Anzeige: Stadtwerke Kiel : Europas modernstes Küstenkraftwerk feiert Geburtstag – eine Bilanz

Das Küstenkraftwerk ermöglicht es durch seine Komponenten, flexibel auf verschiedene Szenarien am Energiemarkt zu reagieren.

Das Küstenkraftwerk ermöglicht es durch seine Komponenten, flexibel auf verschiedene Szenarien am Energiemarkt zu reagieren.

Seit einem Jahr versorgt das Küstenkraftwerk die Landeshauptstadt zuverlässig mit Strom und Wärme. Und neben Erfolgen zeichnete sich im ersten Jahr auch erstes Optimierungspotenzial ab.

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16. Januar 2021, 00:01 Uhr

Kiel | Flexibel, effizient und vor allem nachhaltig – mit ihrem Leuchtturmprojekt Küstenkraftwerk schreiten die Stadtwerke Kiel mit großen Schritten dem Ziel „Klimaneutralität 2050“ entgegen.

Das Küstenkraftwerk im Spotlight: Mit einer „eins“ illuminieren die Stadtwerke Kiel in dieser Jubiläumswoche ihr Kraftwerk. Eins für das erste Jahr und für eine Million eingesparter Tonnen an CO2. Am Lichtspektakel Interessierte können es in der Dunkelheit und Dämmerung zwischen 6 bis 9 Uhr und 16.30 bis 23 Uhr vom Kieler Westufer aus beobachten.

Aller Anfang ist schwer

Leicht war das erste Jahr nicht: „Unser ganzer Betrieb ist natürlich in diesem ersten Jahr auch sehr Corona-geprägt gewesen“, resümiert Bereichsleiter Roger Mayer, der unter anderem auch für diese nun größte Erzeugungsanlage der Stadtwerke Kiel verantwortlich ist:

Egal, ob es sich um den Betrieb oder auch die Instandhaltung handelt, alles gestaltete sich deshalb ein wenig komplizierter als unter normalen Bedingungen. Und auch das Miteinander war und ist in diesem so systemrelevanten Bereich erschwert, obwohl alle wirklich unheimlich motiviert sind. Roger Mayer, Bereichsleiter bei den Stadtwerken Kiel
 

Sauberer Kohleausstieg

Besonders ist das Küstenkraftwerk in vielerlei Hinsicht, bereits die Optik vermittelt die innovative Technik, die dahinter steckt. Vor allem aber ist das Projekt Vorreiter für eine Zukunft der Energieerzeugung mit deutlich weniger Umweltbelastung. Das Kraftwerk basiert auf Gasmotoren-Technik und spart durch die umweltschonenden Eigenschaften des Energieträgers Erdgas im Vergleich zum alten Gemeinschaftskraftwerk 70 Prozent des bisherigen CO2-Ausstoßes ein. Das sind knapp 1 Million Tonnen Kohlendioxid, die weniger in die Atmosphäre abgegeben werden, oder etwa 500.000 Autos, die nicht mehr durch die Straßen fahren.

Somit ersetzt das Küstenkraftwerk erfolgreich das alte Kohlekraftwerk. Besonders mit Blick auf die signifikant bessere CO2-Bilanz wird deutlich: Das Küstenkraftwerk ist eine langfristige Investition in die Zukunft.

Gut Ding will Weile haben

Über Nacht wuchs das Kraftwerk nicht aus dem Boden, stattdessen erforderte es viel Hirnschmalz und Planung. Von der Planung bis zur Realisierung vergingen mehr als zehn Jahre, schon seit dem Jahr 2007 waren die Stadtwerke Kiel in Gesprächen mit Stadt und Wirtschaft.

2019 konnte das Kraftwerk dann endlich in Betrieb genommen werden. Dieses Jahr war allerdings gekennzeichnet von Corona und den ersten kleineren Kinderkrankheiten – und somit sozusagen eine „Kennenlernphase mit einem Kraftwerk“. Doch die anfänglichen Hürden sind jetzt, nach einem Jahr, erfolgreich genommen: „Nach drei Jahren Bau und einem Jahr Betrieb sind wir langsam mit der Anlage vertraut“, lacht Mayer.

Er betont:

Wir sprechen aktuell von einer Verfügbarkeit von 91 Prozent der 8760 Jahresstunden – das ist schon beeindruckend, aber wir sind noch nicht am Ziel. Die 95-Prozent-Marke, die wir im August und im September auch erreicht hatten, gilt es zukünftig ganzjährig zu halten, das gibt es weltweit nicht noch einmal! Roger Mayer, Bereichsleiter bei den Stadtwerken Kiel
 

Und auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit läuft es nach dem ersten Betriebsjahr jetzt schon richtig gut. Mit dem im Sommer gestarteten Intradayhandel klappt der vollautomatische Handel mit Energie aus dem Küstenkraftwerk an der Börse fast wie von selbst. Mindestens 192 Betriebsabläufe fährt das Kraftwerk täglich, stets mit Argusaugen der vor Ort befindlichen Mitarbeiter kontrolliert – allerhöchste Sensibilität ist hier gefragt.

