Anzeige: Flensburger Fahr Rad Sommer : Gustav Winklers Gegenwindfahrrad: „Viele dachten, das sei ein Aprilscherz“

Prof. Dr. Gustav Winkler und sein Gegenwindfahrrad.

Prof. Dr. Gustav Winkler und sein Gegenwindfahrrad.

Am Donnerstag, 1. Juli, stellt Winkler im Robbe & Berking Museum eine „Bildergeschichte des Gegenwindfahrrades vom 14. bis 21. Jahrhundert“ vor.

julia voigt.JPG von
09. Juni 2021, 17:36 Uhr

Flensburg | Er nennt es liebevoll „die Kreuzung einer Kriegsmaschine von Leonardo da Vinci und einer Schneefräse in den Schweizer Alpen“. Gustav Winkler ist gerade zehn Jahre alt, als ihm das erste Mal in den Sinn kommt, dass Fahrräder vom Gegenwind angetrieben werden könnten. Inspiration dafür liefert eine Windmühle. „Ich dachte mir, wenn die Mühle Räder hätte, dann könnte das Ding fliegen“, so der mittlerweile 80-Jährige.

Fahrräder, die mit Seitenwind betrieben werden können, die gab es da bereits. „Das ist ja keine Kunst“, sagt Gustav Winkler, den alle Turbo-Gustav nennen. Gegen den Wind fahren und zugleich mit dem Wind – die Lösung dieser Aufgabe beschäftigte den Ingenieur und FH-Professor allerdings viele Jahre lang. Am 1. April 1992 dann erblickte das winklerische Gegenwindfahrrad das Licht der Welt. „Viele dachten, das sei ein Aprilscherz“, lacht Gustav Winkler und sein Schalk im Nacken ist deutlich zu erkennen.

Gebaut hat der Professor der Hochschule Flensburg (früher FH Flensburg) das Unikat gemeinsam mit einem Team aus Studenten in den Werkstätten der Hochschule und bekam dafür so manchen kritischen Blick. „Es gab schon einige die meinten, dass das nicht funktionieren könnte“, erinnert er sich. Doch Turbo-Gustav ging es in erster Linie „ums Prinzip“. Vor das Rad ist eine Turbine mit einem Durchmesser von gut zwei Metern gespannt. Pedale hat es keine, hingegen für die Stabilität drei Räder. Wegen seiner Größe ist das Gegenwindfahrrad für Radwege zu breit und außerdem hat es keine Straßenzulassung.

2008 nimmt Turbo-Gustav mit seiner Entwicklung an der Meisterschaft „Aeolus Race“ in Den Helder in den Niederlanden teil und tritt gegen neun andere Hochschulteams aus Europa an. Der Wahl-Flensburger bringt den dritten Platz und 1000 Euro Preisgeld mit nach Hause. „Böse Zungen behaupten, wir hätten mit Schönheit und nicht mit Geschwindigkeit gewonnen“, erzählt Gustav Winkler. Denn schnell wollte Winkler damit ohnehin nie sein. „Es schafft weniger als die halbe, aber mehr als ein Drittel der Windgeschwindigkeit“, sagte er. Schließlich sei es weder für die Fortbewegung noch als Sportgerät gedacht.

Aufgewachsen ist Gustav Winkler im schwäbischen Augsburg. Jahrzehntelang lebte er in Amerika und England, bevor er dann für den Beruf an die Förde gezogen ist. Er hat drei Töchter und wohnt mit seiner Sammlung von Dampfmaschinen, einem Oldtimer und mehr im Herzen der Fördestadt. Bis 2006 hatte der Professor noch einen Lehrauftrag an der Hochschule in Flensburg. Davor entwarf der studierte Ingenieur unter anderem Turbinen für die Turbolader von Schiffs- und Lkw-Motoren.

Lange überlegen musste der agile 80-Jährige nicht, als er gefragt wurde, ob er beim Flensburger Fahr Rad Sommer dabei sein möchte. Am Donnerstag, 1. Juli, stellt er ab 16 Uhr im Robbe & Berking Museum eine „Bildergeschichte des Gegenwindfahrrades vom 14. bis 21. Jahrhundert“ vor.

Weitere Informationen und noch mehr Programm: www.shz.de/fahrradsommer

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