Anzeige : Durch bunte Blüten Bienen retten – Mit den Stadtwerken Kiel gegen das Bienensterben

Nicht nur die Bienen erfreuen sich an der Blütenpracht einer Blühwiese, sondern auch das menschliche Auge.

Nicht nur die Bienen erfreuen sich an der Blütenpracht einer Blühwiese, sondern auch das menschliche Auge.

Mit Unterstützung der Stadtwerke Kiel engagieren sich Landwirte aus Schleswig-Holstein gegen das Bienensterben.

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17. Juli 2021, 00:01 Uhr

Kiel | Nicht erst seit Maja Lundes Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ ist das Thema Bienenschutz in aller Munde. In ihrem Roman zitiert Lunde Albert Einstein mit der eingängigen Warnung:

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr. Albert Einstein, deutscher Physiker (1879-1955)
 

Ob dieses Zitat tatsächlich von Einstein stammt, ist zwar umstritten, doch es bringt die Dringlichkeit des Problems auf den Punkt: Der Bienenschutz ist nicht nur eine Frage, die glühende Umweltschützer und Tierfreunde angeht, sondern wird in Zukunft gravierende Auswirkungen auf das Leben des Menschen haben. Bienen und andere Insekten fliegen von Blüte zu Blüte und bestäuben durch den an ihnen festklebenden Pollen die Blüten, die hierdurch erst ihre Früchte ausbilden können.

Grün, wohin das Auge reicht: die Monokulturen der konventionellen Landwirtschaft tragen maßgeblich zum Bienensterben bei.
Pixabay/Erich Westendarp

Grün, wohin das Auge reicht: Die Monokulturen der konventionellen Landwirtschaft tragen maßgeblich zum Bienensterben bei.

Ein besonderes Problem für die Bienen ist die intensive Landwirtschaft. Durch die politischen Debatten um die Zulassung verschiedener Pestizide in der Landwirtschaft ist auch das Leiden der Bienen mehr in das öffentliche Bewusstsein gerückt. So sorgt der Einsatz von Pestiziden wie Neonikotinoiden auf landwirtschaftlichen Flächen, die auch von Bienen als Nahrungsquelle genutzt werden, etwa für einen Orientierungsverlust der Bienen, der für ihre Nahrungssuche unerlässlich ist. Manche Pestizide greifen auch das Immunsystem der Bienen an, was zum Kollaps ganzer Bienenstaaten führen kann.

Info: Neonikotinoide

Neonikotinoide wurden zuerst in den neunziger Jahren als Beizmittel eingesetzt, wobei das Saat- oder Pflanzgut vor der Aussaat mit dem Pestizid behandelt wird. Die Pflanze verteilt den Stoff in der Wachstumsphase in alle ihre Teile, auch die Blüte, wo sie von bestäubenden Insekten dann aufgenommen wird. Effekte sind etwa eine verringerte Fruchtbarkeit, eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten sowie der Verlust der Orientierungsfähigkeit.  Zwar wurde der Einsatz der drei am häufigsten verwendeten Neonikotinoide 2018 von der EU verboten, doch weitere Stoffe der Pestizid-Gruppe bleiben weiterhin im Umlauf.

 

Welche Arten sind wie stark betroffen?

Die meisten Menschen denken beim Stichwort Bienensterben wohl in erster Linie an die Honigbiene. Auch deswegen hat das Imkern in den letzten Jahren als Hobby bei Privatpersonen immer mehr an Popularität gewonnen und es werden allerorten Bienen-AGs gegründet und Bienenstöcke auf privaten Grundstücken aufgestellt. Dass man damit dem Bienensterben entgegenwirkt, ist jedoch leider ein Trugschluss.

Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es gar nicht in erster Linie die Honigbiene ist, die durch die intensive Landwirtschaft gefährdet ist – ein viel größeres Problem liegt bei den Wildbienen, die entweder in sehr viel kleineren Staaten als die Honigbienen oder sogar als Einzelgänger leben und zu denen etwa auch die Hummeln gehören. In Deutschland gibt es derzeit 585 Wildbienen-Arten, von denen jedoch über 50% auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Da diese Bienenarten im Gegensatz zur Wildbiene nicht vom Menschen gehalten und gepflegt werden, sind auch ihre Interessen viel weniger im Fokus des Interesses. Wildbienen sind im Gegensatz zu Honigbienen Spezialisten in der Nahrungsaufnahme und auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Während also die Honigbiene von den Monokulturen der konventionellen Landwirtschaft keinen größeren Schaden davonträgt, kann es für die Wildbiene zum fatalen Nachteil werden, wenn in kilometerweitem Umkreis nur eine einzige Kulturpflanze wie etwa Mais oder Raps angepflanzt ist.

