Internationaler Tag der Katze : Unfallflucht auf vier Pfoten - Sieben ungewöhnliche Gerichtsfälle rund um die Katze

<p>Und zack, weg ist der Stubentiger. Wer sich eine Katze hält, muss bedenken, dass er als Halter immer eine Verantwortung für das Haustier trägt.</p>

Und zack, weg ist der Stubentiger. Wer sich eine Katze hält, muss bedenken, dass er als Halter immer eine Verantwortung für das Haustier trägt.

Am 8. August, dem internationalen Tag der Katze, dreht sich alles um den Stubentiger. Dass die Tiere zu den beliebtesten Haustieren gehören, zeigen auch die vielen Gerichtsfälle, in denen Katzen im Mittelpunkt standen.

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08. August 2018, 04:03 Uhr

1. Nur zwei Katzen erlaubt

Wer mehrere Katzen in der Nachbarschaft frei herumlaufen lässt, sollte bedenken, dass im Streitfall die Anzahl der eigenen Katzen eingeschränkt werden kann. In Lüneburg hatten sich die Nachbarn über den Dreck in ihren Gärten beschwert, der von vier frei laufenden Katzen verursacht wurde. Die Richter entschieden, dass dieser Dreck nicht zumutbar sei und selbst für ländliche Gegenden zu viel war. Der Katzenliebhaber musste daraufhin zwei der Tiere abschaffen.

<p>Fühlen sich die Nachbarn durch den Dreck der Katzen in ihren Gärten belästigt, kann es passieren, dass der Halter einige seiner Katzen abgeben muss. </p>
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Fühlen sich die Nachbarn durch den Dreck der Katzen in ihren Gärten belästigt, kann es passieren, dass der Halter einige seiner Katzen abgeben muss.

2. Tätersuche per DNA

In einem konkreten Fall verdächtigte ein Fahrzeugbesitzer die Katze seines Nachbarn, Kratzer auf seinem Autodach hinterlassen zu haben, denn dort hatte er sie häufig sitzen sehen. Einen ausreichenden Beweis hatte er allerdings nicht. Deshalb verweigerten ihm die angerufenen Richter den Schadensersatz. Er bot daraufhin an, eine DNA-Analyse des auf seinem Dach gefundenen Katzenhaares durchführen zu lassen. Doch zum Nachteil des Autobesitzers reicht eine DNA-Analyse nicht aus, da sie nicht beweisen kann, dass eben jene Katze für die Kratzspuren im Lack verantwortlich war.

<p>Auf warmen Autodächern finden Katzen nicht selten ihren Lieblingsplatz.</p>
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Auf warmen Autodächern finden Katzen nicht selten ihren Lieblingsplatz.

3. Einbruch durch die Katzenklappe

In der Regel ist das Montieren einer Katzenklappe eine sinnvolle Maßnahme für Katzenbesitzer, da ihr Vierbeiner so ein- und ausgehen kann, ganz wie es ihm beliebt. Wird dieser Katzeneingang jedoch missbraucht und als Einbruchhilfe genutzt, kann es passieren, dass die Opfer auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben. Als nämlich Einbrecher in Dortmund die Katzenklappe nutzten, um die Tür aufzubrechen, musste die Hausratversicherung in dem konkreten Fall nicht für den Schaden und die gestohlenen Gegenstände aufkommen.

Eine Katzenklappe ist zwar praktisch, aber leider auch eine Einladung für Einbrecher.
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Eine Katzenklappe ist zwar praktisch, aber leider auch eine Einladung für Einbrecher.

 

4. Katzennetz gegen den Absturz

Dass auch Katzen, die in der Wohnung gehalten werden und keinen Zugang zum Garten haben, frische Luft mögen, liegt auf der Hand. Eine Katzenliebhaberin hatte speziell für diesen Zweck ein Netz auf dem Balkon ihrer Mietwohnung angebracht, damit ihre vierbeinige Mitbewohnerin beim Frische-Luft-Schnappen nicht abstürzt. Was für die Katze sicherlich eine nette Geste war, war für den Vermieter alles andere als in Ordnung und er verlangte, die Konstruktion aus Holzlatten und grobmaschigem Netz zu entfernen. Und obwohl die Mieterin darauf pochte, dass sie dieses Netz benötigte, um ihre Katze sicher halten zu können, gaben die Richter dem Vermieter Recht. Dadurch, dass es sich nicht nur um ein leichtes Netz handelte, sondern auch durch Holzlatten fixiert wurde, erkannten sie eine bauliche Veränderung und damit einen vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung. Die Mieterin musste das Netz deshalb entfernen.

