Erdbeeren selbst pflanzen : Erdbeeren im Beet oder auf dem Balkon - Tipps für den Anbau

Wer auf dem Balkon Erdbeeren kultivieren möchte, sollte den Pflanzen genug Platz geben. Es empfiehlt sich für zwei Pflanzen ein 50 Zentimeter langer Kasten. /Ulmer
Wer auf dem Balkon Erdbeeren kultivieren möchte, sollte den Pflanzen genug Platz geben. Es empfiehlt sich für zwei Pflanzen ein 50 Zentimeter langer Kasten. /Ulmer

Jeden Tag eigene Erdbeeren ernten, zum Frühstück oder zwischendurch naschen - für viele sind Erdbeeren die ersten Sommerboten.

shz.de von
13. April 2018, 05:02 Uhr

Fast überall auf der Nordhalbkugel werden Erdbeeren angebaut und geerntet. Die Vielfalt der Sammelnussfrüchte ist größer, als man vermutet: Laut Bundessortenamt sind allein in Deutschland 1064 Erdbeersorten als allgemein vertriebsfähig gelistet. Die Erdbeere gilt als gesund, enhält sie doch mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und zahlreiche weitere Stoffe, die als gesundheitsfördernd gelten.

Die meisten Erdbeeren tragen nur einmal im Jahr, je nach Sorte darf dann von Mai bis Juli geerntet werden. Etwas länger halten Monatserdbeeren durch - sie entwickeln sich im Sommer ständig und sind bis zum Oktober bereit, geerntet zu werden. Die Gartenbauwissenschaftlerin und Buchautorin Natalie Faßmann empfiehlt diese Erdbeeren darum für einen Anbau im Kübel oder Balkonkasten: „Die Früchte der Monatserdbeeren sind zwar kleiner als die der einmaltragenden Gartenerdbeeren, doch kann man im Lauf des Sommers genauso viele Früchte von einer Pflanze ernten.“

Erdbeeren sind fast überall auf der Nordhalbkugel heimisch – und das schon seit vielen tausend Jahren.
Mascha Brichta
Erdbeeren sind fast überall auf der Nordhalbkugel heimisch – und das schon seit vielen tausend Jahren.
 

Tipps für das Kultivieren von Erdbeeren auf dem Balkon

  1. Ausreichend Platz: Natalie Faßmann empfiehlt, die Erdbeerpflanzen in einen Topf mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern für eine Pflanze zu setzen - oder einen 50 Zentimeter langen Kasten für zwei Planzen.
     
  2. Sonneneinstrahlung: Die Gefäße sollten nicht länger als fünf Stunden der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Sonst trocknet das Substrat, also die mit Nährstoffen versetzte Erde, in der die Pflanzen gedeihen, schnell aus.
     
  3. Erde: Laut Natalie Faßmann ist Aussaat- oder Kräutererde empfehlenswert. Normale Blumenerde hingegen sei für Erdbeeren zu stark gedüngt und würde die salzempfindlichen Wurzeln angreifen.
     
  4. Dünger: Damit reich geerntet werden kann, empfiehlt Faßmann, die Pflanzen drei Wochen nach dem Setzen etwa ein Mal pro Woche mit einem Blühpflanzen-Dünger zu pflegen.

     

So gelingt der Anbau im Beet

  1. Dünger: Ist das Beet mit einem lockeren, humusreichen Gartenboden gesegnet, müssen Erdbeeren weniger gedüngt werden. Hier genügen in der Regel Kompost oder eine kleine Menge Gartendünger.
     
  2. Gießen: Regelmäßiges Gießen bleibt auch im Garten nicht aus. Idealerweise achtet man darauf, dass die Blätter und „Früchte“ nicht nass werden.
     
  3. Standort: Ein idealer Platz ist sonnig und leicht windig. Auch ein Folientunnel macht die Sammelnussfrüchte glücklich.
     
  4. Schädlinge: Ist die Pflanze zu feucht, stehen Krankheiten und Schädlinge wie Schnecken, Läuse und Käfer auf der Matte. Wurzelkrankheiten und Fadenwürmer schaden den Pflanzen zudem von der Erde aus. Darum sollten die Erdbeeren jedes zweite Jahr an einer anderen Stelle angebaut werden. Um sie gegen Pilze zu schützen, sollte man Erdbeeren möglichst trocken halten, zum Beispiel durch Mulchen mit Stroh.
Erdbeeren sollten mit Stroh auf dem Boden vor Feuchtigkeit und Pilzbefall geschützt werden.
Nestor Bachmann
Erdbeeren sollten mit Stroh auf dem Boden vor Feuchtigkeit und Pilzbefall geschützt werden.
 

Nach der Ernte

Erdbeeren tragen in den ersten Jahren in der Regel viele „Früchte“, danach sollten sie ersetzt werden, sonst werden sie faul. Erdbeeren können zwar Samen bilden, aber gerade bei einmaltragenden Sorten ist die Vermehrung über Ausläufer aussichtsreicher. „Die Ausläufer kann man abnehmen und direkt in ein frisches Beet setzen“, erklärt Matthias Schuh, Museumsgärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg bei Hamburg. Das geschieht im August und September, im Handel gibt es oft zu Beginn des Sommers Jungpflanzen. Aber: „Wenn man Erdbeeren setzt, tragen sie erst im darauffolgenden Jahr Früchte“, so der Gärtner.

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