Nicht nur Bienen, sondern auch zahlreiche andere Insekten sind durch die intensive Landwirtschaft massiv bedroht. Laut aktueller Studien ist die Anzahl der Insekten in Nordwestdeutschland in den letzten 27 Jahren um über 75 Prozent zurückgegangen. Die Biene ist häufig im Fokus des Interesses, wenn es um die Bestäubung geht – doch nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten wie etwa Käfer, Ameisen, Wespen oder Schmetterlinge leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Pflanzen. Darüber hinaus hat das Insektensterben auch Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, da z.B. viele Vogelarten in ihrer Ernährung auf Insekten angewiesen sind und diese folglich immer weniger Nahrung finden und dadurch auch weniger Junge großziehen können. Eine einseitige Kulturlandschaft mit nur wenigen Pflanzen hat also weitreichende Folgen für große Teile der Tierwelt.

Nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten wie etwa Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber und fühlen sich auf den 'Blühenden Bienenwiesen' der Stadtwerke Kiel sichtlich wohl.
Manuel Weber

Nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten wie etwa Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber und fühlen sich auf den „Blühende Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel sichtlich wohl.

Blühwiesen zum Insektenschutz

Abhilfe schaffen können hier Blühstreifen und Wildwiesen, auf denen bewusst ein naturnaher Mix an Saatgut ausgebracht wird, um den Bienen und anderen Insekten ein breites Nahrungsangebot zu bieten. Blühwiesen, die seltener gemäht werden als gewöhnliche Weiden, bieten auch im Winter einen wichtigen Unterschlupf für Insekten. Jedes bisschen hilft, weswegen ein insektenfreundlicher Garten mit vielen Blüten ein guter Ansatz ist, mit dem man als Privatperson den Insekten etwas Gutes tun kann. In einer besonders wichtigen Position sind jedoch die Landwirte, da sie über die nötigen Flächen verfügen, um einen spürbaren Unterschied für den Insektenschutz zu machen.

Landwirte in Schleswig-Holstein, die sich dafür interessieren, auf einem Teil ihrer landwirtschaftlichen Flächen Blühwiesen zu säen, können sich etwa über das Projekt „Blühende Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel eine finanzielle Unterstützung für die Umsetzung sichern. So erhalten teilnehmende Landwirte eine Bezuschussung für das Anlegen der Bienenwiese und können im weiteren Projektverlauf auch ihre wegfallenden Einnahmen aus den Mitteln des Fonds ausgleichen. Derzeit nehmen bereits 20 Landwirte mit rund 100 Hektar Blühwiesen an dem Projekt teil.

Lesen Sie hier mehr über die teilnehmenden Landwirte

Jetzt wird's bunt: Durch das Ansäen von Blühwiesen leisten Landwirte einen Beitrag zum Schutz von Bienen und anderen Insekten.
Manuel Weber

Jetzt wird's bunt: Durch das Ansäen von Blühwiesen leisten Landwirte einen Beitrag zum Schutz von Bienen und anderen Insekten.

Mit ihrem Umweltfonds finanzieren die Stadtwerke Kiel landesweit Umweltschutzprojekte. Dabei fließen 0,6 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde aus dem Tarif StromNatur in den Umweltfonds und ermöglichen somit die Aussaat der Blühflächen.

Schleswig-Holsteinische Windkraftanlagen nutzen Wind und wandeln ihn in Strom um. Somit kommt der gewonnene Strom des StromNatur-Tarifs der Stadtwerke Kiel komplett aus regionaler erneuerbarer Energie.

Insekten, die ökologische Artenvielfalt und das Klima kann somit jeder schützen und stärken, der Strom aus dem Tarif StromNatur von den Stadtwerken Kiel bezieht. Frische Wechsler erhalten zusätzlich einen Bonus. Für mehr Informationen geht es hier zum StromNatur-Tarif der Stadtwerke Kiel.

Ein Projekt von:

Stadtwerke Kiel AG

Uhlenkrog 32
24113 Kiel

Hier geht es zur Website.

 

Nicht nur für Insekten bilden Blühwiesen eine wertvolle Nahrungsquelle, auch zahlreiche andere Tiere profitieren von der Vielfalt der hier gedeihenden Pflanzen. Mehr zum Ökosystem Blühwiese und ihren diversen Bewohnern lesen Sie demnächst hier auf shz.de.

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