<p>Netze auf dem Balkon sollen die Katze vor einem Sprung in die Tiefe schützen. </p>
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Netze auf dem Balkon sollen die Katze vor einem Sprung in die Tiefe schützen.

 

5. Strafe für beanspruchtes Parkett

Normalerweise müssen Mieter für kleine Kratzer durch ihre Stubentiger nicht aufkommen, da sie in der alltäglichen Nutzung als unvermeidbar gelten. Wird der Boden jedoch im übermäßigen Maße durch Haustiere beschädigt, sieht die Sache anders aus. Eine Mieterin aus Osnabrück musste für ihren bedenkenlosen Umgang mit ihren Katzen schließlich teuer bezahlen: In der Drei-Zimmer-Wohnung lebten gleich drei Katzen, die häufig über viele Stunden Hinweg ohne Aufsicht waren und den Parkettboden als Katzenklo missbrauchten. Dies hatte zur Folge, dass nach Auszug der Mieterin nicht nur der Parkettboden ausgetauscht, sondern die darunter liegende Betondecke abgefräst werden musste. Die Haftpflichtversicherung der Katzenfreundin weigerte sich, den Schaden zu übernehmen. Ihre Begründung, der auch die angerufenen Richter im konkreten Fall folgten: Die Wohnung sei durch die Anzahl der Tiere übermäßig genutzt und beansprucht worden.

<p>Wird ein Laminat- oder Parkettboden durch Katzenkrallen im alltäglichen Rahmen ein wenig zerkratzt, zählt dies in der Regel zur normalen Abnutzung, für die der Mieter nicht aufkommen muss.</p>
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Wird ein Laminat- oder Parkettboden durch Katzenkrallen im alltäglichen Rahmen ein wenig zerkratzt, zählt dies in der Regel zur normalen Abnutzung, für die der Mieter nicht aufkommen muss.

 

6. Wenn die Katze Unfallflucht begeht

Ist eine Katze für einen Unfall verantwortlich, ist es so geregelt, dass der Halter des Tiers für die Katze haften und für den Schaden aufkommen muss. Problematisch wird es allerdings, wenn die Katze nicht zweifelsfrei als „Täterin“ identifiziert werden kann. Im vorliegenden Fall war ein Radfahrer gestürzt, weil er wegen einer querschießenden Katzen ein plötzliches Ausweichmanöver vornehmen musste. Die Richter hatten den beiden Zeugen und dem Opfer einige Fotos von verschiedenen Katzen aus der Nachbarschaft vorgelegt, doch einwandfrei identifizieren konnte den vierbeinigen Unfallverursacher keiner der Befragten. Schließlich waren sie sich nicht einmal mehr über die Farbe der Katze einig, da es zur Tatzeit bereits dämmerte. Daraufhin wurde der Fall zu den Akten gelegt und die Schadensersatzforderung des Radfahrers abgewiesen.

<p>Einmal nicht an das Fenster gedacht und schon ist die Katze ausgebüchst. Dann bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht den Weg zur Straße findet. </p>
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Einmal nicht an das Fenster gedacht und schon ist die Katze ausgebüchst. Dann bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht den Weg zur Straße findet.

7. Katzenfüttern im Hof verboten

An sich sollte nichts dagegen sprechen, seine Katze außerhalb der eigenen vier Wände zu füttern. Allerdings haben Nachbarn die Möglichkeit, sich darüber zu beschweren, wenn sie Angst haben, dass das Futter Ratten anlocken könnte oder der Geruch zu unangenehm wird. Dann steht es dem Vermieter durchaus zu, das Katzenfüttern im Hof zu untersagen. Dieser Fall trat in Rheinland-Pfalz ein, als eine Katzenbesitzerin ihrem Haustier sein Futter im Hof servierte, da sie sich durch die Katze und den Futternapf in ihrer Küche beengt fühlte. Die Nachbarn beobachteten, dass das fleischhaltige Futter viele Ratten anlockte.

<p>Eine kleine Küche ist kein Grund, das Katzenfüttern nach draußen zu verlegen.</p>
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Eine kleine Küche ist kein Grund, das Katzenfüttern nach draußen zu verlegen.

 

(Mit Material der Arag Versicherung)

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