Anzeige: Stadtwerke Flensburg : Dr. Dirk Wernicke im Gespräch: „Nicht schnacken, sondern machen!“

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg seit dem 1. Januar 2021

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg seit dem 1. Januar 2021

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg im Interview über die vergangenen Monate und die Zukunft des Unternehmens.

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18. März 2022, 00:00 Uhr

Flensburg | Herr Dr. Wernicke, Sie sind jetzt seit einem Jahr und zwei Monaten Geschäftsführer bei den Stadtwerken Flensburg. Wie haben Sie die vergangenen Monate erlebt?

Unter Corona-Bedingungen war es natürlich ein Einstieg mit Hindernissen. Viele Beschäftigte und Geschäftskontakte arbeiten im Homeoffice, sodass zahlreiche Antrittsgespräche nicht stattfinden konnten. Das Kennenlernen zieht sich hin und ist gewiss weniger intensiv, als es üblicherweise der Fall ist. Wir sind stolz darauf, dass unsere Vorsichtsmaßnahmen gewirkt haben. Als Unternehmen der kritischen Infrastruktur tragen wir eine hohe Verantwortung. Dank der Maßnahmen und einer hohen Impfbereitschaft sind wir bisher glimpflich davongekommen.

Das erste Jahr war geprägt durch die Erarbeitung unserer Strategie „SWFL 21.x: Kurs grün und digital“. Damit legen wir die langfristige Ausrichtung der Stadtwerke Flensburg für die 2020er-Jahre fest. Die Entwicklung des Energiemarktes im zweiten Halbjahr 2021 war besonders herausfordernd und hält weiterhin an. Doch wir sind uns sicher, dass wir das Schiff Stadtwerke mit ruhiger Hand durch diese unruhigen Zeiten steuern können.

Aktuell macht der Krieg in der Ukraine die Energie-Märkte noch schwerer prognostizierbar. Wir haben bei den Stadtwerken unsere Beschaffungspolitik geändert und für dieses Jahr bereits den größten Teil der Erdgasmengen gesichert. Auch können wir in unseren Erzeugungsanlagen mit anderen Brennstoffen wie Kohle, Ersatzbrennstoffen oder mit Strom über den Elektrodenheizkessel Wärme produzieren.

Wie haben Sie sich in Flensburg eingelebt?

Ich fühl mich hier sauwohl (lacht)! Nach einigen Jahren bin ich wieder zurück in meiner Heimat Schleswig-Holstein. Flensburg ist einfach eine schöne Stadt mit vielen Qualitäten, und auch die Menschen sind toll.

Über Dr. Dirk Wernicke

Dr. Dirk Wernicke ist promovierter Ingenieur und hat langjährige Erfahrungen im Energiegeschäft. So war er im Siemens-Konzern tätig und arbeitete als Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft bei den Stadtwerken Kiel sowie als Geschäftsführer bei den Stadtwerken Münster. Als Bad Segeberger ist er ein waschechtes Nordlicht.

Was waren für Sie die Meilensteine im vergangenen Jahr bei den Stadtwerken Flensburg?

Aktuell ist das energiewirtschaftliche Umfeld schwierig. Trotz der Ungewissheiten bin ich überzeugt, dass wir die Stadtwerke nordisch-verlässlich in die Zukunft führen werden. Unter einem großen Beteiligungsprozess haben wir unsere Strategie entwickelt und verabschiedet. Jetzt wollen wir die Maßnahmen, die sich daraus ergeben, umsetzen. In Bezug auf die Digitalisierung ist der Glasfaserausbau in Flensburg, Glücksburg und Harrislee ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Er schreitet gut voran und wir können immer mehr Gebiete erschließen. Damit schaffen wir einen großen Standortvorteil für die Region.

Fester Bestandteile der Flensburger Skyline am Hafen: die Stadtwerke Flensburg.
M. Staudt, Grafikfoto

Fester Bestandteile der Skyline am Hafen: die Stadtwerke Flensburg.

 

Die größte Herausforderung ist jedoch die Dekarbonisierung. Ein großer Beitrag ist unser Projekt Kessel 13, der in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Durch die neuen Gas- und DampfturbinenAnlagen (GuD) Kessel 12 und Kessel 13 können wir die CO2 -Emissionen bei gleicher Erzeugungsmenge um 40 % senken. Nächste Projekte sind ein weiterer Wärmespeicher und ein weiterer Elektrodenheizkessel. Gleichzeitig läuft bereits die Vorplanung für eine erste Großwärmepumpe. In Bezug auf Klimaschutz wollen wir nicht nur schnacken, sondern machen!

Welche Themen werden die Stadtwerke Flensburg in den kommenden Monaten bewegen und welche Maßnahmen leiten sich daraus ab?

Das sind einerseits natürlich die Entwicklungen an den Energiemärkten. Wir befinden uns in einer sehr angespannten Phase, die höchstwahrscheinlich die kommenden Monate anhalten wird. Die Dekarbonisierung ist ein zentrales Thema. Wir erarbeiten einen Transformationsplan und skizzieren und formulieren detaillierte Schritte. Dazu haben wir einen Arbeitskreis eingerichtet, der durch Mitglieder der gewählten Gremien der Stadt begleitet wird. Auch Vertreter des Klimabegehrens sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.

In welche Richtung werden sich die Stadtwerke Flensburg langfristig entwickeln?

Die Stadtwerke Flensburg bleiben ein innovatives Unternehmen, das in der Energiewende eine Vorreiterrolle einnimmt. Darauf zielt unsere Strategie ab. Ebenso werden wir digitaler werden, um langfristig am Markt zu bestehen. Wir haben hierfür einen eigenen Geschäftsbereich gegründet, um diesen Prozess systematisch voranzutreiben. Auch die Klimaneutralität der Infrastruktur ist ein langer Prozess, der uns weiter begleitet. Unsere Vision ist es, die Stadtwerke modern, innovativ digital und zunehmend CO2-neutral zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Wir müssen zudem für zukünftige Mitarbeiter attraktiv bleiben. Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, wie sich die Arbeitswelten durch Digitalisierung und Vernetzung verändern. Heutzutage muss man nicht mehr in Metropolregionen leben. Für eine Stadt wie Flensburg ergeben sich daraus enorme Chancen. Dafür muss die Infrastruktur, insbesondere ein breit ausgebautes Glasfasernetz, vorhanden sein. Ich wünsche mir, dass diese Möglichkeiten verstärkt genutzt werden, um die lokale Wirtschaft zu stärken

Die Stadtwerke Flensburg verlosen einen Gutschein für das Sternerestaurant „Grace“ im Hotel „Das James“ in Sonwik im Wert von 200 Euro. Das Gewinnspiel ist in der Kundenzeitschrift der Stadtwerke Flensburg auf der Rückseite zu finden. Die erste Ausgabe der „energiezeitung“ erscheint am Freitag, 18. März 2022. Sie wird an alle Haushalte in Flensburg verteilt. Wer außerhalb des Verteilungsgebiets wohnt, kann die Zeitschrift unter diesem Link als E-Paper aufrufen und herunterladen.
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