„Erste Hilfe“ bei Diebstahl : Wenn das Handy geklaut wurde - das ist jetzt zu tun

Wenn das Handy aus der Tasche gestohlen wurde, ist keine Zeit zu verlieren.

shz.de von
16. August 2018, 05:02 Uhr

Es passiert oft schneller, als man gucken kann: Das Handy wird geklaut. Das große Problem neben dem materiellen Verlust: Oft befinden sich auf dem Gerät auch noch persönliche Daten und Bilder. Schon im Vorfeld kann man einige Vorkehrungen treffen. Mit diesen Tipps ist man gewapnet.

Tipp 1: Die Seriennummer des Handys notieren

Eine Information, die man am besten direkt nach dem Kauf notieren sollte, ist die „International Mobile Equipment Identity“ (IMEI) des Handys. Diese Seriennummer ermöglicht es, ein Endgerät einwandfrei zu identifizieren und seinem Nutzer zurückzugeben. Etwa dann, wenn das Handy im Fundbüro oder bei Polizeiermittlungen auftaucht. Dafür muss man den Handy-Diebstahl allerdings bei der Polizei anzeigen. Die IMEI, eine 15-stellige Seriennummer, ist auf dem Typenschild des Handys zu finden. Das befindet sich meist unter dem Akku. Man kann auch die Tastenkombination „Stern-Raute-Null-Sechs-Raute“ eintippen. Dann erscheint die IMEI im Display des Mobiltelefons.

Tipp 2: Daten regelmäßig sichern

Damit wichtige Daten nicht verloren gehen, die auf dem Handy gespeichert sind - wie etwa Adressen, Termine und Geburtstage - sollten diese regelmäßig auch unabhängig vom Mobiltelefon gesichert werden. Dafür gibt es eine spezielle Software, die persönliche Daten zwischen Handy und Computer synchronisiert. Auch Online-Dienste bieten an, eine Sicherheitskopie der Daten in einer Internet-Datenbank abzuespeichern.

Tipp 3: Das Handy sperren

Ein zusätzlicher Schutz vor Missbrauch durch Unbefugte ist die automatische Tastensperre mit Geheimnummer. Mit ihr sperrt sich das Handy selbst und kann nur durch Eingabe einer Geheimnummer wieder genutzt werden. Unbefugte können das Handy so nicht nutzen. Viele Geräte bieten eine weitere Funktion, die das Telefon verriegelt, wenn es ausgeschaltet oder eine fremde Sim-Karte eingelegt wurde. Entsperren kann es dann nur eine vom Nutzer festgelegte Geheimnummer. Das macht das Handy für den Dieb wertlos, wenn er eine andere Sim-Karte einlegt.

 Geräteversicherungen zahlen bei einem Diebstahl in der Regel keinen Cent. Foto: Andrea Warnecke
Geräteversicherungen zahlen bei einem Diebstahl in der Regel keinen Cent. Foto: Andrea Warnecke
 

Tipp 4:  Ruhig bleiben und das Handy erst einmal suchen

Ist es doch geschehen und das Handy nicht auffindbar, sind ebenfalls einige Schritte zu beachten. Als erstes sollte man das vermisste Handy anrufen. Klingelt es dann in der Nähe, war die ganze Aufregung umsonst. Falls niemand abnimmt empfiehlt es sich, eine Nachricht mit den eigenen Kontaktdaten zu schicken. Schließlich besteht immer noch die Chance, dass ein ehrlicher Finder sich meldet. Dann kann man direkt einen Übergabe-Termin und eventuell einen Finderlohn vereinbaren.

Falls der Rufton des Handys auf lautlos eingestellt ist, bringt der Trick mit dem Anruf einen natürlich nicht weiter. In diesem Fall könnte eine Suche per Bluetooth-Funkverbindung klappen, wenn diese Funktion beim Handy aktiviert ist. Mit einem Computer, der über Bluetooth verfügt, durchsucht man die Umgebung nach weiteren Bluetooth-Geräten. Erscheint das Handy, kann es nur wenige Meter entfernt sein. Auch über eine Ortungs-App kann das Gerät unter Umständen wiedergefunden werden. Abhängig davon, ob es sich um ein iOS- oder Android-Gerät handelt, gibt es unterschiedliche Ortungsmöglichkeiten, die aber in der Regel vorher auf dem Gerät aktiviert werden müssen.

Tipp 5: Die Sim-Karte sperren lassen

Falls die Suche nach dem Handy erfolgslos war, lassen Sie die Sim-Karte Ihres Handys sofort sperren. Das geht telefonisch unter der Nummer 116 116. Man kann das Gerät dann nicht mehr anrufen, Unbefugte können dann aber auch nicht mehr über Ihren Anschluss telefonieren. Für das Entsperren oder für eine neue SIM-Karte fallen aber in der Regel Gebühren an.

Man kann seine Karte auch über das Online-Kundenportal selbst sperren. Zum Sperren benötigt man meist die folgenden Angaben: Handyrufnummer, SIM-Kartenrufnummer, Kundennummer und Kundenkennwort. Es ist ratsam, die notwendigen Daten aus den Vertragsunterlagen zu notieren und für den Notfall griffbereit zu halten. Die Sim-Kartennummer ist ebenfalls auf der Sim-Karte vermerkt, die im Handy steckt. Es bleiben aber trotz des Verlustss eines Handys aber sowohl die Handynummer als auch das Guthaben einer Prepaid-Karte erhalten. Diese Informationen sind beim Mobilfunkanbieter gespeichert, nicht auf dem Handy selbst.

Tipp 6: Passwörter ändern

Falls das Handy auch E-Mails aus anderen Konten empfängt, sollte man die Passwörter dieser Konten ändern. Bei der Vermutung, dass Unbefugte Zugriff auf eins oder mehrere der eigenen Internet-Konten haben, sind Freunde und Bekannte zu informieren, deren E-Mail-Adresse man gespeichert hat. Ist es bereits zu spät und hat man keinen Zugriff mehr auf die eigenen E-Mail-Konten, weil die Passwörter bereits geändert wurden, sollten alle Bankkonten und Kreditkarten gesperrt werden, die man im Internet für Bezahlvorgänge verwendet hat, ebenso wie das Paypal-Konto, falls vorhanden.

Tipp 7: Handydiebstahl - wann die Versicherung zahlt

Wenn das Handy nicht bei einer öffentlichen Party, sondern bei einem Einbruch in den eigenen vier Wänden gestohlen wurde oder wenn die Herausgabe des Handys bei einem Raubüberfall mit Gewalt erzwungen wurde, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Ein Überfall muss allerdings umgehend der Polizei gemeldet werden. War Leichtsinn im Spiel, springt die Hausratversicherung nicht ein.

Quelle: Arag-Presseservice

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