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Aktien : Dax über 9000 - Experten warnen vor Kauf

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Rekordhoch an der Börse. Da kommt nun mancher ins Grübeln, der bisher noch nicht in Kauflaune war. Entgeht ihm da vielleicht was? Aber ist es deshalb klug, gerade jetzt in Aktien zu investieren? Schließlich sind sie so teuer wie nie.

Frankfurt | Der Dax ist am Freitag erstmals über die Marke von 9000 Punkten gestiegen. Über das Rekordhoch an der Börse machen sich nun viele Anleger Gedanken, bei Verbraucherschützern häufen sich die Anfragen zu Thema Aktienkauf: „Steigt der Dax, wird auch das Kaufinteresse größer", berichtet Verbraucherberater Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. „Eigentlich sollte es umgekehrt sein, also einsteigen, so lange die Kurse niedrig sind."

Wer auf dem historischen Höchststand in den Dax investieren will, dem empfiehlt Mai, dies mit einem Fondssparplan zu tun. Dabei werden regelmäßig Fondsanteile für eine festgelegte Summe gekauft. Dies sei sicherer, als große Summen seines Vermögens auf einen Schlag zu investieren, so Mai. Ein Fondssparplan sollte immer möglichst langfristig laufen. „Mindestens drei, besser zehn bis 15 Jahre“, empfiehlt Mai.

Auch sollten Aktienkäufer mindestens ein Drittel ihres Vermögens als stille Reserve ruhen lassen und bei einem Kursrutsch ihre Anteile nicht panikartig verkaufen. „Lieber langfristig planen und die Investition möglichst breit streuen“, rät Mai. Zukunftsprognosen, ob und wie hoch der Dax in Zukunft weiter steige, könne niemand abgeben, betont der Berater.

Seit Monaten befindet sich der deutsche Aktienmarkt im Höhenflug - seit Jahresanfang beläuft sich das Plus beim deutschen Leitindex auf 18 Prozent. Seit Anfang 2012 ging es sogar mehr als 50 Prozent nach oben. Noch mehr zulegen konnte der MDax. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht davon aus, dass es mit dem anhaltenden Stimmungsaufschwung erst einmal vorbei ist. „Nach einem fulminanten zweiten Quartal dürfte es mit der deutschen Wirtschaft von nun an verhaltener bergauf gehen“, sagte Krämer. Zugleich könne ein gesetzlicher Mindestlohn und andere Pläne einer möglichen großen Koalition bremsen.

Der Volkswirt der Linken im Bundestag, Michael Schlecht, sieht den Aufschwung aus anderen Gründen gefährdet. „Der Konjunkturoptimismus der Bundesregierung ist nicht wirklich begründet.“ Vielmehr müsse mit kräftigen Lohnerhöhungen, Mindestlöhnen und Investitionen die Binnennachfrage gestärkt werden. Unabhängig von solchen langfristigen Überlegungen hat der jüngste Ifo-Index die Börse nur kurz beeindruckt.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 17:27 Uhr

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