Anzeige: Stadtwerke Kiel : Nicht „nur“ eine Bienenwiese: Diese Tierarten profitieren von Wildwiesen

Landwirt Martin Engel konnte dieses Jahr auf seinen Blühflächen zahlreiche Feldhasen beobachten.

Landwirt Martin Engel konnte dieses Jahr auf seinen Blühflächen zahlreiche Feldhasen beobachten.

Auch in diesem Jahr gab es auf den „Blühenden Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel viel zu beobachten.

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28. August 2021, 00:01 Uhr

Kiel | Langsam neigt sich der Sommer in Schleswig-Holstein dem Ende entgegen – doch auf den „Blühenden Bienenwiesen“ von Landwirt Martin Engel aus Felde ist weiterhin Hochbetrieb, wie er berichtet:

Meine Tochter kam neulich an und sagte: ‚Papi, was ist da denn los?‘ Ich hab mich schon erschrocken und fragte, was denn passiert sei. ‚Ich war gerade in der Blühfläche – das summt und brummt ja, das ist ja unheimlich!‘ Martin Engel, Landwirt aus Felde
Landwirt Martin Engel auf seinem Hof in Felde zwischen Rendsburg und Kiel.
Manuel Weber

Landwirt Martin Engel auf seinem Hof in Felde zwischen Rendsburg und Kiel.

Martin Engel hat einen Teil seiner landwirtschaftlichen Flächen in bunte Blumenwiesen umgewandelt und auf ihnen eine bunte Mischung an Pflanzen angesät, die Bienen und anderen Insekten ein wertvolles Nahrungsangebot bieten soll. Unterstützt wird er dabei durch den Umweltfonds der Stadtwerke Kiel, der sich aus den Beiträgen der Kunden in den EnergieNatur-Tarifen speist. So können StromNatur- und GasNatur-Kunden der Stadtwerke einen Beitrag zur Entstehung der artenreichen Blühwiesen leisten. Insgesamt wurden so bereits rund 100 Hektar landwirtschaftliche Fläche von 20 Landwirten in Schleswig-Holstein in Bienenwiesen umgewandelt.

Info: Umweltfonds der Kieler Stadtwerke

Mit dem Umweltfonds unterstützen die Stadtwerke Kiel Umweltprojekte in Schleswig-Holstein. Kunden in den EnergieNatur-Tarifen tragen so zur Realisierung dieser Projekte bei. Pro Kilowattstunde »StromNatur« fließen 0,6 Cent und pro Kilowattstunde »GasNatur« 0,1 Cent direkt in den Umweltfonds.

Hier geht es zu den EnergieNatur-Tarifen

Dieses Jahr gedeihen besonders viele Sonnenblumen auf Martin Engels Bienenwiesen – ein Vorteil für die Bienen, die hier auch im Spätsommer noch Nahrung finden.
Sachsenhausen

Dieses Jahr gedeihen besonders viele Sonnenblumen auf Martin Engels Bienenwiesen – ein Vorteil für die Bienen, die hier auch im Spätsommer noch Nahrung finden.

 

Auch wenn der Fokus des Projekts, wie der Name „Blühende Bienenwiesen“ schon sagt, auf dem Insektenschutz liegt, profitieren auch andere Tierarten von artenreichen Lebensräumen. Dr. Heinz Klöser vom BUND Schleswig-Holstein erläutert, welche gravierenden Folgen die Einheitlichkeit auf weiten Teilen der deutschen Äcker hat:

Das, was in der Öffentlichkeit hochgekocht ist, ist das Insektensterben. Aber da hängt ja noch viel mehr dran: Blumenarten sterben und damit brechen ganze Nahrungsketten zusammen. Vogelarten, die direkt Pflanzensamen-abhängig sind, wie etwa Finkenarten, sowie die ganzen insektenfressenden Vögel gehen natürlich mit dem Verlust der Insekten ebenfalls in die Knie. Das ist nicht nur ein deutschlandweites, sondern ein europaweites Phänomen. Dr. Heinz Klöser, BUND Schleswig-Holstein

Mehr dazu, wie die intensive Landwirtschaft den Insekten zusetzt, lesen Sie hier.

Auch der Klimawandel macht sich laut Klöser bereits in unseren Breiten bemerkbar, denn durch die seit Jahren steigenden Durchschnittstemperaturen fangen einheimische Pflanzen früher an zu blühen und sind dementsprechend auch bereits früher verblüht, was vielen Tieren im Spätsommer eine wichtige Nahrungsquelle entzieht. Martin Engel möchte dem entgegensteuern, indem er auf seinen Blühflächen eine Saatmischung ausbringt, die so abgestimmt ist, dass von Anfang Juni bis Ende September immer Pflanzen in Blüte sind. Aktuell sind das die Sonnenblumen, die auch den Abschluss der Blütezeit im September bilden. Über den Sommer hatten bereits Arten wie Gelbsenf, Lupine und Phacelia hier geblüht.

Nicht nur Insekten, sondern auch andere Tiere scheinen an den Bienenwiesen Gefallen zu finden: „Was ich gesehen habe ist, dass der Hasenbestand extrem angestiegen ist. Die haben jetzt natürlich eine schöne Schutzfläche dort, wo sie sich vor den Greifvögeln verstecken können. Auch im Boden sind viel mehr Lebewesen, weil die ganz unterschiedliche Durchwurzelung von den verschiedenen Pflanzen interessant für viele Tiere ist, für Regenwürmer zum Beispiel.“ 

Martin Engel hat seine diesjährige Blühfläche am Westensee zwischen einem Waldstück und einer grünen Wiese angesät.
Manuel Weber

Martin Engel hat seine diesjährige Blühfläche am Westensee zwischen einem Waldstück und einer grünen Wiese angesät.

 

In diesem Jahr möchte der Landwirt damit experimentieren, einen Teil seiner Blühflächen aus diesem Jahr über den Winter brach liegen zu lassen, um zu sehen, wie diese sich in den kommenden Monaten entwickeln. Laut Dr. Heinz Klöser vom BUND sind gerade Flächen, die dauerhaft aus der Nutzung heraus genommen werden, ein wertvoller Rückzugsort auch für bodenbrütende Vögel wie das stark bedrohte Rebhuhn, für Igel sowie auch für Eidechsen und Grasfrösche.

Am Rande seiner Blühflächen hat Engel eine Infotafel der Stadtwerke Kiel aufgestellt und eine Bank gebaut, auf der Passanten eine kleine Rast einlegen und das bunte Treiben auf der Wiese beobachten können – hier kommt er auch des öfteren mit den Leuten ins Gespräch und in einen Austausch über das Projekt: „Das macht einfach Spaß!“

Ein Projekt von:

Stadtwerke Kiel AG

Uhlenkrog 32
24113 Kiel

Hier geht es zur Website.

Mit ihrem Umweltfonds unterstützen die Stadtwerke Kiel nicht nur die "Blühenden Bienenwiesen", sondern auch ein Aufforstungsprojekte in Schleswig-Holstein. Mehr darüber lesen Sie demnächst hier auf shz.de.

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