Verbraucher : Kunden sollten überzahlte Gaspreise zurückfordern

Wenn Energieversorger mit Gassonderverträgen die Preise ändern, ist dies oft nicht zulässig. Kunden können in dem Fall Geld zurückverlangen. Martin Gerten
Wenn Energieversorger mit Gassonderverträgen die Preise ändern, ist dies oft nicht zulässig. Kunden können in dem Fall Geld zurückverlangen. Martin Gerten

Klauseln zu Preisänderungen sind in vielen Gassonderverträgen unzulässig. Verbraucherschützer raten Kunden, sich gegen die Erhöhungen zur Wehr zu setzen - notfalls auch vor Gericht.

shz.de von
23. September 2013, 17:16 Uhr

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (BGH) können Verbraucher oftmals nicht erkennen, auf welcher Grundlage die Preise geändert werden (Az.: VIII ZR 162/09). Preiserhöhungen haben in der Vergangenheit daher häufig auf Grundlage unwirksamer Geschäftsbedingungen stattgefunden. Betroffene Kunden können in diesem Fall Geld zurückfordern.

Der BGH lässt momentan Widersprüche gegen Gasrechnungen und die darin enthaltenen Preise zu, die nicht älter als drei Jahre sind. Das Problem: Versorger lehnen entsprechende Erstattungen häufig ab, hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz beobachtet. Die Unternehmen teilen vielen Kunden mit, dass das entsprechende Urteil nicht für sie gelte. Das ist aus Sicht der Verbraucherschützer juristisch allerdings kaum haltbar.

Wer ein ablehnendes Schreiben erhalten hat, sollte sich daher rechtlichen Rat suchen. Im Zweifel sollten Kunden auch eine Klage in Betracht ziehen, raten die Verbraucherschützer. Allerdings gilt es vorher zu klären, ob eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, die eine Deckungszusage für ein außergerichtliches oder gerichtliches Verfahren abgibt, um möglichen Prozesskostenrisiken vorzubeugen.

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