Eine Kandidatin erzählt : „Der Top-Model-Contest hat mein Selbstbewusstsein frisiert“

Der Top-Model-Contest 2018 macht den Anfang. Mittlerweile ist Sabine Heyden-Straub für mehrere Modelagenturen aktiv.

Der Top-Model-Contest 2018 macht den Anfang. Mittlerweile ist Sabine Heyden-Straub für mehrere Modelagenturen aktiv.

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02. März 2019, 10:05 Uhr

Die Plönerin Sabine Heyden-Straub gehört zu den zwölf Frauen, die 2018 den Top-Model-Contest gewannen und am Ende auf den Laufsteg durften. Die Teilnahme habe ihre Einstellung zum Leben verändert, bilanziert sie.

shz: Was hat Sie vor einem Jahr überhaupt dazu bewogen, bei der Aktion mitzumachen?

Sabine Heyden-Straub: Eine meiner ältesten Freundinnen ist im letzten Jahr mit gerade einmal 50 Jahren gestorben, nur wenige Monate später verschied noch ein fast gleichaltriger Freund von mir. Und bei mir selbst stand der runde Geburtstag unmittelbar bevor. Das Älterwerden war für mich damals ein echtes Thema und warf Fragen auf:Was kommt jetzt noch? Ist man mit 50 wirklich alt? Die Bewerbung sah ich als Chance, mich selbst vom Gegenteil zu überzeugen.

Braucht es Mut, sich zu bewerben?

Vielleicht ein bisschen. Meine Tochter hat auch gemodelt und mir dazu geraten, es doch selbst einmal zu versuchen. Mit etwa 40 Jahren war ich schon einmal in einem Toffifee-Fernsehspot zu sehen. Ich hatte also zumindest ein bisschen Erfahrungen im Best-Ager-Modelbereich. Im Urlaub auf Teneriffa formulierte ich dann einen kurzen und knackigen Text, fügte zwei Fotos bei und schickte die Bewerbung ab.

Und Sie wurden eingeladen. Wie ist es Ihnen ergangen?

Ich hatte mich erst einmal riesig über die Einladung zum Casting gefreut. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Dass ich dann auch noch zu den Gewinnerinnen gehörte, war erneut eine schöne Bestätigung. Der Zusammenhalt der Gruppe war groß, und alle Aktionen haben wirklich Spaß gemacht. Ich arbeite sonst als Sport-Physiotherapeutin in einer Entzugsklinik. Meine Arbeit ist eher das krasse Gegenteil von der Beauty- und Modeszene. Umso interessanter war die Erfahrung für mich. Ich kann nur allen Leserinnen raten, ebenfalls so eine Chance zu nutzen. Es ist erstaunlich, wie viele positive Aspekte sich allein durch die Contest-Teilnahme ergeben haben.

Inwiefern?

Man kann schon sagen, dass der Top-Model-Contest mein Selbstbewusstsein frisiert hat. Imletzten Jahr hatte ich mich fast zeitgleich auch bei „Miss 50 plus“ der Miss Germany Corporation beworben und kam unter die letzten 20 Kandidatinnen. Auch das war eine ganz besondere Erfahrung. Für mich steht fest, dass ich in diesem Bereich weiter aktiv sein möchte. Ich bin deshalb inzwischen bei mehreren Model- und Castingagenturen im Best-Ager-Segment gelistet.

50 ist also nicht der Anfang vom Ende?

Der Tod meiner Freunde, der Top-Model-Contest in Husum und die „Miss 50 plus“-Wahl haben mich mein Alter gewaltig überdenken lassen. Ich bin dankbar, dass ich so viele schöne Erfahrungen machen durfte, dass es mir gut geht und dass es meinen Kindern gut geht. Heute halte ich die Bälle in Bezug auf das Älterwerden deutlich flacher.

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