Das Vermächtnis von Roger Cicero : „Glück ist leicht, aber nur schwer zu fassen“

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Album „Glück ist leicht – Das Beste von 2006-2016“ erscheint am 17. März

shz.de von
27. März 2017, 08:50 Uhr

Das Beste von Roger Cicero wurde auf dem Album zusammengestellt, das im März auf den Markt kommt.
RCA Deutschland/Sony

Das Beste von Roger Cicero wurde auf dem Album zusammengestellt, das im März auf den Markt kommt.

 

Als Roger Cicero am 24. März 2016 im Alter von 46 Jahren an den Folgen eines Hirninfarkts starb, war dies einer der größten Verluste für die deutsche Musik-Landschaft in der jüngsten Vergangenheit. Das verdeutlicht die CD „Glück ist leicht – Das Beste von 2006-2016“, die genau eine Woche vor Ciceros erstem Todestag veröffentlicht wird.

„Ich hätt’ so gern noch tschüss gesagt“, sang Roger Cicero 2007 auf seinem Album „Beziehungsweise“. Es war ein Stück, das er seinem Vater Eugen Cicero widmete. Er starb ebenfalls jung an einem Hirninfarkt.

Seinem Vater hatte Roger viel zu verdanken. Der in Rumänien geborene Pianist legte seinem Sohn das außerordentliche Talent und die Liebe zum Jazz in die Wiege. Zwar rieten sie ihm von einer Karriere als Sänger ab. Doch was soll man schon machen, wenn Josephine Baker Stammgast im eigenen Zuhause ist und Caterina Valente als Patentante fungiert?

„Ich hätt’ so gern noch tschüss gesagt“ ist denn auch eines der bewegendsten Stücke der Best-of-Compilation. Es ist auch ein Lied an all jene, die Roger Cicero zu Lebzeiten nicht zu schätzen wussten. Auch für sie ist „Glück ist leicht“ ein Glücksfall, denn die Zusammenstellung zeigt noch einmal das Schaffen des Mannes auf, der auch dann noch ein charmanter Junge war, als er die Dreißig längst überschritten hatte.

Roger Cicero war ein fantastischer Sänger, der den Deutschen den Swing nahebrachte. Und er war ein toller Entertainer. Das beweist die zweite CD der Premium-Edition, auf der etliche Live-Stücke enthalten sind. Darauf ist zwar die Klagqualität nicht mehr so gut, aber es ist zu spüren, mit welcher Freude und welch riesigem Spaß Cicero seine Konzerte absolvierte und Stücke wie „Geboren“ von den Fantastischen Vier oder „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller für sich adaptierte.

Es ist ein Jammer, aber auch ein Glück, dass es diese CD gibt. Es ist traurig und wohltuend zugleich, noch einmal Lieder wie „Zieh die Schuh’ aus“, „Nicht artgerecht“ oder „Frauen regier’n die Welt“ zu hören, für das er den Preis „Pascha des Monats“ der Frauen-Zeitschrift „Emma“ erhielt. Neben Versionen der Sinatra-Klassiker „My Way“ und „I’ve got a Crush on you“ ist auch mit „Eine Nummer zu groß“ ein bislang unveröffentlichtes Stück auf der CD enthalten. Es ist eine Ballade, mit der Cicero in den Gefilden des Chanson-Pop fischte.

„Glück ist leicht, aber nur schwer zu fassen. Glück ist ein Gefühl, das sich nicht künstlich erzeugen lässt, es kommt ungeplant, unkontrollierbar. Und es entsteht in Momenten, die man nur wahrnehmen kann, wenn man Platz für Intuition lässt, es schafft, sich freizumachen und auf ebendiesen Moment einzulassen“, hat Roger Cicero mal gesagt. Er konnte dieses Glück in Musik und in Worte fassen und dieses Glücksgefühl durch seine Songs vermitteln - auch wenn Balladen darunter waren, die tragische Momente besungen haben.

„Roger hat viele solcher [Glücks-]Momente geschaffen. Mit federnder Leichtigkeit, aus Freude an dem was er tat. Und zum Glück aller, die dabei sein durften“, schrieb der Cicero-Biograf Nils Jung. Er hat Recht. Die CD „Glück ist leicht“ bringt viele dieser Momente zurück ins Gedächtnis und ins Herz. Und auch, wenn es schwerfällt, die Lieder noch mal zu hören, so zeigen sie doch, was für ein Glück es war, dass ein Talent wie Roger Cicero sie gesungen hat.

 
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