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Glück im Grünen : Ein Garten für alle Sinne

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Doris Burghardt hat am Nord-Ostsee-Kanal eine inspirierende Oase geschaffen.

Wer durch das Tor den Garten von Doris Burghardt betritt, weiß sofort: Diese Frau hat einen grünen Daumen. Auf 5000 Quadratmetern am Nord-Ostsee-Kanal bringt sie Jahr für Jahr verschiedenste Blumen zum Blühen, zieht Gemüse und Kräuter und hat mit ihrer Freude am Gärtnern schon hunderte Besucher angesteckt, die sich reich an Inspiration wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Anfangs war er nur Hobby, der Garten rund um das 1895 erbaute Kanalhaus, in dem Doris Burghardt und Ingo Kruse ihr Zuhause gefunden haben. Ein paar Jahre gingen ins Land, bis die ausgebildete Textilingenieurin erkannte, dass das Gärtnern mehr als eine Freizeitbeschäftigung für sie ist. Ihren Bürojob als Personalchefin hängte sie an den Nagel und machte 2002 eine Ausbildung im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Das war anfangs etwas komisch, neben 16-Jährigen wieder die Schulbank zu drücken“, sagt Doris Burghardt. „Aber die Ausbildung hat  mir sehr gut gefallen.“ Das spiegelte sich auch in ihrem Abschlusszeugnis wider: Sie war landesweit die Beste ihres Jahrgangs.

Heute reihen sich im Gemüsegarten akkurat ausgerichtet Rote Bete, Bohnen, Salat, Zwiebeln, Zucchini, Kürbisse, Möhren, Schalotten und auch Kartoffeln aneinander, eingerahmt von Buchsbaum und Lavendel. Im Gewächshaus ranken Tomaten. Mehr als 20 verschiedene Sorten hat Doris Burghardt ausgewählt – für jeden Geschmack ist garantiert die richtige dabei, sei es die kräftig dunkle „Black Cherry“, die süße „Small Egg“ oder „Balkon Star“, eine kleine Buschtomate, die frühe und gute Erträge liefert.

Im Duft- und Kräutergarten findet sich eine Sammlung von Kräutern aus der ganzen Welt. „Schnuppern ist hier einfach Pflicht“, sagt die Gärtnerin und lädt ein, hier und da die Blätter vorsichtig zu reiben, denn manche Kräuter geben ihren Duft dann erst frei. Olivenkraut wächst dort, das wirklich das Aroma von grünen Oliven hat, Currykraut und verschiedenes Basilikum. „Das afrikanische hat eine Anisnote und ist sehr aromatisch. Eine geschmackliche Überraschung in jedem Gericht“, verrät Burghardt, die gern kocht und isst und für ihre Besucher zu jedem Kraut immer ein passendes Rezept parat hat.

Vorbei am Wohnhaus führt der Weg in den Waldgarten. Wenn das Blätterdach der alten Eichen im Frühling noch luftig ist, wachsen dort Anemonen, Lerchensporn, Schlüsselblumen und Elfenkrokusse. Schließt sich das Blätterdach, lösen verschiedene Grüntöne die Blütenpracht ab. Der angrenzende Rosengarten lässt das Herz von Romantikern höher schlagen – in Kombination mit Gräsern und ein paar spät blühenden Stauden kommen dort verschiedene Rosen zur Geltung. „Besonders schön ist es hier im Frühsommer, wenn die meisten Rosen blühen und die Luft erfüllt ist von ihrem Parfüm“, schwärmt Doris Burghardt. Dann blüht auch die Ramblerrose Paul‘s Himalayan Musk, die sich mit ihren rosafarbenen Blüten bis in die Krone einer uralten Birne hinaufschlängelt.

Wenige Meter weiter erstreckt sich ein Teich mit verschiedenen Binsen und Wasserminze im Garten - Kulisse für blaue Iris und eine botanische Besonderheit, die Stacheldrahtrose, die weniger durch ihre unscheinbare Blüte als vielmehr die leuchtend roten Stacheln fasziniert. Dahinter lädt ein asiatisches Teehaus zum Entspannen bei leiser Meditationsmusik ein.

In der Saison öffnet Doris Burghardt ihre Gartenpforte für Besucher am Wochenende, Führungen für Gruppen sind nach Anfrage möglich. Die Gäste können die bunte Vielfalt dann nicht nur riechen und fühlen, sondern auch schmecken: Die Gärtnerin bietet  Kuchen und „Kanal-Vital“-Schnitten – selbst gebackenes Brot mit frisch zubereitetem Kräuterquark und Tomaten, an. „Ich möchte zeigen, was es alles gibt und dass man vieles ganz leicht und lecker ohne großen Aufwand selbst zubereiten kann“, erklärt sie. Und das gelingt ihr auch: „Mancher geht mit dem Wunsch, sofort etwas zu machen, und wenn es nur im Topf auf dem Balkon ist.“

 
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erstellt am 08.Feb.2017 | 11:43 Uhr

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