Geld in einen Treuhandvertrag ein. Dieses wird als Treuhandvermögen mündelsicher angelegt und verzinst. Im Todesfall wird dieses Treuhandvermögen dann an den Bestatter zur Erfüllung des Vertrages ausgezahlt.

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