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Energieverbrauch : Mieterbund: Heizkosten explodieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Heizungsabrechnung für dieses Jahr wird die Schleswig-Holsteiner wohl eiskalt erwischen - und das obwohl viele trotz Kälte immer häufiger darauf verzichten, ihre Wohnung zu beheizen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 12:31 Uhr

Trotz morgendlicher Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt verkneifen sich derzeit viele Bürger den Druck auf den Heizungsschalter. Zu groß ist die Furcht vor der der Endabrechnung durch den Energieversorger. Zu recht: Die Heizkosten sind im vergangenen Jahr erneut stark angestiegen. Kältere Temperaturen und steigende Energiepreise sind die Ursachen hierfür. Der Kostenanstieg beim Heizöl betrug neun Prozent, die Erdgas- und Fernwärmepreise erhöhten sich jeweils um fünf Prozent. Beispiel: Für Heizöl fielen laut Mieterbund in einer 70-Quadratmeter-Wohnung Jahreskosten von 990 Euro an (plus 11,2 Prozent ), 770 Euro mussten für Erdgas ausgegeben werden (plus 7,7) und 860 Euro für Fernwärme (plus 9,6).

2012 war im Vergleich zu 2011 bereits ein kühleres Jahr – im ersten Quartal 2013 waren die Temperaturen gegenüber dem identischen Vorjahreszeitraum nochmals um knapp zwölf Prozent niedriger. Diese kalten Wintermonate treiben den Energieverbrauch und damit die Heizkosten weiter in die Höhe. „Allein die niedrigen Temperaturen zwischen Januar und März 2013 kosten den Verbraucher zusätzlich etwa 55 bis 65 Euro“, schätzt Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB). „Wenn jetzt noch das vierte Quartal dieses Jahres ähnlich kalt wird, drohen Mietern um 130 bis 150 Euro teurere Heizkostenabrechnungen als 2012.“

Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung können demnach in diesem Jahr durchschnittlich 1127 Euro Heizkosten fällig werden – das sind 137 Euro oder knapp 14 Prozent mehr als 2012. Wer in einer solchen Wohnung mit Gas heizt, muss mit Gesamtkosten von 902 Euro rechnen, 132 Euro oder gut 17 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Mieter mit Fernheizung müssen 2013 sogar einen Heizkostenanstieg von 17,8 Prozent einkalkulieren – ihre Gesamtrechnung würde um 153 Euro auf 1013 Euro steigen. Klar ist schon jetzt: Auf die Mieter in Deutschland kommen in diesem Jahr wahrscheinlich kräftige Nachzahlungen zu. Sorgen bereiten dem Mieterbund-Direktor die weiter steigenden Energiepreise. „Gas und Fernwärme sind im ersten Halbjahr 2013 wieder um 1,4 beziehungsweise 4,5 Prozent teurer geworden, und auch der Preis für Heizöl steigt seit Wochen wieder an“.

Die Energiepreise kann der Verbraucher nicht beeinflussen. Daher sind Investitionen in den Wärmeschutz, die Wärmeerzeugung und -verteilung eines Gebäudes um so wichtiger. Schon die Optimierung bestehender Technik, etwa durch einen hydraulischen Abgleich der Heizanlage, führt zu nennenswerten Einsparungen. Orientierungshilfe gibt der „Bundesweite Heizspiegel 2013“. Liegen die persönlichen Verbrauchswerte über den Heizspiegelwerten, kann man das Angebot des Mieterbundes nutzes und ein kostenloses Heizgutachten anfordern.  


Infos unter www.mieterbund.de

Die Verbraucherzentrale  Schleswig-Holstein  bietet verschiedene Energie-Checks an. Der Basis-Check eignet sich für Mieter und Eigentümer, die sich für ihren Strom- und Wärmeverbrauch sowie Einsparungen durch geringinvestive Maßnahmen interessieren. Der Gebäude-Check geht noch etwas weiter: Er bietet die Möglichkeit, den Basis-Check mit Fragen zur Auswahl der richtigen Heizungsanlage und Wärmedämmung oder zum Einsatz erneuerbarer Energien zu kombinieren.  Für Betreiber eines Brennwertgerätes gibt es den Brennwert-Check, der jedoch nur in der Heizperiode durchgeführt werden kann. Gas- oder Heizöl-Brennwertgeräte werden hinsichtlich ihrer optimalen Einstellung und Effizienz untersucht. Dazu gehören  die Messung der Kondensatmenge sowie der Vor- und Rücklauftemperatur. Die Durchführung dieses standardisierten Energie-Checks erfolgt beim Ratsuchenden zuhause und kann nur in der kalten Jahreszeit stattfinden. Die Energie-Checks werden vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert, so dass je nach Check eine Eigenbeteiligung von zehn  bis maximal 30 Euro anfallen. Für einkommensschwache Haushalte sind die Beratungsangebote kostenfrei. Interessierte Verbraucher können unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei) oder 0431-59099-40 einen Termin vereinbaren.
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