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Wedel : Heidrun Jess

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Durch Zufall gelangte sie an ein Journal und schickte ein witziges Bewerbungsfoto ein. Sie überlegte, ob sie zum Casting kommen sollte - und ist nun weiter.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2013 | 03:25 Uhr

Wenn man die Wohnung von Heidrun Jess (68) und ihrem Mann am Wedeler Strandbaddamm betritt, verschlägt es einem erstmal die Sprache: auf 150 Quadratmetern feinster Geschmack, Kamin, Riesenterrasse im zweiten Stock und zweimal Elbblick, einmal rechts und einmal in der Mitte der Eigentumswohnung. Hier lässt es sich leben. Und erahnen, was der Ehegatte, mittlerweile in Pension, von Beruf war - Architekt.

Auch Jess, die 31 Jahre lang in Uetersen für die "zweitgrößte deutsche Krankenkasse" halbtags als Sachbearbeiterin gearbeitet hat, ist in Rente. Und somit hat sie genug Zeit, dem nachzugehen, was sie am liebsten macht: sportiv unterwegs sein. "Zusammen mit drei anderen Damen spielen wir bei jedem Wind und Wetter auf dem 27-Loch-Golfplatz Schloß Breitenburg bei Itzehoe einmal in der Woche eine Platzrunde", so Jess, die jedoch mit ihrem Sportlerlatein noch nicht am Ende ist. Würde sie nicht aktuell eine Meniskusoperation davon abhalten, stünde sie jetzt nämlich irgendwo hochalpin auf Skiern, um Hänge zu testen. Oder in einer Heistmer Halle zum Tennis spielen. Was auch zu dem ungewöhnlichen Bewerbungsfoto zum Contest führte, das sie in einer Trachtenlederhose zeigt: "Eine Tennisfreundin ist leider 2012 an Krebs gestorben. Sie hatte mir die Tracht hinterlassen, weil ich die einzige mit der passenden Größe war."

Während sie das erzählt, stürmt der Dackelherr "Sam" die Szene und schmiegt sich schwanzwedelnd an Frauchen. "Ich habe seit 34 Jahren Dackel, Sam ist mein dritter. Der davor ist 18 Jahre alt geworden", so Jess, 15 Jahre seien üblich.

Ungewöhnlich wäre es auch gewesen, wie sich Jess, die aus erster Ehe einen Sohn und ein Enkelkind hat, und ihr jetziger Mann kennengelernt haben: "Wir stammen beide aus dem ehemaligen in Ostpreußen aus der Kreisstadt Insterburg. Auf einer Busfahrt zu unserem Geburtsort, den wir unabhängig voneinander kennenlernen wollten, hat es zwischen uns gefunkt." Das war vor acht Jahren. Bis heute habe sie ihren Jürgen "ganz, ganz doll lieb". Als weitere Vorlieben nennt Jess vor allem das Stricken: "Ich habe sie nicht gezählt, aber hunderte Socken waren es bestimmt, die ich für meinen Mann schon gestrickt habe." Und einmal im Monat trifft sie sich mit einer festen Truppe zum Doppelkopf spielen. "Es macht einen Riesenspaß, weil es dabei auch um Gestik geht. Zögern verrät beispielsweise ein schlechtes Blatt." Auch an Bridge hat sie sich jetzt herangetraut: "Das lerne ich noch, habe aber eine hervorragende Lehrerin." Auf der Wunschliste der Spiele stehe auch Schach. Die Schulbank dafür drückt sie bei ihrem Mann.

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