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Küchenlust 2015 : Kandidaten-Kür: Die Lust am Kochstil-Mix

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sechs Hobbyköche haben es in die Zwischenrunde der Küchenlust geschafft. Die beiden heute Vorgestellten lieben die Kombinationen regionaler Produkte mit der asiatischen und mediterranen Küche.

Kiel/Handewitt |  

Christiane Danielsen - Stets auf der Suche nach neuen Produkten und Kreationen

Mächtige Kastanien mit goldfarbenem Laub säumen an diesem sonnigen Herbsttag die Anfahrt zum Haus einer Küchenkönigin. Diesen Titel hat Christiane Danielsen vor zwei Jahren bei der Kochshow des TV-Senders Sixx gewonnen – und dieser Erfolg hat ihre Kochleidenschaft so richtig entfacht.

Seitdem ist die 50-Jährige immer auf der Suche nach neuen Produkten, Kreationen und Wettbewerben. „Von der Küchenlust habe ich per Zufall erfahren und mich spontan beworben.“ An der Tür ihres Hauses in Achterwehr empfängt Christiane Danielsen das Küchenlust-Team allerdings nicht mit der beim Wettbewerb gewonnenen Krone, sondern mit einem blauen Kopftuch, das ihre blonden Locken bändigt, einem strahlenden Lächeln und einem schnurrenden roten Kater zu ihren Füßen.

„Wir starten mit dem Dessert“, sagt die gebürtige Kielerin – und knetet genüsslich die süßen Streusel für ihr Crumble mit Herbstfrüchten – Pflaumen und Birnen. „Ich liebe Crumble, fix gemacht und je nach Jahreszeit mit allen Früchten kombinierbar“, sagt die lebensfrohe Hobbyköchin, die hauptberuflich Brillen und Uhren verkauft.

„Nicht nur die Sterneküche ist inspirierend, sondern auch die schnelle Küche. Toller Geschmack aus hochwertigen Produkten, die fix verarbeitet werden können – ob am Herd oder am Grill“, schwärmt Christiane Danielsen. Sehr hochwertiges Rinderfilet von einer Färse aus der Region steht im Zentrum ihres Hauptganges, der eine asiatische Note bekommt.

Durch gedämpftes Pak Choi als Gemüsebeilage, Shiitake-Pilze und Cashew-Kerne. Vor allem aber dank einer delikat pikanten Teriyaki-Sauce, die ihre schöne Schärfe erst im zweiten und dritten Moment preis gibt.

Dafür köchelt Christiane Danielsen Sojasauce mit Wasser, Chilischoten, Ingwerscheiben, aufgebrochenen Knoblauchzehen, Limettenblättern, angebrochenen Zitronengrasstängeln und braunem Zucker 15 Minuten lang ein, bindet die dunkle Flüssigkeit nach dem Passieren mit ein wenig Stärke an – und serviert eine Sauce, die von der Konsistenz und vom Geschmack her wie viele Stunden reduziert daher kommt. Das Petersilienwurzel-Püree rundet die rundum gelungene Hauptgang-Komposition ab.

Ein Genuss schon für das Auge ist das Rote-Bete-Tabouléh der nach eigenen Angaben glücklich verheirateten Hobbyköchin, die bei aller Liebe aber nicht zusammen mit ihrem Mann in der Küche stehen mag, „denn ich habe einfach so meinen eigenen Dreh“. Die mit Bulgur, einer fein zerkleinerten Salatgurke, Zitronensaft, Olivenöl, Minze und Petersilie verfeinerte, geraspelte Rote Bete richtet Christiane Danielsen mit Baconchips und Schmand an – ein erfrischend leckerer Einstieg zu einem anspruchsvollen, zugleich aber durchaus nachkochbaren Menü.

