Übertragen und kürzen : Urlaubsanspruch trotz Elternzeit

<p>Die ersten Monate sind für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Und auch immer mehr Väter nutzen die Elternzeit, um das Heranwachsen mitzuerleben. </p>

Die ersten Monate sind für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Und auch immer mehr Väter nutzen die Elternzeit, um das Heranwachsen mitzuerleben.

Zwar kann der Arbeitgeber den Anspruch auf Urlaub von Arbeitnehmern in der Elternzeit kürzen, jedoch können Eltern während ihrer Arbeitspause weiterhin Urlaub erwerben.

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17. Juli 2018, 03:57 Uhr

Resturlaub aus der kinderlosen Zeit bleibt bestehen

Anders als bei normalem Resturlaub gibt es bei Eltern, die sich in der Elternzeit befinden, für nicht genommenen Urlaub aus dem Vorjahr keine zeitliche Begrenzung bei der Übertragung der freien Tage in das nächste Jahr. Nicht beanspruchte Urlaubstage bleiben somit bis zum Beginn der Elternzeit bestehen und verfallen auch nach Jahren nicht. Urlaub sammelt sich sogar dann weiter an, wenn während der Elternzeit ein Geschwisterchen auf die Welt kommt und erneut Elternzeit genommen wird. Erst wenn das nächste Jahr nach dem Ende der Elternzeit erreicht wird, kann der Urlaubsanspruch verfallen.

Urlaubsansprüche wachsen weiter

Wenn Mutter oder Vater sich in Elternzeit befinden, ist das Arbeitsverhältnis natürlich nicht beendet, sondern pausiert nur. Das bedeutet auch, dass die Anzahl der Urlaubstage, die die Eltern in ihrem bisherigen Arbeitsverhältnis bekommen haben, weiterhin automatisch erworben werden. Dies gilt allerdings nur solange der Arbeitgeber nicht von seiner Kürzungsmöglichkeit Gebrauch macht.

<p>Während der Elternzeit können Eltern weitere Urlaubsansprüche erwerben. Der Arbeitgeber kann den Urlaub jedoch kürzen. </p>
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Während der Elternzeit können Eltern weitere Urlaubsansprüche erwerben. Der Arbeitgeber kann den Urlaub jedoch kürzen.

 

Die Anzahl der Urlaubstage kann auch gekürzt werden

Laut § 17 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) ist der Arbeitgeber im Recht, für jeden vollen Kalendermonat innerhalb der Elternzeit den Urlaub der Arbeitnehmer um ein Zwölftel zu kürzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei einem Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr 7,5 Urlaubstage gestrichen werden dürfen. Bei der Berechnung ist unbedingt zu beachten, dass die Kürzung nur für volle Monate möglich ist. Beginnt oder endet die Elternzeit im Laufe eines Monats, darf der Arbeitgeber den Urlaub nicht kürzen.

Kürzen darf der Arbeitgeber außerdem nur, wenn Beschäftigte vollständig zu Hause bleiben. Wer in der Elternzeit weiter in Teilzeit arbeitet, muss keine Kürzung befürchten. Stattdessen erwerben Teilzeitbeschäftigte weiter Urlaub gemäß der vereinbarten Teilzeit. Wer seine Arbeit also auf ein Drittel reduziert, erhält somit ein Drittel des bisherigen Urlaubsanspruchs für die Vollzeitbeschäftigung. Entscheidend für die Kürzung ist in jedem Fall, dass der Arbeitgeber die Kürzung auch erklärt hat, da diese nicht automatisch erfolgt.

Keine nachträgliche Kürzung nach der Kündigung

Einen festen Zeitpunkt, zu dem der Arbeitgeber die Kürzung erklären muss, gibt es nicht. Sie kann auch noch nach einer beendeten Elternzeit erfolgen. Voraussetzung ist laut einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2015 allerdings, dass das Arbeitsverhältnis und der damit verbundene Urlaubsanspruch noch bestehen. Nicht mehr beschäftigte Arbeitnehmer müssen keine Kürzung akzeptieren (Az.: 9 AZR 725/13). Das ist von Bedeutung, da bis zur Beendigung nicht genommener Urlaub vom Arbeitgeber in barer Münze abgegolten werden muss. Das kann je nach Verdienst und Resturlaub eine nicht unerhebliche Summe sein.

(Mit Material von Arag Versicherungen)

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