Für Kaffee-Fans : Kaffee zubereiten - sieben traditionelle und neuartige Methoden

<p>Gehört in die Ausstattung jeder Studentenbude: der klassische Handfilter.</p>
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Gehört in die Ausstattung jeder Studentenbude: der klassische Handfilter.

Cold Brew, Cold Drip, Phin-Filter, Siphon und Ibrik - Kaffee-Liebhaber haben die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Zubereitungarten. shz.de erklärt sieben Methoden.

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11. September 2017, 05:02 Uhr

Kaffee ist und bleibt ein Lieblingsgetränk der Deutschen: Durchschnittlich 162 Liter im Jahr konsumiert der Durchschnittsbürger das aromatische Heißgetränk. Besonders angesagt ist derzeit die Zubereitung von Hand. So avanciert der manuell gebrühte Filterkaffee aktuell in vielen Metropolen zum Trendgetränk. Neben dem altbewährten Klassiker, dem Handfilter, gibt es eine Vielzahl weiterer Methoden, Kaffee in Handarbeit zuzubereiten.

Klassisch: Handfilter

Der Handfilter, 1908 von Frau Melitta Bentz erfunden, ist der Klassiker unter den manuellen Brühmethoden. Die Anwendung ist sehr unkompliziert: Der Porzellanfilter wird auf eine Kanne oder Tasse gesetzt, ein Kaffeefilter eingelegt, mittelfein gemahlener Kaffee eingefüllt und heißes Wasser aufgegossen. Der frische Kaffee fließt langsam in die Kanne bzw. Tasse. Er schmeckt besonders mild, da das Filterpapier Fette und Öle zurückhält.

Angesagt: Cold Brew und Cold Drip

Cold Brew und Cold Drip sind zwei innovative Zubereitungsmethoden, bei denen mit kaltem Wasser gearbeitet wird. So entsteht ein besonders aromatisches, mildes Kaffeekonzentrat. Beim Cold Brew werden Wasser und gemahlener Kaffee miteinander vermischt und das Konzentrat nach einer Ruhephase von mindestens 12 Stunden gefiltert. Beim Cold Drip hingegen wird das Kaffeepulver im Laufe mehrerer Stunden im sogenannten „Cold Dripper“ langsam mit Wasser beträufelt und sofort gefiltert. Das Kaffeekonzentrat kann nach Belieben mit heißem oder kaltem Wasser verdünnt und weiter verfeinert werden. Durch die Zugabe von Eiswürfeln entsteht beispielsweise im Handumdrehen ein erfrischender Kaffee-Drink.

<p>Setzt auf Kaffeepulver mit kaltem Wasser und viel Zeit: Der Cold Brew</p>
Foto: Deutscher Kaffeeverband

Setzt auf Kaffeepulver mit kaltem Wasser und viel Zeit: Der Cold Brew

 

Exotisch: Phin-Filter

Das Pendant zum deutschen Handfilter ist in Vietnam der Phin-Filter. Hierbei handelt es sich um ein Behältnis aus Aluminium, das, wie der Handfilter, auf eine Tasse oder Kanne gesetzt wird. Man benötigt jedoch keinen Papierfilter, da sich im Boden des Aluminiumbehälters Löcher befinden, durch die der frische Kaffee langsam hinauströpfelt. Ein Stempel verhindert das Aufwirbeln des Kaffeepulvers beim Eingießen des heißen Wassers.

Praktisch: AeroPress

Sollte „AeroPress“ auf der Karte einer Coffee Bar stehen, ist damit Filterkaffee gemeint, hergestellt mithilfe eines Brühzylinders aus Kunststoff, der unten mit einem dünnen Filterpapier verschlossen ist. Es wird zunächst Kaffeepulver und anschließend heißes Wasser hineingegeben und das Ganze umgerührt. Nach einer kurzen Extraktionszeit wird das Wasser mit einem Presskolben durch das Kaffeepulver gedrückt. Der fertige Kaffee fließt direkt in die Tasse.

Traditionell: Karlsbader Kanne

Für Kaffeeliebhaber, die gern auf einen Papierfilter verzichten, bietet sich die klassische Karlsbader Kanne aus Porzellan an. Der grob gemahlene Kaffee wird in das sogenannte Doppelsieb gegeben, darauf der Wasserverteiler gesetzt und langsam Wasser eingegossen bis es vollständig durchgelaufen ist. Praktisch: Nach Abnahme des Siebs und des Wasserverteilers kann man den Kaffee direkt in der Karlsbader Kanne servieren.

<p>Die Karlsbader Kanne ist eine Sonderform der französische Seihkanne und ist zumeist aus weißem Porzellan gefertigt.</p>
Foto: Deutscher Kaffeeverband

Die Karlsbader Kanne ist eine Sonderform der französische Seihkanne und ist zumeist aus weißem Porzellan gefertigt.

 

Experimentell: Siphon

Der Siphon erinnert optisch an ein Utensil aus dem Chemiebaukasten. Ganz falsch ist diese Assoziation auch nicht, denn bei der Siphon-Methode macht man sich die physikalischen Gesetze des Vakuums zunutze. An einer Haltevorrichtung sind zwei Glasbehälter montiert, die über ein dünnes Röhrchen miteinander verbunden sind. Im unteren Gefäß befindet sich Wasser, im oberen gemahlener Röstkaffee. Durch Erhitzen des Wassers mit einer Flamme bildet sich Dampf, der das Wasser in die obere Glaskugel drückt, wo es sich mit dem Kaffeepulver vermengt. Stoppt man die Wärmezufuhr, wird es mithilfe von Unterdruck wieder abgesaugt, das Kaffeepulver bleibt als Kaffeesatz zurück. Das Ergebnis: ein sehr reiner und aromatischer Kaffee.

<p>Sieht mehr nach Laborutensil aus als nach Kaffeemaschine: der Siphon</p>
Foto: Deutscher Kaffeeverband

Sieht mehr nach Laborutensil aus als nach Kaffeemaschine: der Siphon

 

Historisch: Ibrik

Mit dem Ibrik, einem kleinen metallenen Kännchen mit langen Griff, wird traditionell der türkische Kaffee zubereitet. Hierfür wird pulverfein gemahlener Kaffee und die gleiche Menge Zucker mit Wasser bis zu dreimal aufgekocht. Die Beigabe von Gewürzen wie Kardamom und Zimt verleiht dem Kaffee eine ganz besondere Geschmacksnote.

<p>Richtig stylisch ist die türkische Zubereitungsweise mit dem Ibrik.</p>
Foto: Deutscher Kaffeeverband

Richtig stylisch ist die türkische Zubereitungsweise mit dem Ibrik.

 
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