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Tipps & Trends

21. August 2017 | 16:27 Uhr

Nur ein kleines bisschen Sicherheit

vom

Mit verschiedenen Maßnahmen können Internetnutzer Geheimdiensten das Schnüffeln schwer machen

Hamburg | Täglich sorgen neue Enthüllungen über die Spähattacken von Geheimdiensten für Schlagzeilen. Vollkommen schutzlos ausgeliefert sind Internetnutzer den Schnüffeleien aber nicht. "Es gibt natürlich nie einen 100-prozentigen Schutz", sagt Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer, Thilo Weichert. "Es gibt aber schon eine Vielzahl von Maßnahmen."

Deutsche Postkästen: Immer mehr Menschen nutzen Email-Konten von Anbietern wie Google oder Yahoo. Die US-Größen locken Kunden mit viel Speicherplatz und Komfort. Doch Daten, die bei ihnen hinterlegt werden, wandern auf Server in den USA. US-Geheimdiensten fällt es damit umso leichter, die Herausgabe von Daten zu erzwingen. Viele Experten raten daher, deutsche Email-Provider wie Gmx, Freenet oder Web.de zu nutzen.

Das Problem: Auch in diesem Fall müssen Nutzer damit rechnen, dass Daten auf ihrer Reise durchs Netz das US-Territorium kreuzen. Denn im Internet bewegen sich Daten nicht auf dem kürzesten, sondern auf dem effektivsten Weg von A nach B. Zudem nützt der Wechsel wenig, wenn die NSA oder andere Geheimdienste Daten direkt von Knotenpunkten - den Autobahn-Kreuzungen des Internets - abschöpfen. Genau dies wurde zuletzt vermutet. Einer der größten Internet-Knotenpunkt der Welt liegt in Frankfurt.

Nachrichten verschlüsseln: Was in früheren Jahrhunderten die Geheimtinte war, ist heutzutage das Verschlüsseln von Emails. Viele Anwendungen, die es gibt, setzen auf das sogenannte Public-Key-Verfahren. Vorstellen kann man sich das wie einen Briefkasten mit zwei Schlössern. Den Schlüssel für das eine Schloss besitzt der Besitzer des Briefkastens. Mit ihm können Postsendungen entnommen werden. Der andere Schlüssel hängt direkt neben dem Briefkasten und erlaubt es jedem, der möchte, den Kasten aufzuschließen und Postsendungen hin einzulegen. Programme wie Gpg4win oder Enigmail nutzen dieses Prinzip.

Das Problem: Es wird stets vorausgesetzt, dass der Empfänger weiß, wie er die Email wieder entschlüsseln kann bzw. selbst die entsprechenden Programme eingerichtet hat.

Tarnkappe aufsetzen: Jeder Computer ist anhand seiner IP-Adresse im Netz zu identifizieren. Anonymisierungsdienste sollen dies verhindern. Das Grundprinzip: Die Anfrage eines Nutzers wird über eine Zwischenstation zum eigentlichen Ziel geleitet. Der Zielrechner sieht so nur die Adresse der Zwischenstation - des sogenannten Proxy-Server. Was der Zielrechner hingegen nicht sieht, ist die IP-Adresse des Nutzers selbst. Beim Projekt Tor wird dieses Prinzip ins Extrem gesteigert. Viele Proxy-Server aus dem Tor-Netzwerk werden zufällig in Reihe geschaltet. Ruft der Nutzer nun beispielsweise eine Website auf, wird seine Anfrage innerhalb des Tor-Netzwerks zwischen viele Stationen hin- und hergeschickt. Woher die Anfrage ursprünglich mal kam, können Hacker oder Geheimdienste nicht mehr ohne weiteres nachvollziehen.

Das Problem: Die Anonymisierung geht zu Lasten der Geschwindigkeit. Von der Leistung einer teuren DSL-Leitung bleibt so am Ende womöglich nicht viel übrig. Anonymisierungsdienste leben zudem stark vom Vertrauen ihrer Nutzer in den jeweiligen Dienst.

Abschied von Facebook: Wer das höchstmögliche Maß an Sicherheit will, wird nicht um einen Abschied von Facebook oder anderen sozialen Netzwerken herumkommen. Denn die Plattformen leben vor allem davon, persönliche Daten von uns zu speichern - und dies tun sie vor allem in den USA.

Das Problem: Facebook ist inzwischen für viele Menschen fester Bestandteil der Kommunikationskultur. Ein Abschied mag da schwer fallen. Sparsamer mit persönlichen Daten umzugehen, wäre aber ein Kompromiss. Dies gilt auch beim Benutzen von Suchmaschinen, die ebenfalls eifrig unsere Daten sammeln. Das vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) zertifizierte Ixquick ist eine Alternative. Weitere Infos unter: www.datenschutzzentrum.de; www.torproject.org; www.anonym-surfen.de; www.gpg4win.de; ixquick.com

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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