Pflegetipps für den Winter : Der Haut im Winter etwas Gutes tun - mit Fett und Feuchtigkeit

Mit diesen Tipps lässt sich Stress für die Haut im Winter vorbeugen.

shz.de von
29. Dezember 2017, 00:00 Uhr

Wenn es zwischen den Jahren draußen nass und kalt ist, versprechen kuschelig warme Zimmer Gemütlichkeit. Doch mit dem Heizen wird die Luft in geschlossenen Räumen trockener, was der Haut ebenso zusetzt wie frostige Luft draußen. Sie kann das größte Organ des menschlichen Körpers stressen: „Die geringe Luftfeuchtigkeit in Räumen entzieht der Haut ihre Feuchtigkeit durch gesteigerte Verdunstung, wodurch die Haut austrocknet. Deshalb sollte die Hautpflege unbedingt den veränderten Bedingungen angepasst werden“, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Krankenkasse Barmer.

Hautpflege kann im Winter zu einer wahren Herausforderung werden. Denn bereits ab acht Grad Celsius drosselt sie die Talgproduktion drastisch herunter, wodurch der körpereigene Selbstschutz abnimmt. Kein Wunder also, dass die Haut spannt, rissig und anfällig für Hautkrankheiten wird.

Fett und Feuchtigkeit für die kalten Tage

Tabu sein sollten in dieser Zeit vor allem wasserhaltige Gele und alkoholhaltige Gesichtswasser. Beides trocknet die Haut im Winter zu stark aus. Stattdessen braucht sie die sogenannten zwei Fs, also Fett und Feuchtigkeit. Deshalb eignen sich grundsätzlich alle Pflegeprodukte, die hochwertige Fette und Öle enthalten. Für die Extraportion an Feuchtigkeit für winter-trockene Haut sorgen Substanzen wie Urea oder Hyaloronsäure.

Ab Herbst sollte die Hautpflege von feuchtigkeitsspendenden Cremes auf Pflegeprodukte mit erhöhtem Fettgehalt umgestellt werden. /dpa-tmn
Monique Wüstenhagen
Ab Herbst sollte die Hautpflege von feuchtigkeitsspendenden Cremes auf Pflegeprodukte mit erhöhtem Fettgehalt umgestellt werden. /dpa-tmn
 

Nicht zu viel und zu heiß duschen oder baden

Und auch wenn eine lange heiße Dusche oder ein ausgiebiges Bad in der Wanne bei nasskaltem Winterwetter sehr verführerisch sind und der Seele gut tun, bedeuten sie für die Haut weiteren Stress, da auch sie ihr Fett entziehen. Die Wassertemperatur sollte deshalb so niedrig wie möglich eingestellt werden. Gebadet werden sollte höchstens einmal pro Woche, geduscht nur jeden zweiten Tag. Außerdem empfiehlt es sich, die Haut nach dem Bad oder der Dusche einzucremen. Rückfettende Dusch- beziehungsweise Badeöle können je nach Zusammensetzung eine Hilfe sein.

Sensible Kopfhaut

Während Gesicht und Körper vor allem von Frauen während des Winters gerne mit einer Extraportion Pflege verwöhnt werden, spielt die Kopfhaut häufig eine untergeordnete Rolle. Dabei ist auch sie im Winter empfindlicher als in den warmen Monaten. „Kälte und Heizungsluft strapazieren die Kopfhaut ohnehin schon. Wenn dann noch beim Haarewaschen zu warmes Wasser, Shampoos und Spülungen sowie die Hitze beim Föhnen hinzukommen, kann sie ebenfalls mit Jucken, Spannungsgefühl oder sogar Entzündungen reagieren. Milde Haarpflegeprodukte für sensible Kopfhaut können hier vorbeugend wirken beziehungsweise den Feuchtigkeitsverlust mindern und Juckreiz lindern“, erklärt die Dermatologin.

Raumklima verbessern

Neben der Hautpflege an sich spielt auch das Raumklima eine entscheidende Rolle, und das kann jeder selbst ein wenig optimieren. „Damit Drinnen stets eine optimale Luftfeuchtigkeit herrscht, sollte man zum einen regelmäßig lüften und zum anderen für eine ausreichende Luftbefeuchtung sorgen. Dafür sind auch keine teuren Geräte notwendig. Ein nasses Handtuch auf dem Heizkörper ist ebenfalls hilfreich“, so Petzold.

Ab nach Draußen

Und auch wenn das Wetter nicht immer zu einem Spaziergang im Freien einlädt, sollte man im Winter auf keinen Fall zu einem Stubenhocker werden. Seele, Körper und Haut brauchen den regelmäßigen Aufenthalt an der frischen Luft – die Seele vor allem, um einem Winterblues vorzubeugen, der Körper unter anderem, um Vitamin D zu produzieren und die Haut zur Zellerneuerung und -neubildung anzuregen. Darum: Schuhe an, der Spaziergang ruft!

Ein Winterspaziergang tut immer gut, gerade wenn die Sonne scheint. /dpa
Daniel Karmann
Ein Winterspaziergang tut immer gut, gerade wenn die Sonne scheint. /dpa
 
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