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Aktion „Küchenlust“ : Lebenslust am Herd

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Kreativer Genuss prägt die Kochleidenschaft von Markus Kolberg und Sabine Splettstößer. Geselligkeit am Grill und Salsa-Musik werden zu den heutigen Küchenlust-Menüs geboten.

 „Mehr als gutes Olivenöl, Pasta und Parmesan brauche ich nicht“, sagt Markus Kolberg. Doch das, was der bescheidene Hobbykoch beim Besuch des Küchenlust-Teams frisch und fix auf die Teller zaubert, geht weit über diese drei Produkte hinaus. Ob die Rezepte an diesem sonnigen Nachmittag in einem skandinavisch hell eingerichteten Einfamilienhaus in Schuby bei Schleswig zu den gewünschten Ergebnissen führen, weiß der 49-Jährige noch nicht, als er den Pastateig für seine Vorspeise durch die Nudelmaschine dreht. „Gekocht habe ich diese Vorspeise und diesen Hauptgang so noch nie“, sagt der Familienvater. Doch das scheint für ihn eine zusätzliche Motivation zu sein.

Für den Menü-Auftakt schwitzt Markus Kolberg das fein geschnittene Fruchtfleisch eines Hokkaidokürbises mit frischem Ingwer in Olivenöl an. Zusammen mit den Tagliatelle kommt noch ein Tuff Trüffelcréme in die Kürbispfanne. Mit Rauke, Blaubeeren und Parmesan wird die Pasta angerichtet, gewürzt wie alle Speisen mit eigenen Gewürzmischungen. Die locker leichte Vorspeise bietet einen köstlichen Spannungsbogen aus Süße, Säure und Schärfe, das macht Lust auf mehr. Dieses Mehr kommt aus dem Meer – genauer frisch aus der Schlei, in der die Heringe des Hauptgangs am Tag zuvor noch schwammen. Die Fische füllt der leidenschaftliche Wassersportler mit frischen Kräutern, wendet sie kurz in Mehl, dann heißt es: Ab auf den Grill. Eigentlich hatte der Vermögensberater mit Forellen oder Barschen gerechnet, doch flexibel verarbeitet er das, was einem Holmer Fischer ins Netz ging. Nach wenigen Minuten landen die Heringe mit pürierten Kartoffeln und buntem Herbstsalat auf dem Teller. Gekrönt wird der Hauptgang durch das selbst gefertigte Petersilienpesto.

Auch der Hobbykoch selbst genießt seine neue Kreation, ebenso wie Schwester Julica, die im Vorjahr den Sprung unter die besten acht Hobbyköche im Land schaffte. Seit Jahren bearbeitet sie ihren Bruder, sich auch zu bewerben. „In diesem Jahr sollte es dann so sein. Eine neue Küche wäre klasse, unser Backofen und die Spülmaschine sind kaputt“, sagt Markus Kolberg. Von einer neuen Küche, die bei den Kolbergs offen in den Essens- und Wohnbereich übergeht, würde der Bewerber selbst am stärksten profitieren. „Ich koche eigentlich immer – und habe großen Respekt vor den Frauen, die das über Jahrzehnte für ihre Familien tun“, sagt der zweifache Vater.

Ein Stück näher ans Finale kocht sich Markus Kolberg mit seinem Dessert. Löffelbiscuit, Cointreau, selbst gemachter Vanillepudding, Äpfel und Birnen sind die wichtigsten Zutaten zum „Tipsy Cake“. Dieser wurde von Kolbergs englischer Urgroßmutter mit an die Schlei genommen – und wird seitdem immer wieder aufs Neue genossen, für die Kinder natürlich mit alkoholfreien Portionen. Familie, liebe Freunde und gutes Essen gehören bei den Kolbergs eben zusammen – selbst wenn nur Pasta, Olivenöl und Parmesan auf dem Tisch stehen.


