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Leseraktion „Das erste Auto“ : Traumauto nach Trauer: Leif Grygas lebt seinen Traum nach Schicksalsschlag

vom
Aus der Onlineredaktion

Für unsere Leseraktion hatten wir Sie gebeten, Ihr Erinnerungsfoto an Ihr erstes Auto mit einer kurzen Erläuterung zu schicken. Die schönsten Geschichten können Sie in einer Serie auf shz.de lesen. Heute: Teil 2

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 05:15 Uhr

Viele Deutsche verbinden das Jahr 2006 mit den Jubel-Bildern des Sommermärchens, der Fußball-Weltmeisterschaft. Für Leif Grygas aus Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist es das Jahr, in dem seine Mutter unerwartet starb. „Sie war kerngesund, ging am Montag noch zur Arbeit, legte sich abends ins Bett - und wachte nicht mehr auf.“

Die Nachricht war ein Schock für den damals 25-Jährigen. „Als ich erfuhr, dass meine Mutter plötzlich gestorben ist, hat es mich zunächst aus der Bahn geworfen“, sagt Leif Grygas.

Leif Grygas bereut den Kauf seines Firebirds bis heute keineswegs. Foto: Privat
Leif Grygas bereut den Kauf seines Firebirds bis heute keineswegs. Foto: Privat

Dadurch habe er gemerkt, wie schnell und plötzlich das Leben vorbei sein könne. „Daher habe ich gedacht: Lebe deinen Traum, wer weiß, ob du nicht auch irgendwann so plötzlich stirbst.“ Der Traum war in diesem Fall sein Traumwagen - ein amerikanischer Musclecar. „Von diesen Autotypen bin ich fasziniert, seit ich in meiner Kindheit ,Knight Rider' im Fernsehen gesehen habe“, sagt Grygas.

Schlechte Abgaswerte: 862 Euro Kfz-Steuer jährlich

Und so kaufte er sich nach einiger Internetrecherche im Saarland einen roten Pontiac Firebird Trans AM GTA, Baujahr 1987. Sein erstes eigenes Auto. Bis dahin hatte der damals frisch ausgelernte Elektriker nur einen Opel Corsa mitbenutzt. „Eigentlich hatte ich auch gar kein Geld für ein Auto über“, berichtet Grygas. „Aber nachdem die Haushälfte meiner Mutter verkauft und ihre Lebensversicherung aufgelöst war, habe ich das Geld dafür verwendet.“

Die Investition hat er bis heute nicht einmal für eine Sekunde bereut, dafür macht ihm das Fahren einfach zu viel Spaß - auch wenn der Wagen teuer in der Unterhaltung ist. „Da er nur die Abgasnorm Euro 1 hat, zahle ich über 860 Euro jährlich an Steuer“, sagt Grygas. Hinzu kommen noch die Kosten für Versicherung, Benzin - rund 13 Liter pro 100 Kilometer - und Reparaturen. „Die Ersatzteile müssen häufig aus den USA geliefert werden“, sagt Grygas. „Sie sind nicht teuer, dafür halten sie aber oft auch nicht lange.“

2017 gibt's ein H-Kennzeichen

Trotzdem denkt der 34-Jährige derzeit nicht daran, den Firebird wieder abzugeben. „Das könnte ich nicht, dafür hänge ich einfach zu sehr an dem Wagen“, sagt er - und fügt augenzwinkernd hinzu: „Nächstes Jahr wird er 30 Jahre alt und bekommt ein Oldtimer-Kennzeichen, dann wird er auch steuerlich sehr viel günstiger.“

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