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Leseraktion „Das erste Auto“ : „Weltkugel“ hält Wasser stand: Als 19-Jähriger im Ford Taunus durch Dänemark

vom
Aus der Onlineredaktion

Für unsere Leseraktion hatten wir Sie gebeten, Ihr Erinnerungsfoto an Ihr erstes Auto mit einer kurzen Erläuterung zu schicken. Die schönsten Geschichten können Sie in einer Serie auf shz.de lesen. Heute: Teil 1

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 06:45 Uhr

Uetersen | Lange ausgehalten hat es Norbert Boldt mit keinem seiner Autos. „Bislang hatte ich schon über 40 Wagen“, sagt der 71-jährige Uetersener. In besonderer Erinnerung ist ihm sein erster Wagen geblieben, ein Ford Taunus 12 M („Weltkugel“). „Das war mein Traumwagen“, sagt er. „Wenn ich an ihn zurückdenke, gerate ich noch heute in Verzückung.“

Das war auch schon vor 53 Jahren der Fall, als der damals 19 Jahre alte Norbert Boldt sich das Auto kurz nach der bestandenen Führerscheinprüfung zulegte. „Damals habe ich mir 2000 Mark von meiner Oma geliehen.“ Als Gebrauchtwagen mit 40.000 Kilometern, neu wäre der Ford Taunus für Boldt nie und nimmer finanzierbar gewesen.

Bis heute erinnert sich Norbert Boldt gern an sein erstes Auto zurück. Foto: Privat
Bis heute erinnert sich Norbert Boldt gern an sein erstes Auto zurück. Foto: Privat

Ein über dem Kühlergrill mittig in die Motorhaube integrierter Globus verhalt dem Ford Taunus zu seinem Spitznamen „Weltkugel“. Und dem wollte Norbert Boldt unbedingt alle Ehre machen: „Bei meiner ersten Tour mit dem Auto bin ich mit einem Freund von Hamburg aus die gesamte Nordseeküste bis ganz in den Norden Dänemarks gefahren und an der Ostseeküste mit einem Abstecher nach Kopenhagen wieder zurück.“

Von Pannen blieben die beiden unterwegs verschont. „Dabei waren die Wagen damals recht anfällig für Probleme mit den Reifen, dem Zündverteiler oder den Zündkerzen“, berichtet Boldt. Auch die Durchquerung eines hüfthohen Prils bei Rømø überstand das Auto unbeschadet. „Wir hatten uns verfahren und mussten dann dadurch, es gab beim Aufprall aufs Wasser einen schönen Rumms“, erinnert sich Boldt.

So lieb er den Wagen damals gewonnen hatte, nach nicht einmal drei Jahren verkaufte Boldt ihn wieder. „Ich war jung und wollte ein anderes Auto fahren und kennenlernen“, sagt er heute - und schwärmt in den höchsten Tönen von dem Ford Taunus. „Das war ein schönes Fahrgefühl, auch die Form des Autos war toll und vorn beim Fahrer gab es statt zwei Sitzen eine durchgehende Bank.“

Mit den neuen, modernen Wagen aus der Gegenwart sei das nicht mehr zu vergleichen. „Die sehen heute doch alle gleich aus, wie Ostereier.“ Daher hat Norbert Boldt auch für sich beschlossen: „Wenn mir noch einmal eine ,Weltkugel' angeboten werden würde, würde ich sie in gut erhaltenem Zustand auf jeden Fall noch einmal kaufen.“

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