Es endet mit dem inzwischen ausgekühlten Crumble, das die Küchenlust-Bewerberin auf einer Schiefernplatte mit selbst hergestelltem Vanille-Parfait, Herbstfrüchten, karamellisierten Walnüssen und Holunderbeersauce anrichtet. „Ich bin sehr zufrieden und würde so gern beim Finale dabei sein“, sagt sie. Eine neue Küche könnte das Ehepaar auch gut gebrauchen, „denn im kommenden Jahr werden wir umziehen.“

Marco Jäger - Kochen bedeutet für ihn Entspannung

Der Spaß am Kochen wurde bei Marco Jäger aus Handewitt bei Flensburg schon früh geweckt. „Unser Vater hat mich und meinen Zwillingsbruder schon früh ans Kochen herangeführt“, sagt der Kriminalbeamte. Tür an Tür, in einem gemeinsamen Doppelhaus im Ortsteil Weding, lebt Marco Jäger auch heute mit seinem Zwillingsbruder, und beide Familien kochen und essen auch häufig zusammen.

Gerne kocht der zweifache Vater auch für Freunde, und er liebt es, zu experimentieren, Neues auszuprobieren. Häufig komme bei ihm ein Gericht nur ein einziges Mal auf die Teller. „Für diesen Wettbewerb probiere ich heute das Dessert zum ersten Mal aus“, sagt der 41-Jährige. Dafür streicht der Hobbykoch zunächst den braunen Teig für das Zitronenpfeffer-Biskuit auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und schiebt es in den Ofen.

Süße Kirschen und sauren Kirschsaft kocht Marco Jäger mit Puderzucker, Speisestärke und Kirschgeist für das Kirschragout auf, das ebenfalls zum Dessert zählt.

Fix und gleichzeitig hantiert der Hobbykoch in der geräumigen Küche auch für die Arbeitsschritte der anderen beiden Gänge. „Kochen heißt für mich entspannen, dabei kann ich prima abschalten“, sagt der Landespolizist, der in der Woche jeden Morgen nach Kiel zur Arbeit fährt. „Dann kümmert sich meine Frau ums Kochen, ich bin am Wochenende dran und versuche dann immer, etwas Besonderes auf die Teller zu bringen“, sagt Marco Jäger.

Wie sieht es mit Essengehen aus? „Machen wir eher selten, wir bekommen so oft Besuch oder gehen bei Freunden essen, zudem haben wir schon gewisse Ansprüche“, sagt der gebürtige Flensburger.

Der Auftakt seines Küchenlust-Menüs ist kein Experiment, sondern ein Klassiker, der zu den Lieblingsspeisen des Hauses gehört – Forellen-Avocado-Tatar. Dafür schichtet Marco Jäger am Küchentisch abwechselnd kleine Makrelenwürfel und fein gestückelte Avocado in einen Serviering, den er mit frischen grünen und roten Salatblättern umkranzt.

Darüber kommt ein feuerrotes Granatapfel-Rosmarin-Dressing, auf das Tatar wird ein Segel aus im Backofen geschmolzenem, mit Kümmel und Sesam vermischtem Parmesan gesetzt – eine frische und zugleich gehaltvolle Vorspeise.

Für den fix zubereiteten Hauptgang legt Marco Jäger feine Scheiben eines Kalbsfilets im Kräutermantel auf ein Pfifferling-Gnocchi-Ragout. Danach fehlten nur noch für das Dessert der Holunder-Quark-Schaum und das Kirsch-Sorbet. Beides wird mit dem Biskuit und dem Kirschragout in Dessertgläser geschichtet – ein fruchtiger, süßer, warmer, kalter und vor allem leckerer Abschluss eines harmonischen Herbst-Menüs, das viele Geschmacksvarianten abdeckt.

Auch dem Hobbykoch schmeckt es, doch viel Zeit zum Genießen hat er nicht. Denn es ist Wochenende und gleich kommen noch Gäste, die auch von Marco Jäger bekocht werden möchten.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 21:45 Uhr

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