Das Prinzip des Küstenkraftwerks leicht erklärt

Das Küstenkraftwerk kann äußerst flexibel und problemlos auf die verschiedensten Szenarien am Energiemarkt reagieren. Beispiel: Ist es kalt, drehen Verbraucher die Heizung auf, folglich wird auch mehr Fernwärme benötigt. Im Sommer dagegen kaum. Das Küstenkraftwerk kann überschüssige Energie zwischenspeichern oder Energie auch umwandeln. So trägt es dazu bei, Angebot und Nachfrage im Stromnetz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Strom und Wärme produziert das Kraftwerk mithilfe des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung in einem Erzeugungsvorgang und ist mit 90 Prozent Wirkungsgrad hocheffizient. So wird die sichere, flexible und zuverlässige Fernwärmeversorgung in Kiel gewährleistet und der Energieüberschuss dabei auch noch sinnvoll genutzt.

Die Pumpenhalle

Das Prinzip des Kraftwerks basiert auf drei Hauptbestandteilen: dem Gasmotorenheizwerk, einem Wärmespeicher und einem Elektrodenkessel. Die Pumpenhalle ist dabei ein zentrales Kernelement des Gasmotorenheizkraftwerks. Sie verbindet den Wärmespeicher, die Wärmeauskopplung der Gasmotoren und das Fernwärmenetz miteinander.

Die Pumpenhalle besteht aus jeweils zwei Pumpengruppen für den Fernwärmenord- und den Südstrang.
Stadtwerke Kiel

Die Pumpenhalle besteht aus jeweils zwei Pumpengruppen für den Fernwärmenord- und den Südstrang.

 

Das Gasmotorenheizkraftwerk

Das Gasmotorenheizwerk liefert den Strom und erzeugt gleichzeitig Wärme. Es besteht aus 20 schnell zu- und abschaltbaren Gasmotoren, die flexibel nach Bedarf hocheffizient produzieren. In weniger als fünf Minuten kommen sie auf eine Nennleistung von 190 Megawatt. Das alte Gemeinschaftskraftwerk brauchte da bedeutend länger – nämlich mindestens vier Stunden, um hochzufahren.

20 Gasmotoren können in weniger als fünf Minuten auf eine Nennleistung von 190 Megawatt elektrisch hochgefahren werden.
Stadtwerke Kiel

20 Gasmotoren können in weniger als fünf Minuten auf eine Nennleistung von 190 Megawatt elektrisch hochgefahren werden.

Der Elektrodenkessel

Wie in einem herkömmlichen Durchlauferhitzer wird im Elektrodenkessel Wasser mithilfe von Strom erhitzt. Ökologisch lange als Sünde verworfen, unterstützt dieser Vorgang heute die Stabilität im Stromnetz und erzeugt aus einem Überangebot von elektrischer Energie – in der Regel aus Wind- und Solaranlagen – Fernwärme.

Der Wärmespeicher

Der 60 Meter hohe Wärmespeicher ist mit einer großen Thermoskanne vergleichbar, denn er kann 30.000 Kubikmeter von 115 Grad heißem Wasser speichern. Dieser Speicher wird befüllt, wenn das Gasmotorenheizkraftwerk produziert, die Wärme aber beispielsweise aufgrund von warmen Tagen gerade nicht benötigt wird. Oder auch dann, wenn der Elektrodenkessel Wärme produziert, die gerade nicht erforderlich ist. Für bis zu acht Stunden können durch den Wärmespeicher so 70.000 Kunden mit Fernwärme versorgt werden.

Das Ziel: Irgendwann klimaneutral produzieren

Laufend arbeiten Experten an weiteren Optimierungen des Küstenkraftwerks. Um Kosten einzusparen, wird beispielsweise über eine Veränderung der Reinigungsintervalle des Abgas-Wärmetauschers gesprochen, für die aktuell große Mengen an destilliertem Wasser benötigt werden. Und auch eine nachhaltige Form der Kühlung ist naheliegend: „Wir bedenken und prüfen aktuell eine Wasserentnahme aus der Förde und damit eine seewassergeführte Rückkühlung“, so Roger Mayer.

Langfristig soll die Fernwärme noch CO2-ärmer und irgendwann sogar CO2-neutral produziert werden. Der Chef im Küstenkraftwerk bilanziert nach diesem Jahr zufrieden:

Es war wirklich ein richtig anstrengendes und stressiges erstes Jahr für die gesamte Mannschaft. Aber zudem auch ein wahnsinnig spannendes und herausforderndes – und ich habe es mir genauso vorgestellt. Roger Mayer, Bereichsleiter bei den Stadtwerken Kiel

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Uhlenkrog 32
24113 Kiel

Telefon: 0800 / 247 1 247
Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr
E-Mail: email@stadtwerke-kiel.de

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