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Verbraucher : Windreich-Insolvenz: Was Anleihebesitzer jetzt wissen sollten

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Der Windpark-Entwickler Windreich ist insolvent. Anleihebesitzer haben nun zwei Möglichkeiten: Die Papiere verkaufen oder abwarten. Experten klären über die jeweiligen Konsequenzen auf.

Windpark-Entwickler Windreich will eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchführen. Das heißt: Die Geschäftsführung der Gesellschaft soll in Zusammenarbeit mit einem vom Gericht bestellten Sachwalter einen Sanierungsplan ausarbeiten, erklärt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) in München. Als Sachwalter wurde der Stuttgarter Anwalt Holger Blümle eingesetzt. 

Windreich hatte zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 125 Millionen Euro ausgegeben. «Besitzer dieser Anleihen haben jetzt zwei Möglichkeiten», erklärt Verbraucherschützer Niels Nauhauser. Die erste: «Sie können entweder die Reißleine ziehen und die Papiere über die Börse verkaufen.» Die Börse Stuttgart, an der das Papier notiert ist, hat den Handel allerdings bis auf weiteres ausgesetzt. Wird er wieder aufgenommen, müssen Anleger voraussichtlich mit Verlusten leben. Die zweite Möglichkeit: «Sie warten ab, wie es jetzt weitergeht», sagt Nauhauser.

Sollen die Papiere nicht verkauft werden, ist es ratsam, sich jetzt gut zu informieren. «Für Kleinanleger ist es unserer Erfahrung nach besonders wichtig, dass sie sich einschalten, bevor der Insolvenzplan verabschiedet wird», sagt Rechtsanwalt Klaus Nieding aus Frankfurt am Main. Damit ihre Interessen überhaupt miteinbezogen werden, sollten die Anleihengläubiger ihre Forderungen für den Insolvenzplan bündeln. Kommen sie dort nicht vor, gehen sie womöglich am Ende leer aus: «Der Insolvenzplan ist nachher bindend.»

Darüber hinaus sollten die Anleihenzeichner mögliche Schadenersatzansprüche gegen ihre Anlageberater prüfen, empfiehlt Verbraucherschützer Nauhauser. «Es kann eine Falschberatung vorliegen.» Bereits jetzt sind Klagen von Anlegern anhängig, die sich im Falle von Windreich schlecht informiert sehen.

Schadenersatzansprüche können möglicherweise auch gegen die Bank Sarasin bestehen. «Die Bank befand sich in einem massiven Interessenkonflikt», erklärt Rechtsanwältin Daniela Bergdolt aus München. Der Grund: Sarasin hat Windreich-Anleihen verkauft, dabei aber verschwiegen, dass sie selbst ein Interesse an dem Verkauf hatte. Windreich stand bei dem Geldinstitut mit über 70 Millionen Euro in der Kreide. Die Kanzlei von Bergdolt hat deswegen erste Klagen eingereicht. Das Geldinstitut wollte auf Anfrage keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Es handele sich dabei um ein laufendes Verfahren, hieß es zur Begründung.

Infos der SdK

Infos von Rechtsanwalt Nieding

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erstellt am 10.Sep.2013 | 16:16 Uhr

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