Anzeige: Flensburger Fahr Rad Sommer : „Wenn ich eine Stadt verändern möchte, dann fange ich mit dem Fahrrad an“

Christoph Stroschein, Unternehmer, Buchautor und Architekt

Christoph Stroschein, Unternehmer, Buchautor und Architekt

Unternehmer, Buchautor und Architekt Christoph Stroschein kommt zum konstruktiven Austausch nach Flensburg

julia voigt.JPG von
10. Juni 2021, 11:40 Uhr

Flensburg | Wie wollen wir in Zukunft leben? Welchen Raum wollen wir für uns und unsere Kinder erschaffen? Fragen, die sich der Berliner Stadtentwickler und Architekt Christoph Stroschein seit vielen Jahren stellt. Der Geschäftsführer der GESI beschäftigt sich mit der Entwicklung der Metropolen weltweit und übernimmt Beraterfunktionen. Mit dem 1. Flensburger Fahr Rad Sommer steht nun auch die Fördestadt auf seiner Agenda. „Eine Perle, die wieder wachgeküsst werden muss“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Ob Kopenhagen, Mailand oder Flensburg – Christoph Stroschein setzt auf „Reine Funktionalität des öffentlichen Raumes reicht nicht mehr, wir brauchen hier auch viel mehr Lebensqualität“. Dabei spielt für ihn das Fahrrad nicht nur aus Klimagründen eine entscheidende Rolle, sondern weil es auch einen anderen Kontakt zwischen Stadtraum und Radfahrer gibt und deutlich weniger Platz einfordert. Doch im Laufe der letzten Jahrzehnte sind besonders deutsche Ballungsgebiete immer mehr zu fahrradunfreundlichen Städten angewachsen.

Die Infrastruktur für das Radfahren fehlt, der Autoverkehr nimmt stetig zu und auch das Klima in den Innenstädten lädt nicht unbedingt zur Bewegung ein. Für Christoph Stroschein ist die Lösung einfach wie schwierig: „Wir müssen hin zur besseren Verteilung und Aufwertung der knappen öffentlichen Räume. Dazu gehört mehr Aufenthaltsqualität, auch beispielsweise durch Grünflächen, Parkanlagen und natürlich eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs und somit auch des Parkraums“, so der Experte „Wenn ich eine Stadt verändern möchte, dann fange ich mit dem Fahrrad an.“ Eine Vision, die polarisiert. „Eine Umstrukturierung in eine Fahrradstadt ist nicht einfach. Wir müssen über Angebote und nicht über nur Verbote nachdenken“ ergänzt Stroschein. Wie kann eine Stadt besser funktionieren?

Auch für die Fördestadt stellen sich diese Fragen. „Es kommt auf die Strategie an, die man nur gemeinsam entwickeln kann. Und Flensburg besitzt gerade nach der Pandemie hohe Perspektiven: „Die Erfahrungen aus der Pandemie haben gezeigt, dass die Groß-Städter sich unter anderem einen besseren nachbarschaftlichen Zusammenhalt und mehr Lebensqualität wünschen“, so Christoph Stroschein. Überschaubare Wohnorte, das „Dorf in der Stadt“, Begegnungsorte und Quartiere mit Nahversorung sind Denkansätze des Stadtentwicklers. Auch das Thema Homeoffice rutscht in den Mittelpunkt. „Wer in Hamburg arbeitet, kann zukünftig auch gut in Flensburg wohnen, wenn er häufiger von zu Hause aus arbeiten kann“, sieht der Experte ein neues Mobilitätskonzept.

Wie maßgebliche Transformationsprozesse aussehen könnten und wie Großstädte sie bereits erfolgreich umgesetzt haben, darüber spricht der Berliner mit Fachleuten und Vertretern der Stadt Flensburg im September im Yachting Heritage Centre Robbe & Berking Museum in Flensburg.

Über Christoph Stroschein

Christoph Stroschein, geboren 1961, studierte Architektur in Berlin, Kopenhagen und Mailand. Er entwickelte nach der Wende den Masterplan der Dezentralen Konzentration für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und berät seitdem Metropolenräume in Europa, Asien und Afrika. Stroschein ist u. a. Geschäftsführer der GESI Deutsche Gesellschaft für Systeminnovation mbH.

Programmübersicht

  • Donnerstag, 2. September, 19 bis 20.30 Uhr: Gesprächsabend mit und über Flensburg: „Reden über Flensburg“, unter der Moderation von Carsten Kock reden Flensburger über Flensburg. Nach einem Impulsvortrag von Christoph Stroschein unter dem Titel „Nach Corona: Die Renaissance der kleinen Städte“ werden einzelne Gesprächspartner interviewt. Es soll die Frage geklärt werden: Wie kann Flensburg von diesem Trend profitieren?
     
  • Freitag, 3. September, 14 bis 16.30 Uhr: „Wie das Fahrrad die Stadt verändern kann“. Im Rahmen von Expertenvorträgen erfahrenGäste, wie das Fahrrad die Stadt verändern kann an Beispielen von Bremen, Mannheim, Berlin und Dänemark. Ab 17 Uhr wird Jan Gehl in einem Fachvortrag über die Transformationsprozesse von Städten, unter anderem am Beispiel von New York, sprechen.
     
  • Samstag, 4. September, „Flensburg, wo nur ist deine Mitte?“ Vormittags bis 15 Uhr: Öffnung des Karstadtparkhauses und Einladung auf das Dach des ehemaligen Karstadtgebäudes. Interessierte können sich von dort aus einen Überblick über die Mitte Flensburgs verschaffen. Im Anschluss findet von 15 bis 17 Uhr im Robbe & Berking Museum ein Vortrag über die Geschichte Flensburgs und über die Bestandteile der Flensburger Mitte und seine Gestaltungsmöglichkeiten statt. Von 17.30 Uhr bis 18.30 erfahren Gäste mehr von Jan Gehl und seinem Vortrag „Die menschenfreundliche Stadt“.
     
  • Sonntag, 5. September, 12 bis 14 Uhr: Hier gibt es die Möglichkeit, an der Hafenspitze mit Jan Gehl ins Gespräch zu kommen.

Anmeldungen sind erwünscht unter yhc@robbeberking.de oder Facebook: Flensburger Fahrradsommer.

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