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Garantie nicht garantiert - Zertifikate zu komplex für Laien

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Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Für die Finanzbranche sind Zertifikate eine Möglichkeit, auch in unruhigen Zeiten Geld zu vermehren. Doch Verbraucherschützer empfehlen sie nur für sehr erfahrene Anleger - denn Laien können damit schnell ihr Privatvermögen in den Sand setzen.

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erstellt am 26.Mai.2013 | 11:45 Uhr

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Für die Finanzbranche sind Zertifikate eine Möglichkeit, auch in unruhigen Zeiten Geld zu vermehren. Doch Verbraucherschützer empfehlen sie nur für sehr erfahrene Anleger - denn Laien können damit schnell ihr Privatvermögen in den Sand setzen.

Zertifikate sind umstritten: «Sie gehören in jedes Depot», meint Hartmut Knüppel, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Derivate Verbands (DDV) in Frankfurt am Main. «Zertifikate gehören zu einer Produktkategorie, die wir nie aktiv empfehlen würden», sagt dagegen Ralf Scherfling, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. «Es handelt sich um sehr komplexe und intransparente Produkte.»

Zertifikate sind sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, also verzinsliche Wertpapiere. Ihr Kurs und damit ihre Rendite hängt meist von der Entwicklung anderer Wertpapiere, Indizes oder Branchen ab. So gibt es etwa einfache Zertifikate, die an den Börsenindex Dax gekoppelt sind. Kompliziertere Produkte sollen durch einen sogenannten Hebel die Rendite erhöhen.

Laut dem Derivate-Verband ermöglichen Zertifikate auch Kleinanlegern, in nahezu alle Märkte zu investieren. «So können Privatanleger nicht nur in eine Vielzahl von Basiswerten wie Aktien oder Indizes, sondern kostengünstig auch in Strategien, Branchen oder Regionen investieren», sagt DDV-Vorstand Knüppel. Doch die Produkte haben auch ihre Schattenseiten, wie Verbraucherschützer Scherfling erklärt: «Wenn der Emittent - der Herausgeber eines Zertifikats - pleitegeht, ist mein Geld weg.»

Der Anleger habe kaum Chancen, vorab das Risiko einzuschätzen: «Schließlich können auch vermeintlich seriöse Banken plötzlich in die Insolvenz gehen, wie der Fall Lehman Brothers gezeigt hat.» Die US-amerikanische Lehman-Bank war 2008 im Zuge der Finanzkrise pleitegegangen. In der Folge machten auch zahlreiche deutsche Anleger Verluste, die Lehman-Zertifikate besaßen.

Neben dem Emittentenrisiko kommt noch ein weiteres Problem hinzu, wie Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf, erklärt: «Man muss schon eine Marktmeinung haben.» Der Anleger muss also, wenn er etwa in einen bestimmten Index, eine Branche oder eine Region investiert, sich Gedanken darüber machen, wie sich der jeweilige Markt wohl entwickeln wird. Für unerfahrene Finanz-Laien ist das nicht ganz einfach.

Vor allem mit Garantie- oder Kapitalschutz-Zertifikaten versuchen die Banken in Zeiten von Schulden- und Finanzkrise, Kunden in einen vermeintlich sicheren Hafen zu lotsen. Anlegerschützer bewerten solche Produkte eher nüchtern. «Man sollte sich da nicht von schönen Namen irritieren lassen», meint Jürgen Kurz: «Garantie klingt immer schön.» Aber tatsächlich bergen auch solche Produkte Risiken. Denn auch hier gibt es wieder das Emittentenrisiko, wie Ralf Scherfling erklärt. «Eine Garantie ist immer nur so gut wie der Herausgeber.»

Wer sein Kapital auf jeden Fall erhalten möchte, hat andere Möglichkeiten der Geldanlage. Finanzexperte Scherfling empfiehlt, das Kapital als sogenannte Einlage anzulegen, etwa auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Das bringt zwar bei dem derzeitigen Zinsniveau nicht gerade hohe Renditen, aber dafür immerhin Sicherheit.

«Für solche Einlagen gilt im Insolvenzfall auf der einen Seite bei privaten Banken die gesetzliche Einlagensicherung - bis zur Höchstgrenze von 100 000 Euro pro Person - sowie die freiwillige Einlagensicherung», erklärt Scherfling. Und auch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind die Einlagen der Anleger laut dem Experten geschützt. Hier gilt die Institutshaftung: das gegenseitige Versprechen, ein Partnerinstitut zu retten.

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