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Recht : Schadenersatz für Download von Teilen aus Harry-Potter-Hörbuch

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Das Urheberrechtsgesetz schützt nicht nur ein Gesamtwerk, sondern auch kleinste Teile. Wer Bruchstücke eines Werkes über Online-Netzwerke zum Download anbietet, macht sich somit schadenersatzpflichtig, entschied das Amtsgericht München.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 17:16 Uhr

Im vorliegenden Fall ging es um Teile von Harry-Potter-Hörbüchern, die auf einer solchen Tauschbörse angeboten wurden. Das am Montag (23. September) veröffentlichte Urteil ist rechtskräftig (Az.: 161 C 19021/11).

Über einen Internetanschluss hatte ein Nutzer 2007 zu verschiedenen Zeitpunkten Teile aus den Hörbüchern «Harry Potter und der Gefangene von Askaban», «Harry Potter und der Halbblutprinz», «Harry Potter und der Orden des Phönix» sowie «Harry Potter und die Kammer des Schreckens» zur Verfügung gestellt. Der Hörbuchverlag, der die Rechte hielt, forderte von dem Internetnutzer eine Unterlassungserklärung sowie die Zahlung von Anwaltskosten von 666 Euro und Schadenersatz in Höhe von 900 Euro.

Die Unterlassungserklärung gab der Nutzer ab. Er erkannte aber keine Schuld an und verweigerte die Zahlung. Das ganze Stück sei nie angeboten worden; die Bruchstücke seien wertloser Datenmüll. Das Amtsgericht gab aber dem Hörbuchverlag Recht. Das Urhebergesetz wolle die Übernahme fremder Leistung generell unterbinden. Das Urheberrecht sei somit auch verletzt, wenn kleinste Bruchstücke angeboten würden. Das Gericht verurteilte den Internetnutzer zu Schadenersatz in Höhe der Lizenzgebühr, die er bei einer berechtigten Verbreitung hätte zahlen müssen, eben 900 Euro. Zudem muss er die Anwaltskosten tragen.

Das Amtsgericht erläutert dazu, in Peer-to-Peer-Netzen könnten alle Teilnehmer gleichberechtigt Dienste in Anspruch nehmen und zur Verfügung stellen. Daher könne ein Werk von mehreren Computern zeitgleich angeboten werden und aufgrund des parallelen Herunterladens kleinster Teile in kurzer Zeit zusammengesetzt werden.

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