Zu heißer Salsamusik mit ihrem elfjährigen Sohn von der Arbeitsfläche zum Kühlschrank tanzen – das ist für Sabine Splettstößer der ideale Genuss-Rahmen zum Kochen. „Wenn gerade etwas einköchelt oder zieht, spielen wir auch gerne ein Brettspiel in der Küche“, sagt die 50-Jährige, die in Rendsburg lebt. Doch dazu hat Sabine Splettstößer diesmal keine Zeit, denn das Menü, mit dem sie sich um den Hauptpreis – eine Traumküche von Förde-Küchen – beworben hat, ist ambitioniert. Von der Zubereitung und den Zutaten, denn bis auf die Lachsforelle aus extensiver Haltung für den Hauptgang ist die Speisefolge komplett vegan. Wer das nicht weiß, vermisst nichts, denn dazu schmecken alle Gänge einfach zu gut. Selbst das Pannacotta, für das Sabine Splettstößer Cashewmus, Agavendicksaft mit Wasser, Bourbon-Vanille und Meersalz aufkocht.

Sehr viel länger ist die Zutatenliste für die Vorspeise - die Rote Linsensuppe. Neben den Linsen spielen Möhren, weiße Zwiebeln, edles Mandelmus, in Öl eingelegte Tomaten und angeröstete Haselnüsse die Hauptrollen. Süße und Säure kommen vom Agavendick- und Zitronensaft, die Würze vom frischen Basilikum, Oregano und Chili. Die feine Konsistenz und der körnig frische Inhalt machen neben dem Geschmack die Qualität der Suppe aus.

Zu der nur kurz angebratenen Lachsforelle des Hauptganges kommt dann auch nicht einfach Salat. Für diese Beilage werden unter anderm Mandeln und rote Paprika karamellisiert. Für das Dressing werden Avocado-Fleisch, Mandelmus, Olivenöl, Birnen, Zitronensaft und Petersilie püriert. Komplett ist der Hauptgang aber erst durch Süßkartoffeln, die in hauchdünnen Scheiben mit Rosmarin-Nadeln im Ofen gebacken werden.

Bei so vielen Zubereitungsschritten ist die begrenzte Arbeitsfläche schnell ausgereizt. „Eine Konsole in der Mitte der Küche wäre ein Traum“, sagt Sabine Splettstößer. Zumal der Mann an ihrer Seite zwar viele Qualitäten hat, aber einen komplett anderen Essensgeschmack, der zusätzlichen Platz im Kühlschrank oder für die Zubereitung der Speisen benötigt. Zu diesen zählen unter anderem Frikadellen, Pizza oder Bratkartoffeln. „Fleisch bekomme ich mit Blick auf die Bedingungen der Massenhaltung zwar nicht mehr herunter, aber mit meinem Traummann esse ich das eine oder andere auch mal mit“, sagt die begeisterte Vegan-Hobbyköchin. Liebe muss also nicht immer durch den Magen gehen.

Doch das vegane Pannacotta, das mit pürierten Erdbeeren und ganzen Waldbeeren serviert wird, trifft den Geschmack von allen. Nach einer gelungenen Koch-Performance gönnt sich die Hobbyköchin einen italienischen Rotwein. „Dieser Kochtag hat richtig Freude bereitet“, schwärmt die Arzthelferin, die mit Vorliebe neue Rezepte und Techniken ausprobiert. So hat sie schon Schnaps mit selbst gepflückten Hagebutten angesetzt, Kuchen oder Brot im Weckglas gebacken, selbst Joghurt oder Pesto in vielen Variationen hergestellt.

Wichtig ist Sabine Splettstößer, an Pfanne und Pürierstab möglichst ohne tierische Produkte zu zaubern. Doch auf einige Genüsse der herkömmlichen Küche möchte sie nicht verzichten – etwa auf Dithmarscher Mehlbeutel, „die liebe ich“, gesteht Sabine Splettstößer – und dreht nach dem gelungenen Menü die Salsa-Musik wieder lauter.
 

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erstellt am 26.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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