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Verbraucher : Beamter fällt im Schlaf vom Stuhl - Kuriose Rechtsfälle

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Die Deutschen sind laut Anwalt Hans-Jörg Fischer sehr klagefreudig, wenn es um kleinere Nachbarschaftsstreits geht. Der Professor für Wirtschafts- und Steuerrecht in Mannheim sammelt seit Jahren kuriose Rechtsfälle.

Was war der kurioseste Rechtsfall, auf den Sie im Zuge Ihrer Recherchen gestoßen sind?

Antwort: In einem Fall ist zum Beispiel ein Beamter während seiner Dienstzeit im Schlaf vom Stuhl gefallen und hat sich dabei die Nase gebrochen. Die Frage vor Gericht war dann, ob Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung zu zahlen sind - das wäre der Fall, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handeln würde. Die Argumentation des Urteils war dann: Wenn jemand in Folge von Überarbeitung vom Schlaf übermannt wird und dann vom Stuhl fällt, ist es ein Arbeitsunfall.

Haben Sie noch ein zweites besonders schräges Beispiel?

Antwort: Einen anderen kuriosen Fall gab es in Paderborn: Da erwischt ein Schichtarbeiter seine Ehefrau mit dem Hausfreund im Bett und verprügelt diesen Hausfreund. Der stellt Strafantrag wegen Körperverletzung und das Gericht sagt, dass das Strafverfahren wegen geringer Schuld eingestellt wird - weil der Hausfreund ein weit überwiegendes Mitverschulden trägt. Es sei hemmungslos unverfroren gewesen, den Ehebruch unter Ausnutzung des Schichtdienstes des Mannes im Bett der Eheleute zu vollziehen.

Die Deutschen gelten als berühmt für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Sind sie da wirklich so klagefreudig?

Antwort: Es ist schon auffällig, dass man sich in Deutschland um Dinge streitet wie Gartenzwerge, die in Position gesetzt werden, oder um die Angemessenheit von Hundegebell oder Froschquaken. Manchmal geht es auch um die Frage, wie viele Katzen ein Grundstück betreten dürfen, so dass es noch vom Nachbarn hingenommen wird. Das ist das eine. Die andere Komponente ist, dass Richter da manchmal mit Humor drauf reagieren.

Haben Sie ein Beispiel für einen humorvollen Richter?

Antwort: Einen Fall gab es zum Beispiel in Frankfurt: Da hat jemand eine Mahnung in Versform geschrieben, von der ein anderer dachte, die sei nicht ernst gemeint. Und dann hat das Gericht das ganze Urteil in Versform verfasst - und das war dann natürlich sehr ernst gemeint.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 13:16 Uhr

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