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Akrobatisch über Mauern und Zäune : Parkour-Sportler aus Wedel wollen ihre Disziplin nun auch in Pinneberg etablieren

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Skate-Park unter der Hans-Hermann-Kath-Brücke will das „Team Nandu“, dem etwa 40 Personen angehören und das mittlerweile als Verein eingetragen ist, künftig jeden Sonntag Workshops für Interessierte anbieten.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 18:00 Uhr

Pinneberg | Zäune, Mauern, Geländer: Wo für die meisten Menschen ein Weg zu Ende ist, fängt für Basko Falkenberg und Jeremias Tiffert der Spaß erst richtig an. „Parkour“ heißt die Sportart, der die beiden jungen Männer einen Großteil ihrer Freizeit widmen. Dabei geht es um die möglichst direkte Überwindung von Distanzen im öffentlichen Raum. Statt Hindernissen auszuweichen, werden diese überwunden – ohne jegliche Hilfsmittel, nur mit den Fähigkeiten, die der eigene Körper bietet. In Wedel schon seit längerem etabliert, soll der Sport nun auch nach Pinneberg kommen. Im Skate-Park unter der Hans-Hermann-Kath-Brücke, die die Innenstadt mit dem Stadtteil Quellental verbindet, will das „Team Nandu“, dem etwa 40 Personen angehören und das mittlerweile als Verein eingetragen ist, künftig jeden Sonntag Workshops für Interessierte anbieten.

Bevor es soweit ist, muss allerdings noch ein Detail geklärt werden. Denn die Parkour-Sportler wollen ein etwa 2,50 Meter hohes Trainings-Gerüst mitbringen und vor Ort aufstellen. Eine Genehmigung seitens der Stadt ist dafür notwendig. „In den nächsten Tagen werden wird das bei der Stadt anfragen“, sagt Falkenberg, der aus Wedel stammt und im niedersächsischen Vechta Sport und Pädagogik studiert. Das Klettern an Gerüsten widerspricht dabei zwar ein wenig dem Kredo des Bewegens im natürlichen Raum, erfüllt für Übungszwecke aber durchaus seinen Sinn. „Wir vermitteln erst einmal die Grundlagen, fangen auf dem Boden an und lernen dann die ersten Techniken“, so Falkenberg. Einige davon seien aus dem Tierreich abgeschaut, wie der sogenannte „Cat Leap“ („Katzensprung“). „Dieser wird verwendet, wenn sich hinter einem Abgrund eine Wand befindet, so dass man nicht auf den Füßen landen kann. Stattdessen wird mit den Händen die Oberkante gegriffen“.

Generell gehe es bei dem Sport stark um die Psyche. „Es kommt oft vor, dass man sich eine bestimmte Aktion nicht zutraut, manchmal über Monate hinweg. Man lernt sehr gut, sich selbst und seine Fähigkeiten einzuschätzen“, so Falkenberg. Insgesamt sei Parkour, das seine Wurzeln in Frankreich hat aber sehr sicher. „Wenn man Filme oder Videos sieht, in denen Traceure, wie die Sportler heißen, über Wolkenkratzer springen, dann vermittelt das ein völlig falsches Bild“, sagt Tiffert, der in Hamburg Bewegungswissenschaften studiert. Früher habe er im Verein Fußball gespielt und sich dabei wesentlich häufiger verletzt. A und O sei allerdings ein gründliches Basistraining.

Basko Falkenberg (l.) und Jeremias Tiffert wollen Parkour in Pinneberg etablieren. (Foto: Werner)
Basko Falkenberg (l.) und Jeremias Tiffert wollen Parkour in Pinneberg etablieren. (Foto: Werner) Foto: Werner
 

Der Skate-Park unter der Hochbrücke, den Falkenberg und Tiffert, wie sie sagen, zufällig beim Abstellen ihrer Autos entdeckt haben, sei durch die Überdachung auch bei schlechtem Wetter sehr gut geeignet: Die Beiden denken allerdings schon weiter, träumen von einer Parkour-Halle in Pinneberg, so wie es sie in Hamburg bereits gebe. Der erste Parkour-Workshop indes wird an diesem Sonntag, 10. Januar, in der Zeit von 14.30 bis 16.30 Uhr über die Bühne gehen. Mitmachen kann jeder, der sich fit fühlt, Alterseinschränkungen gibt es nicht. Auch mitzubringen ist nichts, außer guter Laune, nicht einmal sportlicher Siegeswille. Denn darum geht es nicht. „Parkour ist“, so Falkenberg, „eine Fortbewegungsart ohne Wettkampfcharakter“

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