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Kandidatenkür : Küchenlust: Sie wollen Hobbykoch des Jahres in SH werden

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Aus der Onlineredaktion

Michael Sierk aus Itzehoe und der Dithmarscher Jan-Ole Claussen gehören zu den sechs Finalisten des Kochwettbewerbs. Das Finale steigt am 28. November.

Itzehoe/Heide | Mit allen Sinnen genießen – das ist die Passion, die Michael Sierk aus Itzehoe zum Kochen motiviert, mit wachsender Leidenschaft und steigendem Anspruch. Den Hefeteig für ein Brot mit den Händen kneten, sich am Anblick eines mit buntem Herbstgemüse gefüllten Korbes zu erfreuen oder den Duft einer selbst zubereiteten Rotweinjus zu genießen – die Freude an einem guten Essen fängt für den 50 Jahre alten Polizisten schon weit vor dem Schmecken an.

„Es macht einfach Spaß, frische Zutaten zu verarbeiten, dazu ein Glas Wein und schöne Musik – das ist für mich pure Lebensqualität“, sagt der Hobbykoch, der es bei dem Wettbewerb, den unsere Zeitung zusammen mit dem Unternehmen Förde-Küchen ausrichtet, auf Anhieb in die Runde der besten sechs Bewerber geschafft hat.

Diese werden ab heute an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im Schleswig-Holstein Journal vorgestellt. Danach kommen Sie als unsere Leser ins Spiel. Sie werden die beiden Finalisten auswählen, die am 28. November im Alten Meierhof in Glücksburg vor Publikum um den Titel „Schleswig-Holsteins Hobbykoch des Jahres“ und eine Traumküche im Wert von 10.000 Euro ihr Bewerbungs-Menü kochen werden.

Die Jury hat Michael Sierk unter anderem mit seiner Rinderjus überzeugt. Diese dunkle Soße, die der Vater von zwei Söhnen unter anderem aus Rinderknochen, einer Rinderbeinscheibe, verschiedenen Gemüsesorten, Thymian, Majoran und Rotwein aufkocht, reduziert und passiert, bekommt viel Zeit, um ihren Geschmack zu entwickeln.

Michael Sierk: Sportlicher Hobbykoch liebt den Wettkampf

Serviert wird das Highlight des Hauptgangs mit Rinderfilet, Kürbis-Püree und Waldpilz-Risotto. Die Gemüsebrühe und den Geflügelfonds für das Risotto stellt Michael Sierk ebenfalls selbst her, denn: „So weiß man am besten, dass in dem, was auf den Teller kommt, Gutes steckt.“

Der gemeinsame, gesellige kulinarische Genuss mit Gleichgesinnten, die wie der Küchenlust-Bewerber aus Itzehoe hochwertige Zutaten sowie deren Verarbeitung zu einem delikaten Menü als große Bereicherung empfinden, ist für Michael Sierk der krönende Abschluss eines Kochabends: „Was gibt es Schöneres?“, fragt der sportliche Hobbykoch, der unter anderem jedes Frühjahr beim 33,3 Kilometer langen Sylt-Lauf antritt. Das süße Finale seines Menüs gehört einem Zwetschgen-Zimt-Crumble mit selbst aufgeschlagener Zabaione.

Wie ist der Vollzugsbeamte der Bundespolizei zum Kochen gekommen? „Nicht von zu Hause aus. Mitte der 80er Jahre habe ich einfach angefangen, mit Spaghetti und Tomatensoße“, erinnert sich Michael Sierk, für den ein Leben ohne Kochen und kulinarische Genüsse undenkbar wäre.

Warum hat er sich bei der Küchenlust beworben? „Als Sportler liebe ich den Wettbewerb. Zudem entspricht meine 20 Jahre alte Küche nicht mehr meinen gewachsenen Ansprüchen“, sagt der engagierte Hobbykoch.

Vor seinem Rind serviert der gebürtige Itzehoer ein Lachstatar aus geräuchertem Lachs und Lachsfilet in Sushi-Qualität. Die saure Note stammt von einer Limette, der Schärfe-Kick von einem mit einem Hauch Wasabi verfeinerten Schmand. Darauf kommen noch Forellenkaviar und unter den Lachs ein selbst gemachtes Kartoffelrösti – optisch und geschmacklich eine rundum gelungene Komposition.

Jan-Ole Claussen: Durch und durch ein Dithmarscher

Rindfleisch von höchster Qualität hat auch Jan-Ole Claussen aus Heide für seinen Hauptgang gewählt. Und zwar das Filet vom Dithmarscher Weiderind. Dieses brät er in Scheiben von beiden Seiten einige Minuten lang an, danach kommt es bei 160 Grad für zehn Minuten in den Ofen, zum Ruhen noch kurz in Alufolie und danach gekrönt von einer Kartoffel-Kräuter-Kruste butterzart auf den Teller.

Dazu gibt es ebenfalls eine selbst hergestellte Jus, Salzbohnen aus dem Tontopf und ein Karotten-Ingwer-Püree. „Für mein Menü habe ich das ausgewählt, was mir, meiner Frau und meinen Freunden am besten schmeckt“, sagt der 40-jährige Inhaber einer Werbeagentur.

Erst vor wenigen Monaten hat er mit seiner Frau ein altes Haus in der Sophie-Dethleffs-Straße bezogen, einigen neu hergerichteten Zimmern ist das nicht anzumerken, sehr wohl aber der 30 Jahre alten Küche aus dunklem Eichenholz. „Vorher haben wir zur Miete gewohnt, nun haben wir dieses schöne Haus mit der alten Küche gekauft – da kam der Kochwettbewerb genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Jan-Ole Claussen.

Dass der Dithmarscher ganz verschiedene Kochstile mag, zeigt seine Vorspeise: Gebratene Jakobsmuschel und Black-Tiger-Garnelen mit selbst gemachten Crostini, dazu Feldsalat und Himbeer-Vinaigrette. Himbeeren spielen auch beim Dessert eine Hauptrolle – als Sorbet zu einer Vanille Crème Brulée, die einen schönen Geschmacks-Bogen zwischen süß und sauer, zwischen warm und kalt bietet.

„Ich bin kein Großstadtmensch. In Dithmarschen kann man sehr gut leben. Ich mag die Nähe zur Nordsee“, sagt Jan-Ole Claussen, dessen Eltern aus Büsum stammen. Von seiner Großmutter stammt das Rezept für die Büsumer Salzbohnen, die mit Salz in einem Tontopf geschichtet werden und dort fünf bis sechs Wochen lagern.

Was hat Jan-Ole Claussen zum Kochen gebracht? „Für mich allein habe ich früher nicht gekocht. Doch als ich meine Frau vor sieben Jahren kennen lernte, habe ich damit angefangen“, sagt der Werbe-Experte. Seitdem ist der Dithmarscher immer auf der Suche nach neuen Ideen und besonderen Produkten.

An Rezepte hält er sich dabei selten. „Meine Frau, die nicht gerne kocht, hat dafür andere Aufgaben im Haushalt übernommen“, sagt der Hobbykoch. Dennoch sei das Kochen eine gemeinsame Leidenschaft. Von seiner besseren Hälfte würden viele Ideen kommen, welche Produkte gut kombinierbar sind. Fürs Anrichten habe sie ebenfalls ein gutes Auge. „Und wir genießen das von mir zubereitete Essen natürlich am liebsten gemeinsam“, sagt Jan-Ole Claussen.

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erstellt am 24.Okt.2015 | 00:15 Uhr

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