Interview mit Oliver Mommsen : Tatortkommissar mit Internatserfahrung

Oliver Mommsen ist einer Umfrage zufolge der attraktivste „Tatort“-Kommissar.
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Oliver Mommsen ist einer Umfrage zufolge der attraktivste „Tatort“-Kommissar.

Schauspieler Oliver Mommsen besuchte drei Jahre lang das Internat Louisenlund – der Beginn einer großen Schauspiel-Karriere

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27. Februar 2018, 05:02 Uhr

Louisenlund | „Tatort“-Fans kennen Oliver Mommsen (49) seit 17 Jahren als Nils Stedefreund vom Bremer „Tatort“-Dezernat. Dort ermittelt er gemeinsam mit Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel). Doch auch auf der Theaterbühne ist Mommsen oft zu sehen. Aktuell spielt er in Berlin das Theaterstück „Die Tanzstunde“. Anschließend geht er im März auf Tournee mit „Lieber schön“. Seine ersten Theatererfahrungen machte Mommsen an der Internatsstiftung Louisenlund, die er von 1985 bis 1988 besuchte. Im Interview mit der Eckernförder Zeitung erzählt der 49-Jährige von dieser Zeit.


Herr Mommsen, was hat Ihre Eltern dazu bewogen, Sie das Internat Louisenlund besuchen zu lassen?
Der Lebensmittelpunkt meiner Eltern hat sich aus beruflichen Gründen ins Ausland verlagert. Meine Mutter ist selbst auf einem Internat gewesen und hatte tolle Erfahrungen gemacht. Ich kam aus Salem und da Louisenlund wie Salem von Kurt Hahn gegründet wurde und wir von seinen Ideen überzeugt waren, habe ich mein Glück in Lund versucht.

Hatten Sie zuvor schon was von dem Internat an der Schlei gehört? Welcher Ruf eilte der Schule voraus?

Mein Halbbruder hat die gleiche Reise hinter sich: Salem - Louisenlund. Und in Louisenlund war er glücklich. Hier hatte man zu der Zeit keine Angst davor, sich auch auf Charaktere einzulassen, die, wie Herr Tönjes (Hans-Georg Tönjes, ehemaliger Schulleiter, 1970-1990) sagte: etwas mehr Aufmerksamkeit benötigen.

Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit ? Was haben Sie am meisten vermisst?

Ich musste mich erst mal an die norddeutsche Mentalität gewöhnen. Ich bin Düsseldorfer und im Süden Deutschlands aufgewachsen. Mit dem Herzen auf der Zunge bin ich manchmal etwas gegen die Mauer gelaufen. Aber die Phase dauerte nicht lange. Ich hatte eine phänomenale Zeit. Wir waren jung, mutig, verrückt, schliefen wenig, fühlten intensiv und dann waren da noch die famosen Lehrer. Herr Tönjes, Herr Ullrich, Frau Geest, Herr Lindenmeyer, Moody Mauch, Susanne Berg, Doktor Wenzel, Frau Schröder, Rauno. Alles Menschen, die mein Leben geprägt haben.

Warum haben Sie sich für die Theatergilde entschieden?
Bereits in Salem bin ich in der Theater AG gelandet. Die intensive zwischenmenschliche Art, mit der man sich auf die Suche in einem Stück macht, hat mich sofort gefangen genommen. Die Theater AG war der Ort, an dem ich mich sicher fühlte und wo ich mich emotional austoben konnte.

Noch heute sind Helmut Mauch und Susanne Berg Regisseure der Gilde. Wie war die Zusammenarbeit mit den beiden? Waren Sie ein lernwilliger Schüler ?
Ich hatte anfangs etwas Berührungsängste. Moody und Susanne waren zwei Exoten. Sie sahen anders aus; sie hatten andere Einstellungen als ich. Sie waren im schönsten Sinne „schräg“. Aber das war ich auch und weil Moody nicht locker gelassen hat, sind wir zusammen gekommen und hatten eine wahnsinns-tolle Zeit bei „Leonce und Lena“, unserem ersten Stück. Daraus wurde Freundschaft. Die beiden waren es auch, die mir den Kopf frei gemacht haben. Ich habe noch ein Buch, das mir die beiden geschenkt haben. Da hat Moody auf die erste Seite ein Schild gemalt, auf dem steht „Schauspielschule 3 Jahre“ und drunter „…da gehts lang!“

Wären Sie auch ohne die Erfahrungen in Louisenlund Schauspieler geworden?
Ich glaube nicht. Wahrscheinlich hätte ich es als schöne Erfahrung gespeichert, um dann doch lieber etwas „Anständiges“ zu lernen.

Sie sind sogar hin und wieder in Louisenlund und besuchen die Theateraufführungen. Welche Kontakte gibt es noch zur Stiftung?

Vor Kurzem war eine kleine Gruppe aus Louisenlund in Berlin in der Komödie am Kurfürstendamm und hat sich „Die Tanzstunde“ angeschaut. Danach gab’s eine Führung durch das Theater, und es hat Spaß gemacht, ein bisschen von der Faszination dieses Berufs zu vermitteln.

Wäre ein Internat auch was für Ihre Kinder gewesen?
Meine Tochter war ein halbes Jahr in England auf einem Internat und es hat ihr wahnsinnig gut gefallen. Aber ich bin froh, dass meine beiden Kinder in Berlin aufwachsen und ich „live“ dabei bin, bei allem, was sie so umtreibt.

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