Recht : Gäste-WC nicht steuerlich absetzbar

Stilles Örtchen: Der Gang zur Toilette ist immer privat veranlasst - und daher ohne beruflichen oder betrieblichen Bezug, urteilten die Richter.
Stilles Örtchen: Der Gang zur Toilette ist immer privat veranlasst - und daher ohne beruflichen oder betrieblichen Bezug, urteilten die Richter.

Er arbeite oft von zu Hause, daher seien seine WC-Besuche teils dienstlich. Mit dieser Argumentation - und einem Klotagebuch - wollte ein Mann vor Gericht erreichen, sein Gäste-WC steuerlich absetzen zu dürfen. Die Richter überzeugte das nicht.

shz.de von
21. August 2013, 13:16 Uhr

Der Bau oder die Renovierung eines Gäste-WC ist steuerlich nicht absetzbar. Das berichtet die «Neue Juristische Wochenschrift» (Heft 24/2013) unter Berufung auf ein Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg in Stuttgart. Nach Ansicht der Finanzrichter ist der Gang zur und die Nutzung der Toilette immer privat veranlasst und daher ohne beruflichen oder betrieblichen Bezug (Az.: 9 K 2096/12).

Das Gericht wies damit die Klage eines Steuerzahlers ab. Der hatte in einem Toilettenbuch penibel festgehalten, wie oft er die Toilette besucht hatte. In dem Toilettentagebuch hatte er außerdem zwischen privaten und beruflich veranlassten Toilettengängen unterschieden. Da er teilweise zu Hause arbeite, erfolge ein Teil der Toilettennutzung während seiner Dienstzeit. Daher müssten Renovierungskosten für die Toilette genauso steuerlich absetzbar sein wie für ein häusliches Arbeitszimmer.

Obwohl es sich beim Kläger um einen «Fachmann» - einen Fachprüfer für geschlossene Immobilienfonds beim Finanzamt - handelte, ließen sich weder das Finanzamt noch die Finanzrichter überzeugen. Übereinstimmend befanden sie, eine Toilette in einem Privathaus sei kein «betriebsstättenähnlicher» Raum.

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