Teure Anrufe aus dem Ausland : Trick „verpasster Anruf“: Das verbirgt sich hinter den so genannten Ping-Anrufen

Die Bundesnetzagentur hat erneut die Pflicht zur Preisansage angeordnet, um „Ping Calls“ keine Chance zu geben.

Julia Gohde klein.JPG von
15. Februar 2019, 05:02 Uhr

Vermutlich jeder, der ein Smartphone oder Telefon hat, hat diese Situation schon einmal erlebt: Es klingelt, man selbst ist aber nicht so schnell wie der Anrufende und drückt zu spät auf die grüne Taste. Schon leuchtet der verpasste Anruf auf dem Display auf. Die Nummer wird angezeigt, der Kontakt ist allerdings nicht im Telefonbuch hinterlegt. Vielleicht war es etwas Wichtiges? Oft siegt die Neugierde - oder auch der geübte Handgriff - und man ruft den unbekannten Anrufer zurück. Leider verbirgt sich dahinter jedoch nicht immer eine Freundin, die eine neue Nummer hat, ein Kollege oder das Ehepaar von nebenan: Manchmal steckt auch ein Trick dahinter.

„Ping Call“ nennt man Anrufversuche, die absichtlich besonders kurz ausfallen, um einen Rückruf zu provozieren und den Anrufenden möglichst lang in der Leitung zu halten. Ein solcher Rückruf geht dann häufig in ein Land außerhalb der EU. „Oft nach Serbien, Marokko oder Tunesien. In diesen Ländern handelt es sich zusätzlich um teurere Service-Nummern, die drei Euro pro Minute oder mehr kosten. Das Geld geht an die Betrüger“, schreibt der Versicherungskonzern Arag in einer Presseinfo.

Mit dem Ende der Preisansageverpflichtung kamen die Anrufe

Obwohl das Jahr noch jung ist, sind allein in den ersten Wochen des Jahres 2019 bereits ca. 14.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Wenn man selbst als potenzialles „Opfer“ angerufen wurde, ist dies in der Regel Zufall. Die Nummern werden von Computern willkürlich durchprobiert oder basieren auf Daten-Sammlungen gehackter Webseiten, die im Netz gehandelt werden.

Um diesen Betrug bzw. teure Rückrufe zu verhindern, hat die Bundesnetzagentur nun erneut angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für 56 internationale Vorwahlen geschaltet werden muss - dazu zählen u.a. Länder aus Afrika, Osteuropa und dem pazifischen Raum. Die Preisansage informiert Anrufer darüber, dass sie gerade eine ausländische Nummer anrufen und der Anruf ab dem Signalton mit hohen Kosten verbunden sein könnte. Die bisherigen Preisansageverpflichtung war am 31. Dezember 2018 ausgelaufen, wird jetzt aber reaktiviert: Bis spätestens zum 1. März 2019 müssen die Mobilfunknetzbetrieber und -anbieter nun die Preisansage wieder umsetzen.

Die Bundesnetzagentur rät zur Vorsicht

Die Bundesnetzagentur rät, aufmerksam zu sein und keine Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus dem entsprechenden Land erwartet wird. Wer belästigt wird, kann den Trick-Anruf auch bei der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/PingAnruf melden. Auf der Webeseite ist außerdem eine Liste mit allen bisher gemeldeten Rufnummern, von denen ein Ping-Anruf ausging, aufrufbar. Falls man doch auf den Trick hereingefallen ist und zur Kasse gebeten wird, gibt es Hoffnung: „Findet sich die Nummer, mit der Sie reingelegt wurden, auf dieser Liste der Bundesnetzagentur, dürfen die Kosten nicht mehr berechnet werden. Sie können Ihre Rechnung gegenüber Ihrem Anbieter um den entsprechenden Betrag kürzen, sollten sich dabei aber ausdrücklich auf die Bundesnetzagentur beziehen“, so die Arag-Experten.
 

(Mit Material von Arag und Bundesnetzagentur)

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